Slater, der sich von undisziplinierten Fluggästen offenbar nicht mehr länger auf seinen Nerven herumtrampeln lassen wollte, hatte ein Bier aus der Bordbar in der Hand, als er sich von seinem luftigen Arbeitsplatz verabschiedete. Am Montag begann im New Yorker Stadtteil Queens der Prozess gegen den Flugbegleiter.
Strafmaß: sieben Jahre Haft
Die Anklage hält dem 38-Jährigen groben Unfug, rücksichtsloses Verhalten und kriminelle Gefährdung vor. Summiert man alle Anklagepunkte, ergibt sich ein Strafmaß von sieben Jahren Haft. Dass Slater sie absitzen muss, gilt angesichts seiner Popularität und der miesen Stimmung im Land als unwahrscheinlich. Er bat gestern vor Gericht um eine psychiatrische Begutachtung. Mit dem Fliegen hat Slater nach 20 Jahren Bordservice abgeschlossen. Bei der amerikanischen Billigfluglinie JetBlue, bei der er gut drei Jahre, zuletzt als Steward in der 1. Klasse, beschäftigt war, hat er vor ein paar Tagen gekündigt.
Auch der Arbeitgeber fand die Aktion, ohne Not die Notrutsche zu betätigen, weniger lustig als die tausenden Fans, die Slater in Internet-Foren und virtuellen Netzwerken als Vorbild aller frustrierten Beschäftigten feiern. Längst hat dieser einen Medienmanager, der lukrative Angebote für Auftritte in Talkshows und TV-Morgensendungen prüft.
Die Flucht aus der Kabine hatte den Flugplan am New Yorker Kennedy-Flughafen mächtig durcheinandergewirbelt und die JetBlue-Maschine wegen der ausgefahrenen Rutsche für Stunden außer Betrieb gesetzt. Das hat die Fluggesellschaft eine Stange Geld gekostet. Gut möglich, dass sie die Dollars von Slater zurückfordern will. Dieser hat die Umgangssprache um einen populären Ausdruck bereichert: „Schnapp dir ein Bier und mach den Slater“.
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