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Lehrling "Reza" ist bei Tostmann Hahn im Korb

Mohammed Reza Majidi an seinem Arbeitsplatz in der Trachtenschneiderei Tostmann, wo der 18-jährige Flüchtling aus Afghanistan die Lehre macht. Bild: gh

Lehrling "Reza" ist bei Tostmann Hahn im Korb

SEEWALCHEN. Flüchtling (18) aus Afghanistan ist der erste und einzige männliche Lehrling in der Seewalchner Trachtenwerkstatt.

Von Gerhard Hüttner, 28. Januar 2016

Das Schneidern hat Mohammed Reza Majidi (18) seit jeher fasziniert. Vor seiner Flucht vor dem Bürgerkrieg in Afghanistan hat der junge Mann bereits in einem Dorf bei Kabul als Schneider gearbeitet. Jetzt ist der anerkannte Flüchtling der einzige und der erste männliche Lehrling überhaupt in der Trachtenwerkstatt in Seewalchen.

Barbara Kienberger, Lehrlingsbeauftragte bei Tostmann, beschreibt den afghanischen Lehrling als fleißig, engagiert und sehr interessiert. "Er kann schon sehr viel", betont sie im Gespräch mit den OÖNachrichten, "daher darf er viel machen, was bei anderen Lehrlingen sonst nicht der Fall ist." Im ersten Lehrjahr befassen sich die angehenden Schneider mit Vorbereitungsarbeiten und dem Nähen von Röcken und Unterröcken. "Ab dem zweiten Lehrjahr werden aufwändigere Sachen gemacht, etwa die Oberbekleidung." Im dritten Lehrjahr müssen die Lehrlinge eine Trachtenjacke herstellen können, was auch Gegenstand der Lehrabschlussprüfung ist.

"Das Dirndl war etwas ganz Neues für mich", erklärt Mohammed, der von den Kolleginnen der Einfachheit halber nur "Reza" gerufen wird. "In Afghanistan wird nicht so genau gearbeitet", schildert er. "Vor allem werden hier viel mehr Stoffe verwendet." Was ist das Faszinierende an diesem Beruf? "Man kann alles selber machen." Nach der Lehre will er daher weiter als Schneider arbeiten – oder vielleicht als Designer, fügt er hinzu.

Für Gexi Tostmann, Seniorchefin des Trachtenhauses, ist die Schneiderei ein schöner, schöpferischer Beruf, in dem aus vielen Stoffen eine Einheit entsteht. "Reich wird man nicht als Schneider", betont sie. "Man muss den Beruf gern haben, dann ist man reich."

Der Schneiderlehrling lebt mittlerweile seit drei Jahren in Österreich. Er war mit seiner Familie in den Iran geflüchtet und hat sich dann alleine in zehn Monaten über die Balkanroute nach Österreich durchgeschlagen. Der Rest seiner Familie lebt im Iran.

Mit Probefleckerl überzeugt

"Sein Wunsch war es, Schneider zu werden", erzählt Gexi Tostmann. Beim Schnuppern im Vorjahr hat er beim Nähen auf einem Probefleckerl gleich überzeugt. "Das Talent ist in unserem Beruf das wichtigste", unterstreicht Kienberger. Und das hat "Reza" auch mit seinen Probearbeiten – luftige Abendbekleidung, die er privat genäht hat – bewiesen.

In der Damenrunde der Trachten-Schneiderei fühlt sich der Lehrling wohl. "Die Frauen sind sehr freundlich und nett zu mir." Gexi Tostmann beschreibt "Rezas" Rolle anders: "Er wird verwöhnt wie ein Prinz."

Kommentare

„nicht darf er schon viel machen - sondern muss er viel machen......“ wertzu nicht darf er schon viel machen - sonder...
„In dieser Zeit scheint menschenwürdiges, verantwortungsvolles und kritisches Denken in ...“ Wirbelwind In dieser Zeit scheint menschenwürdiges,...
„Lauter Fachkräfte oder?“ linzerleser Lauter Fachkräfte oder?

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