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"Aufgabe von Licht beim Auto wird sich wandeln"

WIESELBURG. Leuchtenhersteller ZKW entwickelt für das autonome Fahren neue Produkte.

"Aufgabe von Licht beim Auto wird sich wandeln"

Qualitätskontrolle bei ZKW Bild: ZKW

Wie wird sich die Rolle des Lichts verändern, wenn ein Fahrzeug autonom fährt? Mit dieser Frage setzt sich die Wieselburger ZKW Group – einer der weltweit führenden automotiven Leuchtenhersteller – auseinander. Für den Vorstandsvorsitzenden Oliver Schubert steht fest: "Die Aufgabe von Licht bei einem Auto wird sich wandeln."

In Zukunft dürfte das Ausleuchten der Fahrbahn eine untergeordnete Rolle spielen. Stattdessen werden autonom fahrende Autos Lichtsignale an andere Verkehrsteilnehmer aussenden. Etwa, indem sie Zebrastreifen einblenden, die Fußgängern zu verstehen geben, dass sie die Straße überqueren können. Licht könnte auch Konvois erkennbar machen. Denn miteinander "gekoppelte" autonom fahrende Pkw und Lkw werden dicht hintereinander unterwegs sein.

"Für unser Unternehmen bedeutet das, dass wir uns in Richtung Sensorik weiterentwickeln. Es gilt, Informationen durch entsprechende Software- und Steuergerätetechnologie zu verarbeiten", sagt Schubert. Seit 2013 hat SKW in Wiener Neustadt einen auf Elektronik spezialisierten Standort, der bis Mitte November um 3,5 Millionen Euro erweitert wird. Es entstehen rund 200 neue Arbeitsplätze für Ingenieure, Entwickler und Laborbeschäftigte im Elektronik-Bereich.

Weitere Expansionspläne

Die im Besitz der Familie Mommert befindliche Unternehmensgruppe hat sich erst heuer genügend Fremdkapital gesichert. Über ein Schuldscheindarlehen wollte der niederösterreichische Scheinwerferproduzent 100 Millionen Euro von Investoren lukrieren. Die Nachfrage war derart groß, dass es 180 Millionen Euro geworden sind.

Geld, das nun in Forschung und Entwicklung, aber auch in die Expansion fließt: Wegen positiver Auftragslage in China ist eine Flächenerweiterung am ZKW-Standort in Dalian angelaufen. Zwei Millionen Euro werden dafür investiert. Geplant ist auch ein Ausbau des slowakischen Werkes – des zweitgrößten Standortes für Premium-Lichtsysteme nach Wieselburg. "Nähere Beschlüsse der Geschäftsführung liegen dazu aber noch nicht vor", sagt Schubert. Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe mehr als 7500 Mitarbeiter an weltweit acht Standorten. ZKW fährt einen rasanten Wachstumskurs: Binnen zwei Jahren stieg der Umsatz um 400 Millionen auf rund 986,5 Millionen Euro. Heuer ist eine Umsatzsteigerung um fast 20 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro geplant. Weltweit kommen heuer 1000 Mitarbeiter hinzu. Wachstumstreiber sind Aufträge vor allem der europäischen Autoindustrie. Hauptkunden sind BMW, Mercedes und Audi.

Jedenfalls dürfte ZKW die Begehrlichkeiten asiatischer Konzerne wecken. Im Dezember 2016 wurde spekuliert, der japanische Elektronikriese Panasonic wolle das Unternehmen kaufen, was umgehend dementiert wurde. Ende August 2017 soll es laut einem südkoreanischen Medienbericht ein Übernahmeangebot von LG Electronics gegeben haben. ZKW bestätigt das in einem offiziellen Statement nicht. "Es gibt in diesem Zusammenhang zum heutigen Zeitpunkt keine konkreten Entscheidungen. Über weitere Details werden wir Sie rechtzeitig informieren", heißt es lapidar. 

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Artikel (sail) 14. September 2017 - 00:04 Uhr
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