
Energieminister Terje Riis-Johansen sagte bei einer Erdöl-Konferenz, er werde persönlich dafür sorgen, dass „auf allen Ebenen“, auch bei den privaten Erdölgesellschaften, Lehren aus dem Desaster im Golf gezogen würden.
Er kündigte an, im Sommer selbst in die USA reisen zu wollen, um sich ein genaues Bild über die Folgen der Katastrophe machen zu können. Die Informationen würden anschließend als Grundlage für neue Sicherheitsstandards herangezogen, sagte der Minister.
Systematische Analyse
Das Osloer Energie- und Ölministerium hat außerdem einen vorläufigen Genehmigungsstopp für Bohrungen von Tiefseebrunnen beschlossen. Vor der nächsten Runde von Konzessionszuteilungen in norwegischen Gewässern sollen ebenfalls neue Informationen eingeholt und anschließend systematisch analysiert werden
Umweltminister Erik Solheim sprach auf der Konferenz gar von einer „Katastrophe biblischen Ausmaßes“, hätte sich ein mit dem Zusammenbruch der US-Erdöl-Plattform „Deepwater Horizon“ vergleichbares Unglück in norwegischen Gewässern ereignet.
Die Verwaltungsdirektorin des norwegischen Verbandes der Ölindustrie, Gro Braekken, sah dagegen „gute und vertretbare Voraussetzungen“ für weitere Ausbeutungs-Projekte und eine „gute Koexistenz zwischen Fischerei und Erdöl- und Erdgas-Gewinnung.
Die Frage der Ausbeutung neuer Erdöl-Felder in ökologisch besonders sensiblen Zonen im Nordatlantik, wie den Gewässern um die Lofoten-Inseln spielten im Wahlkampf vergangenen Sommer in Norwegen eine große Rolle. Die Links-Grünen mussten damals als Konzession an ihren Koalitionspartner, die Sozialdemokraten, ihre ursprünglich strikte Linie gegen jegliche neue Bohrungen in diesen Zonen aufgeben.
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