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AUA mietet drei Flieger an und betreibt fünf Air-Berlin-Maschinen

SCHWECHAT. Die Austrian Airlines stocken ihre Kapazität auf: die heimische Fluglinie mietet drei weitere Flugzeuge an und übernimmt zusätzlich von der in Finanzschwierigkeiten steckenden Konkurrentin Air Berlin fünf Flugzeuge inklusive Personal.

AUA

    Bild: APA

Welche Destinationen dazukommen, ist noch weitgehend offen. Dafür soll es künftig auf der Langstrecke eine Economy-Premium-Klasse geben und auf der Mittelstrecke Internet-Zugang.

Für die angemieteten drei Flugzeuge werden etwa 110 Mio. Euro an Investitionen fällig, 230 Arbeitsplätze in Wien werden entstehen, wie AUA-Chef Kay Kratky sagte. Die Zahl der Mitarbeiter werde damit von rund 6.250 auf rund 6.500 steigen. Für die Langstrecke kommt eine Boeing 777 dazu, die auf acht Jahre angemietet wird und ab Sommer 2018 zur Verfügung steht. Wohin sie fliegen wird, ist noch nicht entschieden. Dafür ist klar, dass die AUA ab dem Winterflugplan 2017/18 die Seychellen anfliegt.

Auf der Mittelstrecke hingegen werden noch heuer mit zwei von der Lufthansa gemieteten A320 Flüge zwischen Österreich - etwa Graz, Salzburg, Innsbruck nach Frankfurt - und Deutschland übernommen. Die Verbindung Wien-München wird künftig ausschließlich von der AUA betrieben. Zusätzliche Verbindungen sind dadurch aber nicht vorgesehen. Internet an Bord wird in den Airbus-Maschinen der AUA ab Dezember 2016 eingebaut, bis Mitte 2017 sollen alle 31 Flieger umgerüstet sein. Die Kosten dafür sind noch offen. Telefonieren an Bord wird aber nicht erlaubt.

Neue Ziele im Gespräch

Die fünf Flugzeuge (A320) von Air Berlin kommen in den ersten beiden Quartalen 2017 nach Wien. Sie werden zwar auf AUA-Farben umlackiert, von den Piloten bis zur Technik wird aber das Personal weiter von Air Berlin gestellt (Wet Lease). Die genauen Konditionen der Anmiete sind noch zu klären, auch die Ziele, die damit angeflogen werden. Es werde aber eine "betriebsstündliche Abrechnung" geben, die AUA werde darauf schauen müssen, mit entsprechender Auslastung daraus einen Gewinn zu machen. Der AUA-Vorstand will sich zunächst anschauen, wie die Konkurrenz auf die Halbierung der Air Berlin reagiert. Weder ist derzeit klar, wie stark Air Berlin bzw. ihre österreichische Tochter Niki Österreich-Strecken streicht, noch ist absehbar, ob andere Konkurrenten in die Lücke stoßen. Grundsätzlich gäbe es aber genug interessante Destinationen für die fünf zusätzlichen Flugzeuge, meint der AUA-Vorstand. Auch laufen noch Gespräche mit den EU-Wettbewerbsbehörden, die sich den Deal zwischen Air Berlin und der deutschen AUA-Mutter Lufthansa, bei dem 40 Flugzeuge den Betreiber wechseln, noch anschauen wollen.

Die AUA muss sich auch schon darauf einstellen, dass ab 2020 ihre bisher 11 Langstreckenflieger das Ende ihrer Lebensdauer erreichen und ausgetauscht werden müssen. Man hofft zwar, dass der Bestand gehalten oder gar ausgebaut werden kann, sicher ist das aber noch nicht. Jedenfalls sei mit einer Investition von 1 Mrd. Euro zu rechnen, die noch heuer vorbereitet werden soll, sagte Finanzvorstand Heinz Lachinger. Trotzdem werden alle Langstreckenflugzeuge im Winter 2017/18 mit Economy-Premium-Sitzen aufgerüstet. Dafür werden 15 Mio. Euro investiert, sagte CCO Andreas Otto. Das rechnet sich laut AUA auch, wenn ein Flugzeug nur noch zwei bis drei Jahre in der Luft bleibt.

Auf Fragen von Journalisten sagte Kratky, es gebe zwar laufend mit verantwortlichen Politikern Gespräche über die Rahmenbedingungen für die Luftfahrt, die weitere Investitionen auslösen könnten. Die AUA habe aber keine Zusagen, dass die Ticketsteuer gesenkt wird, falls in Wien entsprechende Investitionen getätigt werden. "Wir haben keine Zusagen in irgendwelcher Art", so Kratky.

Auch an der Gewinnvorschau für 2016 habe sich nichts geändert, sagte Lachinger heute. Man erwarte einen Gewinn, der leicht über dem des Vorjahres liegt. Mit dem Geschäft im Sommer "sind wir nicht unzufrieden".

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Artikel nachrichten.at/apa 29. September 2016 - 11:41 Uhr
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