Wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti meldet, gerieten im Gebiet Wolgograd 21 Dörfer in Brand, mehr als 800 Gebäude wurden vernichtet. Acht Menschen kamen im Feuer um, 14 wurden verletzt. In zahlreichen Landkreisen wurden die Bewohner bedrohter Siedlungen evakuiert. Auch in den Nachbarregionen Saratow und Samara kam es zu Großfeuern.
Nach Angaben der Zeitung Kommersant gerieten in Engels im Gebiet Saratow die Gebäude einer früheren Kunststofffabrik in Flammen. Windbedingte Kurzschlüsse und Kabelrisse führten auch am Rande der Industriestadt Togliatti zu Waldbränden, im Gebiet Wolgograd bedrohten die Flammen zeitweise ein Öllager nahe der Kosakensiedlung Lapschinskaja. In der Siedlung selbst sollen ein Kornsilo sowie 47 Häuser niedergebrannt sein. „Das war ein Wirbelsturm“, sagte gestern ein Kreisrat. „So etwas haben selbst unsere ältesten Einwohner nicht erlebt.“ In der Wolgograder Satellitenstadt Wolsk fiel die Stromversorgung für 400.000 Menschen stundenlang aus. Das Ministerium für Katastrophenschutz schließt nicht aus, dass die Großfeuer auf die Region Astrachan, Kalmükien, Tatarstan und Baschkirien übergreifen können.
Ende August hatte Katastrophenschutzminister Sergej Schojgu verkündet, man habe alle Brände gelöscht oder unter Kontrolle. Tatsächlich zeigten Satellitenfotos der Nasa, dass in zahlreichen Regionen große Waldbrände weiter loderten. Auch die Torffeuer östlich und südöstlich von Moskau schwellen trotz starker Regenfälle weiter. Ein wesentlicher Grund für das Ausmaß der neu aufflammenden Brände ist laut Experten mangelhafter Brandschutz. Nach Angaben von Greenpeace gibt Russland für das Vorbeugen und Löschen von Waldbränden jährlich umgerechnet zwei Cent pro Hektar aus, in den USA sind es mehr als drei Euro.
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