Mounir al-Wasimi bezog sich dabei auf ein Interview des 63-jährigen britischen Popstars mit dem amerikanischen Prominentenmagazin „Parade“ aus dem Februar. Elton John hatte darin Jesus als einen „mitfühlenden, superintelligenten schwulen Mann“ bezeichnet, der „lieben wollte“ und seinen Peinigern am Kreuz vergeben habe.
„Wie können wir einem Schwulen einen Auftritt erlauben, der Religion verbieten will, den Propheten Isa (arabisch für Jesus) als schwul bezeichnet und verlangt, dass Schwule im Nahen Osten sexuelle Freiheiten haben sollen“, fragte al-Wassimi, der nach eigenen Angaben die ägyptischen Sicherheitsbehörden beauftragte, das Konzert abzusagen.
Isa ibn Maryam
Im Koran ist Jesus unter dem Namen Isa ibn Maryam (Sohn der Maria) einer der Propheten Allahs. Er wird aber nicht – wie unter den Christen – als Sohn Gottes anerkannt. Homosexualität ist in Ägypten nicht direkt strafbar; Schwule werden allerdings mit Hilfe von Gummiparagrafen verurteilt.
Moralische Verdorbenheit
Man wirft ihnen beispielsweise vor, die öffentliche Ordnung zu gefährden, sich der „moralischen Verdorbenheit“ oder der „Verletzung der Religionslehren“ schuldig gemacht zu haben.
Im Jahre 2001 wurden 52 schwule Ägypter auf einer Hausbootparty verhaftet. 23 von ihnen wurden trotz internationaler Proteste zu langen Haftstrafen und sogar zu Zwangsarbeit verurteilt. Lediglich im „liberalen“ Badeort Scharm el-Scheich können sich ägyptische Schwule relativ frei bewegen und auch als Bauchtänzer auftreten.
Elton John war zuletzt vor zwei Jahren im Nahen Osten aufgetreten. Im Emirat Dubai wurde er auf einem Open-Air-Konzert von 13.000 begeisterten Fans gefeiert.
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