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Abtreibung: Bischöfe fordern politische Maßnahmen

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Bild: Wodicka

WIEN. Österreichs Bischöfe fordern Maßnahmen zu einer effektiven Senkung der Abtreibungen.

Nach der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz appellierte Kardinal Christoph Schönborn an die Entscheidungsträger, Schritte zu einem umfassenden „Lebensschutz“ zu setzen, für eine Abschaffung der Fristenlösung sprach er sich allerdings nicht aus. Lob gab es bei der Pressekonferenz am Freitag für den Vorstoß von Familienstaatssekretärin Christine Marek (V) zu einer bundesweiten Abtreibungs-Studie.

"Woche für das Leben"

Die Kirche in Österreich werde nie aufhören zu fordern, dass das menschliche Leben von seinem Beginn an den vollen Schutz der österreichischen Rechtsordnung genießen müsse, so Schönborn. Anstelle der Abschaffung der Fristenlösung forderte er verstärkte Bewusstseinsbildung und bessere Information. Müttern behinderter Kinder müsse zudem Druck genommen werden, diese abzutreiben. Zudem wollen alle Diözesen in Österreich im Juni kommenden Jahres in die Offensive gehen - mit einer „Woche für das Leben“.

Abtreibung als Recht?

Den Bischöfen bereiten die „vielen Abtreibungen“, die demografische Entwicklung und das „schwindende Bewusstsein für den Wert des ungeborenen Lebens“ seit der Einführung der Fristenregelung „große Sorgen“, heißt in einer Erklärung der Bischofskonferenz, die das Thema auch zum Schwerpunkt ihrer Herbstvollversammlung gemacht hat. Abermals Kritik gab es an der “öffentlichen Ehrung“ einer Abtreibungsklinik in Wien und an der geplanten rezeptfreien Einführung der „Pille danach“. Derzeit bestehe mancherorts das Bestreben, über die Straflosigkeit hinaus Abtreibung zu einem „Recht“ zu machen, so Schönborn.

Mord?

Weil die Kirche „auf der Seite des Lebens“ stehe, das „von seiner Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende“ nicht in der Verfügungsmacht des Menschen liege, bleibe es ihre Aufgabe, „die Stimme für das Leben zu erheben und sich insbesondere für die Schwachen einzusetzen“, meinen die Bischöfe. Durch Abtreibung werde ein schutzloser Mensch getötet, übersehen werde oft, dass auch die Mutter dabei Gewalt erfahre und sich gegen ihr Kind stellen müsse. Wörtlich betont die Bischofskonferenz: „Eine rechtliche Regelung, die Abtreibung legalisiert oder ermöglicht, kann daher nie die Zustimmung der katholischen Kirche finden. Das gilt auch für die österreichische Rechtslage.“

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