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Russland leidet unter Rekordhitze und verheerenden Waldbränden

MOSKAU. Mit 38,2 Grad Celsius haben die Temperaturen in Russlands Hauptstadt den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen vor 160 Jahren erreicht. Neben der Hitze leidet Moskau auch an der Luftverschmutzung durch Brände in der Umgebung.

Seit Anfang Juli plagen den europäischen Teil Russlands außergewöhnlich hohe Temperaturen, täglich steigt das Thermometer auf mehr als 30 Grad.

Rund um die Hauptstadt gingen bisher 576 Hektar Wald und Torfmoore in Flammen auf. Bereits am Mittwoch waren in Moskau die zulässigen Grenzwerte für die Luftverschmutzung um das Zehnfache überschritten worden. Die Gesundheitsbehörden riefen die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben und körperliche Anstrengung zu vermeiden.

Bei den verheerenden Waldbränden sind mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Ganze Dörfer mit den traditionellen Holzhäusern brannten nieder, weshalb Präsident Dmitrij Medwedjew gestern die Armee im Kampf gegen die Flammen zu Hilfe rief.

In Mochowoje, einem niedergebrannten Dorf in der Region Moskau, wurden gestern die Leichen von sechs Einwohnern und eines Feuerwehrmanns entdeckt. Ein weiterer Feuerwehrmann kam beim Einsatz im Gebiet Lipezk ums Leben. In der Region Nischni-Nowgorod östlich der Hauptstadt starben neun Menschen, in Rijasan drei. In der Region Woronesch, 500 Kilometer südwestlich von Moskau, wurden fünf Menschen getötet.

Hunderte Häuser wurden dort ein Raub der Flammen. In der gleichnamigen Stadt mussten drei Krankenhäuser in aller Eile evakuiert, mehrere Ferienlager geräumt werden.

Rasche Hilfe zugesichert

Gemeinsam mit Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu besuchte Regierungschef Wladimir Putin gestern Werchnjaja Wereja, eines der am schwersten betroffenen Dörfer von Nischni-Nowgorod. Dort hatte das Feuer am Donnerstag binnen 20 Minuten alle 340 Häuser zerstört; mehr als 500 Menschen verloren ihr ganzes Hab und Gut. Das russische Fernsehen zeigte Aufnahmen einer Straße, in der sämtliche Häuser bis auf die Grundmauern niedergebrannt waren. Putin versuchte, die Einwohner zu beruhigen. Einer verängstigten Frau sicherte er zu, dass die Häuser bis zum Winter wiederaufgebaut sein würden – dann umarmte er die überraschte Frau.

Minister Schoigu und lokale Beamte wies Putin an, sich bei der Hilfe nicht durch bürokratische Vorgaben stoppen zu lassen. Den Einwohnern sicherte er rasche Entschädigungen zu. Sie sollen jeweils 200.000 Rubel (5000 Euro) und damit das Vierfache der gesetzlich vorgeschriebenen Summe erhalten.

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Artikel 31. Juli 2010 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Russland leidet unter Rekordhitze und verheerenden Waldbränden

Viele Bewohner kleiner russischer Dörfer haben den Kampf gegen die Brände als hoffnungslos aufgegeben.  Bild: Reuters

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