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Goldgräberstimmung in Vancouver

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Die kanadische Metropole Vancouver im District British Columbia steht ganz im Zeichen der Olympischen Spiele.   Bild: dpa

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Olympia: Hier wird um Medaillen gekämpft Bild: dpa

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Olympische Disziplinen im Überblick Bild: dpa

Zehntausende Glücksritter trieb vor 150 Jahren der Goldrausch nach Vancouver. Jetzt strömen erneut Hunderttausende in die westkanadische Stadt. Sie treibt der Kampf um Edelmetall. Diesmal aber in Form von olympischen Medaillen.

Einer jener, die in den 1860ern nach Vancouver kamen, war John Deighton, ein geschäftstüchtiger Schotte. Er wurde im Zuge des Goldrausches nach Vancouver gespült. Als Erster erkannte er, dass auch Goldgräber was trinken wollen. Sein Globe Saloon entwickelte sich rasch zum sozialen Treffpunkt der Stadt.

Der geschwätzige Jack

Seinen Spitznamen „Gassy Jack“ (geschwätziger Jack) bekam er, weil er seine Gäste stundenlang mit – meist erfundenen – Geschichten unterhalten konnte. Nach Gassy Jack ist der Stadtteil Gastown benannt.

Er gilt als Keimzelle von Vancouver, Gassy Jack als ideeller Gründer der Stadt. Eine Bronzestatue – natürlich mit Whiskyfass – erinnert noch heute an den redseligen Saloonbesitzer. Sie ist, neben einer dampfbetriebenen Uhr, das Wahrzeichen von Gastown. Mit seinen verwinkelten, kopfsteingepflasterten Straßen und Gässchen, den hübschen Cafés und Spezialitätenläden hinterlässt der Stadtteil einen sehr europäischen Eindruck. Studentisch chic zeigt sich das Viertel SoMa, Hippietreffpunkt ist in Kits, Yuppies bevorzugen den Stadtteil Yaletown.

Die Stadt ist eine bunte Mischung aus Ecken und Plätzen, Parks und Stränden. Allein der Stanley Park misst 400 Hektar und gilt weltweit als eine der schönsten städtischen Grünanlagen, inklusive Tropenwald. Ein Tropenwald in Kanada? Ja! Das milde Klima des Pazifiks macht‘s möglich. Ein Regenschirm gehört deshalb zum ständigen Begleiter der Vancouverites. Im Schnitt regnet es dort an 166 Tagen im Jahr. Deshalb finden Eröffnungs- und Schlusszeremonie der Olympischen Spiele im BC Place statt, einer 60.000 Sitzplätze fassenden, überdachten Arena.

Im Sommer strömen jeden Tag Zehntausende an die Strände, die quasi vor der Haustüre liegen. Oder sie joggen entlang der die gesamte Innenstadt umlaufenden Uferpromenade.

Vancouvers Stärke liegt in der Vielfalt. Auch was die ethnischen Gruppen betrifft. Wurde die Stadt bis in die 1980er-Jahre von Europäern geprägt, folgten Mitte der 1990er Hongkong-Chinesen, die nach der Übernahme Hongkongs durch China um ihre Sicherheit und ihre Finanzen fürchteten und deshalb nach Kanada auswanderten.

Sie bereicherten nicht nur die Vielfalt der Stadt (vor allem die Innenstadt), sondern investierten auch Milliarden Kanadische Dollars. Was aber auch den negativen Effekt mit sich brachte, dass die Immobilienpreise in astronomische Höhen gestiegen sind. Jeder zweite Bewohner lebt in Miete. Das sind mehr als in allen anderen Großstädten Kanadas.

Die Vancouverites sind in vielerlei Hinsicht liberal und weltoffen, von der landschaftlichen Vielfalt ihres Districts verwöhnt, genießen die Lebensqualität, zeigen typisch kanadische Bescheidenheit gepaart mit Westküstengelassenheit. Deshalb werden sie vom „Rest“ Kanadas oft beneidet: „Vancouver is the City the rest of Canada loves to hate“, heißt es immer wieder.

Doch die drittgrößte Stadt Kanadas hat auch ihre Schattenseiten. Nur wenige hundert Meter trennen die Idylle vom Stadtteil Downtown Eastside: ein Armenviertel mit hoher Drogenproblematik.

Schattenseite der Medaille

Dieses Viertel ist das ärmste ganz Kanadas, die Aids-Rate die höchste der westlichen Welt. Rund 16.500 Menschen leben dort, ethnische Minderheiten sind überproportional vertreten. 14 Prozent davon sind Ureinwohner. Etwa vier Mal so viel wie im Landesdurchschnitt.

Downtown Eastside ist den Verantwortlichen der Spiele ein Dorn im Auge. Aber auch mit den Kosten ist man in Vancouver nicht glücklich. Rund 1,1 Milliarden Euro waren operativ für die Spiele geplant. Doch die Kosten steigen und steigen. Nicht zuletzt wegen der Sicherheitsmaßnahmen (siehe Bericht unten). Doch das Internationale Olympische Komitee hat zugesagt, das Schuldenloch zu stopfen. So wird vermutlich, neben Goldmedaillen für 86 Olympioniken, auch für die Stadt ein „bisschen“ Gold übrig bleiben.

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