Späte Gerechtigkeit für den heute 60-Jährigen. Ihm war vorgeworfen worden, im Dezember 1976 eine 24-jährige Frau, die im selben Haus wohnte, vergewaltigt zu haben. Das Vergewaltigungsopfer hatte Peacock allerdings als den Täter identifiziert.
Die Diagnose, wonach Peacock schizophren sei, seine Medikamente fünf Monate lang nicht genommen habe und sich vielleicht deshalb nicht an die Vorgänge erinnern habe können, halfen dem heute 60-Jährigen nicht. Eine Jury verurteilte ihn damals nach nur sechs Stunden zu 20 Jahren Haft.
Der Schuldspruch basierte auf der Aussage der Polizisten, Peacock habe im Verhör gesagt: „Ich habe es getan.“ Dieser Satz wurde aber weder aufgezeichnet noch gab es ein von Peacock unterschriebenes Geständnis.
Im Jahr 1982 kam Peacock vorzeitig auf Bewährung frei. Erst 2002 wandte er sich an die Organisation „The Innocence Project“ der Cardozo School of Law. Und die half ihm, zu seinem Recht zu kommen. „Ich möchte meinen Namen reinwaschen“, war das Ziel des Justizopfers. Und Peacock verfolgte dieses hartnäckig, wie auch seine Schwester Edith Leonard bestätigt. „Es hätte ihn sonst aufgefressen. Er sprach immer wieder davon.“
Er habe „niemals die Hoffnung aufgegeben, dass dieser Tag kommen wird“, sagte der zu Tränen gerührte Peacock auch am Donnerstag bei der Verkündung der Gerichtsentscheidung.
So lange hatte die Rehabilitation eines zu Unrecht Verurteilten in Amerika zuvor noch nie gedauert. Bislang lag dieser traurige Rekord bei weniger als zehn Jahren.
Dem „Innocence Project“ ist es in den vergangenen 20 Jahren gelungen, 250 Entlassenen zu helfen, ihre Unschuld nachträglich mittels DNA zu beweisen. 76 Prozent der Verurteilungen waren zustande gekommen, weil es falsche Zeugenaussagen gegeben hatte, 60 Prozent der zu Unrecht Verurteilten waren dunkler Hautfarbe.