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Beschäftigungsbonus ist ein Renner: Große Nachfrage nach der Förderung

WIEN / LINZ. Mehr als 100 telefonische Firmenanfragen pro Tag bei Förderbank AWS.

Beschäftigungsbonus ist ein Renner: Große Nachfrage nach der Förderung

Industrie und Kleinbetriebe beantragen fleißig den Beschäftigungsbonus. Bild: VOLKER WEIHBOLD

"Wir haben ein wenig Pech gehabt. Wir haben vor dem Stichtag fast 20 Leute eingestellt, weil wir nicht mehr warten konnten", sagt der Personalchef von Molto Luce, Thomas Mayrhuber. "Es war ja bis zum Schluss nicht sicher, ob die Regierung den Beschäftigungsbonus vor ihrer Selbstauflösung noch beschließt." Am 22. Juni war es doch soweit. Seit 1. Juli gilt der Beschäftigungsbonus für zusätzlich eingestellte Arbeitskräfte.

Der Lichtausstatter mit Sitz in Wels ist weiter auf Wachstumskurs und wird dennoch von der Förderung profitieren. "Bis Jahresende werden wir 20 bis 30 Produktionsmitarbeiter einstellen. Die ersten Anträge sind in Bearbeitung", sagt Mayrhuber.

Beantragt wird über das Austria Wirtschaftsservice (AWS), die Förderbank des Bundes. Mehr als 3500 Mal haben Firmen bisher begonnen, einzelne Module des Förderantrags auf der AWS-Homepage auszufüllen. Nach elf Arbeitstagen seien 550 abgeschlossen, hieß es gestern bei AWS.

Nur 30 Tage Zeit für Antrag

Die Förderstelle hat eine Servicehotline eingerichtet, an der bis zu 14 Mitarbeiter mehr als 100 Anfragen pro Tag abwickeln, berichtet Pressesprecher Matthias Bischof. 3000 Telefonate wurden schon geführt. Die meisten Fragen beträfen die Abwicklung, sagt Bischof. So sei zu beachten, dass ein Arbeitgeber für einen Antrag nach der Neueinstellung 30 Tage Zeit habe. Auch warum es das Geld – 50 Prozent der Lohnnebenkosten werden refundiert – nicht sofort gäbe, wird hinterfragt. Bischof argumentiert mit dem Verhindern von Missbrauch. Wenn der zusätzlich eingestellte Vollzeit-Arbeitnehmer innerhalb des Förderzeitraums von drei Jahren wieder geht, wird die Abgabenrückvergütung aliquotiert. Es gilt eine Mindestdauer des Arbeitsverhältnisses von vier Monaten.

Fallweise kritisieren Firmen, dass der Personalaufbau von einem Wirtschaftsprüfer bestätigt werden muss und das Zusatzkosten verursacht. Personalchef Mayrhuber hat dafür Verständnis. "Es geht um Steuergeld. Das ist glaubhaft zu machen." Zum Ausmaß an Bürokratie – für jeden Mitarbeiter ist die Zusätzlichkeit im Jahresvergleich nachzuweisen – sagt Mayrhuber: "Ich habe mit nichts anderem gerechnet." 

 

Das ist der Beschäftigungsbonus

2 Milliarden Euro beträgt das verfügbare Budget. Gefördert wird die Hälfte der Dienstgeberbeiträge für jeden zusätzlich (zum gleichen Stichtag im Vorjahr) eingestellten Mitarbeiter.

150.000 Vollzeitstellen sollen geschaffen bzw. gefördert werden. Nicht förderbar ist die Übernahme von Leiharbeitskräften oder das Aufstocken von Teil- zu Vollzeit. Förderbar ist aber, wenn ein Lehrling nach der Ausbildung übernommen wird.

31.896,90 Euro beträgt die maximale Förderhöhe: Das ergibt sich aus einem Jahresbruttogehalt limitiert mit der ASVG-Höchstbemessung von 69.720 Euro. Die Lohnnebenkosten von 30,5 Prozent werden zu 50 Prozent refundiert. Das sind 10.632,30 Euro in einem Jahr, gefördert wird bis zu drei Jahre. Es gilt das Prinzip first come, first serve. Das AWS beruhigt: Selbst wenn einzelne Firmen dutzende oder hunderte Stellen zur Förderung anmelden, reiche das Budget „für die nächsten Monate.“

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Artikel (sib) 18. Juli 2017 - 00:04 Uhr
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