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Bei Niki drohen Betriebsversammlungen in der Hauptflugzeit

WIEN/BERLIN. Zahl der Passagiere beim Mutterkonzern Air Berlin sank im Urlaubsmonat Juli um fast ein Viertel auf 2,44 Millionen.

Bei Niki geht die Jobangst um Bild: Weihbold

Bei der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki drohen Betriebsversammlungen. Derzeit laufen Kollektivvertragsverhandlungen. Bei den Piloten liege die Bezahlung um 30 Prozent unter jener der Air-Berlin-Piloten, sagte gestern Niki-Betriebsrat Stefan Tankovits. Aber auch bei Flugbegleitern mit längeren Dienstzeiten gebe es erhebliche Unterschiede.

Am kommenden Mittwoch ist die nächste Verhandlungsrunde. Sollte es da keine Einigung geben, werden im Anschluss an den Standorten Wien und Düsseldorf Betriebsversammlungen abgehalten, "wo man über Kampfmaßnahmen abstimmen wird", sagte Tankovits. Da der Betriebsrat möglichst vielen Mitarbeitern die Teilnahme ermöglichen wolle, würden die Versammlungen "leider in der Hauptflugzeit stattfinden".

Auslöser für die Unzufriedenheit des Betriebsrates ist die Auslagerung eines Teils des Flugbetriebes und die Stationierung von Flugzeugen in Deutschland. Denn dort muss das fliegende Personal vor Arbeitsbeginn nach Deutschland geflogen werden. Betroffene Mitarbeiter hätten dadurch im Monat bis zu 30 Arbeitsstunden mehr. Vor allem diese Anreisezeiten würden nicht entsprechend abgegolten und führten zu Lohneinbußen, ganz abgesehen davon, dass die Betroffenen viel weniger Zeit für Familie und Privatleben hätten.

Niki soll ausgegliedert werden

Von Seiten des Air-Berlin-Eigentümers Etihad gelte weiter die "offizielle Version", dass Niki ausgegliedert werde und sich auf eine Existenz als selbstständige Fluglinie mit der Konzentration auf Charterflüge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorbereiten müsse. "Das kann bis Jahresende passieren", sagt Tankovits.

Es gelte auch, Verträge für so ein neues Geschäftsmodell vorzubereiten. Am Ende soll Niki 21 Flugzeuge haben, von denen etwa zwei Drittel in Deutschland stationiert sind, vier bis fünf in Wien und bis zu vier in Zürich. Seit Juli gibt es bereits den Standort Düsseldorf, die Stationierung von Flugzeugen in Zürich sei auf Herbst verschoben worden.

Krise verschreckt die Kunden

Die anhaltende Krise bei Air Berlin verschreckt zunehmend die Kunden. Die Zahl der Fluggäste sank im Urlaubsmonat Juli im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 2,44 Millionen. Von Jänner bis Juli waren es insgesamt 13,79 Millionen Passagiere, um 16 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte die Fluggesellschaft mit. Air Berlin fliegt seit Jahren Verluste ein. 2016 waren es 780 Millionen Euro. Kommende Woche will Air Berlin seine Halbjahresbilanz vorlegen.

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Artikel 12. August 2017 - 00:04 Uhr
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