
VANCOUVER. Drei Tage vor Eröffnung der XXI. Olympischen Winterspiele wird in Vancouver in puncto Sicherheit längst der Ernstfall geprobt. Rund 16.000 Soldaten und Polizisten haben das Kommando in der Luft, zu Wasser und an Land übernommen. Straßen werden gesperrt, kriminelle Banden-Mitglieder wurden festgenommen und Olympia-Kritiker in zugewiesene Protestzonen verbannt. „Das Level der Bedrohung für die Winterspiele ist gering, es gibt keine ernsthaften Hinweise auf Aktivitäten“, erklärte Bud Mercer, Chef des olympischen Sicherheitsdienstes. „Es gibt aber einen Plan B, da können wir schnell hochschalten.“
Wenn die knapp 5500 Athleten, Trainer und Betreuer sowie erwartete 350.000 Besucher in den kommenden Tagen in der kanadischen Olympia-Region eintreffen, dürfen sie sich sicher fühlen. Die Marine kontrolliert die Küste mit Schiffen und Tauchern. Soldaten patrouillieren auf Skiern und Motorschlitten in den Bergen, der Luftraum ist um die olympischen Dörfer in Vancouver und Whistler in einem 50-Kilometer-Radius gesperrt. Erste große Bewährungsprobe wird die Eröffnungsfeier am Freitag mit rund 40 Staatsoberhäuptern aus aller Welt sein.
Die auf 900 Millionen Kanadische Dollar (610 Millionen Euro) explodierten Kosten für die Sicherheit sollen nicht weiter überschritten werden. „Wenn nichts Besonderes passiert, werden wir das Budget einhalten“, so Mercer.
Olympia-Gegnern und anderen Aktivisten wird zwar das Recht auf Demonstrationsfreiheit gewährt, nicht aber die freie Wahl, wo sie protestieren: Sie dürfen nur in ausgewiesenen Sicherheitszonen ihr Anliegen kundtun. Eine ähnliche Einschränkung hatte bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking für erhebliche Kritik gesorgt.
Hart durchgegriffen hat kurz vor Beginn der Spiele die Polizei: Sie nahm 14 Banden-Mitglieder in Vancouver wegen diverser Drogen-Vergehen fest.
Unkalkulierbar bleibt nur das Wetter. Zu Beginn der Spiele dürfte man in Vancouver mit Sicherheit im Regen stehen.
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