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Apple: Die Anfänge in Großbuchstaben

Den ersten kommerziellen Computer von Apple, den „Apple II“, gibt es seit 35 Jahren

Apple: Die Anfänge in Großbuchstaben

Das Urgestein unter den Apple-Computern: Der Apple II war der erste Computer für die breite Masse. Bild: Archiv

Schön ist er aus heutiger Sicht eher nicht. Und von der Leistung braucht man gar nicht zu reden. Dennoch war der „Apple II“ für den Computer-Hersteller Apple und dessen Gründer Steve Wozniak und Steve Jobs der erste Schritt zum großen Erfolg.

Zwar ist der „Apple I“ das erste Werk der jungen Apple-Gründer, der Apple II war allerdings dann einer jener ersten Mikro-Computer, die auch für die breite Masse ohne großes technisches Wissen gemacht waren. Das bedeutete: Er musste nicht mehr von den Anwendern zusammengebaut werden, er konnte an einen Fernseher angeschlossen werden und sogar Farben darstellen – für diese Zeit eine revolutionäre Technologie.

Verglichen mit heutigen Computern konnte der Apple II nicht viel: Mit der Schreibtischtastatur konnte man nur Großbuchstaben eingeben, 24 Zeilen zu je 40 Zeichen konnten dargestellt werden, normal, negativ oder blinkend – weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund. Die Farbfähigkeit war nur im Grafikmodus möglich. Hier konnte man etwa einfache Zeichnungen ansehen. Auch kleine Spiele gab es bereits (Rocket Pilot, Star Wars, Saucer Invasion).

Die Software war bei Apple meist innovativer als bei der Konkurrenz. Es gab erste Programme für Tabellenkalkulation oder eines zur Textverarbeitung.

Von der Geheimhaltung, die Apple heute pflegt, wenn es um neue Modelle geht, war damals noch nichts zu spüren. Im Gegenteil, alle wesentlichen Konstruktionsdetails wurden veröffentlicht. Mit der Folge, dass das Bauprinzip später von IBM kopiert und als IBM-PC vermarktet wurde. Auch waren vor allem in Europa und Asien enorm viele illegale Kopien des Original-Apple-II im Umlauf, da die amerikanischen Rechner wegen Export- oder Importbarrieren nicht erhältlich waren oder im Vergleich zum Durchschnittseinkommen zu teuer waren.

Der empfohlene Kaufpreis für den Apple II war damals 1298 Dollar. Umgerechnet zum damaligen Wechselkurs machte das rund 21.000 Schilling aus. Bei einem durchschnittlichen Einkommen 1977 von 15.000 Schilling pro Monat (laut Sozialversicherung) musste man also mehr als einen Monatslohn hinblättern, um den Computer zu erwerben.

16 Jahre Verkaufserfolg

8100 Geräte verkaufte Apple im ersten Jahr. Ein Erfolg, der für die junge Firma überlebensnotwendig war, um den Gewinn zu steigern und das Kapital zu vergrößern. 1977 machte Apple einen Jahresumsatz von 2,7 Millionen Dollar. 16 Jahre lang wurden Computer der Apple-II-Reihe verkauft. Die Produktion wurde 1993 eingestellt, um Platz für den Nachfolger Macintosh zu machen. Dennoch brachte der Apple II der Firma einen finanziellen Polster, mit dem Jobs und Wozniak später auch Rückschläge abfedern konnten.

Noch heute zehrt Apple von dem Vorreiter-Image, das es sich damals erarbeitet hat. Nach einigen schwierigen Jahren in den 1990ern hat es Apple nun erneut zum Höhenflug dank der i-Produkte (Tablet, Smartphone, MP3-Player) geschafft.


Zahlen und Fakten

Vier Kilobyte Arbeitsspeicher hatte der Apple II. Dieser konnte auf 64 Kilobyte erweitert werden. Zum Vergleich: In ein aktuelles MacBook Pro passen mindestens vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Das ist mehr als das Einmillionenfache des Ur-Apple-II.

Acht Steckplätze für andere Geräte hatte der Apple II. So konnten etwa Drucker, Modems, Speichererweiterungen oder Diskettenlaufwerke angeschlossen werden.

2.000.000 Computer der Apple-II-Reihe wurden in 16 Jahren verkauft. Dazu kommen noch massenhaft gefälschte Produkte, die vor allem aus dem kommunistischen Ostblock, Ostasien oder Brasilien stammten.

5 ¼-Zoll-Disketten waren zu der damaligen Zeit das gängige Speichermedium. Steve Wozniak hielt die dafür verfügbaren Laufwerke für zu teuer und ineffektiv. Er entwickelte eine eigene Steuerungselektronik, mit der er die Kapazität von 80 bis 90 Kilobyte auf später 140 Kilobyte pro Diskette erhöhen konnte.

 

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Artikel Elisabeth Eidenberger 05. Januar 2013 - 00:04 Uhr
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