Damit hofft man, eine weitere Ausbreitung der Krankheit in der tibetisch geprägten Provinz Qinghai und im restlichen China zu verhindern, zumal sich schon sieben weitere Menschen mit der Lungenpest infizierten.
Bei dem ersten Toten handelt es sich um einen 32-jährigen Hirten, der offenbar von seinem Hund angesteckt wurde, sagen Gesundheitsexperten.
Der Hund wiederum erkrankte, nachdem er ein infiziertes Murmeltier gefressen hatte. Als der Hirte seinen Hund unter die Erde brachte, bissen ihn Hundeflöhe – drei Tage später war der Mann tot.
Stadt ist abgeriegelt
Da auch Nachbarn und Verwandte mit ihm Kontakt hatten, konnte sich die Lungenpest weiter verbreiten, was neue Todesopfer forderte, erläutert Wang Hu, Direktor der Seuchenkontrollbehörde von Qinghai. Seitdem herrscht Panik unter den Bewohnern, auch wenn die Behörden abwiegeln.
„Für Panik gibt es überhaupt keinen Grund“, beschwichtigt Liang Wannian, der stellvertretende Direktor des Krisenstabes. Dennoch wurden die Stadt und ihr Umland vorsichtshalber abgeriegelt und alle 10.000 Bewohner unter Quarantäne gestellt. Überwacht wird die Quarantäne von der Polizei mit Kontrollpunkten.
Viele Fluchtversuche
Denn Medienberichten zufolge hätten bereits einige Bewohner versucht, aus der Stadt zu fliehen. Allerdings ist unklar, ob ihnen diese Flucht auch gelang.
Die Stadt selbst bietet ein gespenstisches Bild, wie chinesische Zeitungen unter Berufung auf telefonische Aussagen von Bewohnern Ziketans berichten. Denn die Straßen sind menschenleer, die Geschäfte fast alle geschlossen. Die Preise für Lebensmittel und Desinfektionsmaterial hätten sich mittlerweile verdreifacht, klagen die Menschen. Versorgungsengpässe werden befürchtet.
Aus dem Gesundheitsministerium in Peking bekommt man dazu zu hören, dass die Furcht unbegründet und die Versorgung der Bevölkerung in der Region gesichert ist. Gesundheitsminister Yin Li hat sich an Ort und Stelle auch ein Bild von der Lage gemacht.
Zur Zeit arbeiten 140 Seuchenexperten an der Eindämmung der Lungenpest, mit der Quinhai in den letzten 60 Jahren bereits vier Mal zu kämpfen hatte.
60.000 Menschen sind bei der großen Pestepidemie im Jahr 1911 in der Nordostprovinz Heilongjiang gestorben. (kg)
Kein Schaffner in Sicht