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AKW-Betreiber: Verwalter des Vertrauensverlusts

Seit 2008 steht Masataka Shimizu an der Spitze eines der größten Stromkonzerne der Welt. Auf der Website des Unternehmens kündigt er eine Vision 2020 an – verbunden mit einem Neuanfang. Dies alles liest sich heute – im Lichte der jüngsten Ereignisse – höchst merkwürdig. Und ziemlich verlogen. Veröffentlicht wurde das Monate bevor das schreckliche Erdbeben Japan erschütterte und samt Tsunami das Atomkraftwerk Fukushima derart in Mitleidenschaft zog, dass dort verzweifelt gegen den größten anzunehmenden Atomunfall gekämpft wird.

The Tokyo Electric Power Company (Tepco), zu dessen knapp 800.000 Aktionären auch der staatliche norwegische Pensionsfonds gehört, ist in Japan schon seit Jahren umstritten. 2002 mussten alle 17 Kernreaktoren abgeschaltet werden, weil in einem internen Bericht ruchbar wurde, dass kaum welche der vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten worden waren. 2007 wurde nach einem Erdbeben ein beschädigtes Kraftwerk vom Netz genommen. Auch dabei offenbarte sich die Intransparenz des Konzerns und dessen Distanz zur Wahrheit. Damals entging das Kraftwerk knapp einer Katastrophe. Erst später wurde zugegeben, dass kontaminierter Dampf ausgetreten war.

Der damalige Tepco-Chef musste gehen. An seiner Stelle sollte Shimizu aufräumen. Doch der 66-Jährige, von dem kaum etwas bekannt ist, außer dass er seit 1968 für Tepco arbeitet und als Verwaltungsspezialist gilt, ließ den nötigen Elan vermissen. Er rief zwar ein drastisches Sanierungsprogramm aus, dies dürfte aber vor allem auf Kosten der Sicherheit gegangen sein.

Shimizu hat es nicht geschafft, dem rasch gewachsenen Unternehmen die nötigen Strukturen zu verpassen. Rund 40.000 Mitarbeiter beschäftigt Tepco, der Jahresumsatz lag 2009 bei rund 45 Milliarden Euro. Allein die Tepco-Atommeiler produzieren so viel Strom wie alle deutschen Kraftwerke zusammen oder wie Italien insgesamt verbrauchen könnte.

Shimizu und seine Mitarbeiter haben sich in den vergangenen Tagen nicht nur die Verachtung der japanischen Bürger zugezogen, auch Ministerpräsident Naoto Kan hielt ihm und seinen Mitarbeitern eine Standpauke.

An der Börse fällt die Tepco-Aktie ins Bodenlose. Niemand glaubt mehr daran, dass die Gesellschaft das Problem in den Griff bekommt. Shimizu-san wird in absehbarer Zeit wohl abtreten. Und als Manager in Erinnerung bleiben, der ein Höchstmaß an Vertrauen verloren hat.

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Tepco-Chef's sollten nun · von na-so-was (1133) · 18.03.2011 09:00 Uhr

an vorderster Front gegen das Unglück im Atomkraftwerk kämpfen und sich auch der tödlichen Verstrahlung aussetzen müssen! So ist es WÜRDIG und RECHT!

(0)
Artikel 18. März 2011 - 00:04 Uhr
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Bild: OÖN

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