
Mit riesigen Prunkwagen, fantasievollen Aufbauten und aufwendigen Kostümen suchten sich die Sambaschulen zu übertrumpfen. Die ersten sechs der zwölf besten Schulen der Stadt leiteten die Parade vor 70.000 Zuschauern im Sambodrom ein, die live weltweit im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Mit begeistertem Gebrüll wurde die Prozession der Schule Unidos de Tijuca empfangen, die mit einer Hommage an Hollywood ihren Championtitel vom Vorjahr verteidigen wollte.
Den Anfang machte eine Gruppe von Monstern, die der amerikanischen „Sage von der schläfrigen Schlucht“ nachempfunden waren. „The Legend of Sleepy Hollow“ um einen Reiter ohne Kopf wurde zuletzt mit Johnny Depp und Christopher Walken in den Hauptrollen verfilmt. Die gruseligen Gestalten waren nur ein Teil des Umzugs von Unidos de Tijuca, die ein Budget von 3,5 Millionen Euro zur Verfügung hatte.
Zum Aufgebot gehörten zudem eine Truppe von „Freddy Kruegers“ aus der Horrorfilmreihe „A Nightmare on Elm Street“ sowie ein riesiger Pandora-Drache mit blauen Avataren nach dem Vorbild des Blockbusters von James Cameron. Am meisten Aufsehen erregte ein Hai, der mit einem lebenden Buben im Maul aus einem Schwimmbecken auftauchte – eine Reminiszenz an „Der Weiße Hai“.
Da konnte auch Topmodel Gisèle Bündchen als Venus nicht mithalten, die für die Sambaschule Unidos de Vila Isabel auftrat. Andere Sambaschulen setzten ebenfalls auf klassische Themen wie die Gottheit Neptun oder die Legende von Lady Godiva, die nackt auf einem Pferd durch das englische Coventry ritt, um ihren Mann zu überzeugen, die Steuern zu senken. Obwohl gestern noch die anderen sechs Schulen folgen sollten, waren sich die Medien bereits einig über den Favoriten: den Vorjahresgewinner Unidos de Tijuca. Der Gewinner wird morgen bekanntgegeben.
Schon am Samstag hatten knapp zwei Millionen Karnevalisten dem starken Regen getrotzt und sangen und tanzten im Zentrum von Rio zu Sambaklängen. Auch in anderen Teilen Brasiliens, einem Land mit 193 Millionen Einwohnern, steht in der Karnevalssaison für eine Woche das öffentliche Leben still. In Rio sorgen rund 50.000 Polizisten für Sicherheit. In der Stadt, die als eine der gewalttätigsten des Landes gilt, finden 2016 die Olympischen Spiele statt.
Karneval in Venedig ist den Frauen gewidmet
Karnevalsliebhaber aus aller Welt haben in Venedig den gestrigen Rosenmontag mit Maskenumzügen gefeiert. Der Karneval der Lagunenstadt ist 2011 fast ausschließlich dem weiblichen Geschlecht gewidmet: Unter dem Motto „Von Sissi bis Senso“ zeigte sich Venedig als „Stadt der Frauen“ in Maske, Theater, Musik und Kunst. Ein weiteres Thema war das 19. Jahrhundert – auch als Epoche der Gründung der Republik Italien, die in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag feiert. Heute wollen die italienischen Sängerinnen Paola Turci und Marina Rey dem Mummenschanz ein poppiges Ende setzen. Nach ihrem Konzert gibt es noch eine Gondel-Prozession bei Kerzenlicht auf dem Canal Grande.
Mit Bekanntentrick Ehepaar um 32.000 Euro erleichtert
Facebook-Aktie steigt
Rogans perfekter Olympiatest - mit Kraftakt zu EM-Bronze
„Wos woar mei Leistung?“ Meischberger rechtfertigt Honorare als Tippgeber