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Wassermangel, Brände: Sommer der Krisen lähmt die Ewige Stadt

ROM. Jetzt ist auch noch der Direktor der Verkehrsbetriebe zurückgetreten – die ATAC-Gesellschaft steht vor dem Kollaps.

Wassermangel, Brände: Sommer der Krisen lähmt die Ewige Stadt

Ob der Probleme auch in Erklärungsnotstand: Stadtchefin Virginia Raggi Bild: APA/AFP/TIZIANA FABI

Bei einer Hitze von mehr als 35 Grad leitet Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi (39) eine Sondersitzung ihres Führungsgremiums. Von einem Urlaub kann die Stadtchefin der europakritischen Fünf-Sterne-Bewegung – sie ist jetzt ein Jahr im Amt – nur träumen.

Die Ewige Stadt ist eine komplizierte Stadt, schwer regierbar und beladen mit jahrzehntelangen Sünden und Schulden, die sich auf mittlerweile 13 Milliarden Euro belaufen. Doch in diesem Sommer scheinen sich die Krisen auf dramatische Weise zu häufen. Kaum konnte eine Wasserrationierung abgewendet werden, öffnet sich eine neue Front, die Nahverkehrsgesellschaft ATAC.

Die Verkehrsbetriebe sind wegen Ineffizienz, Korruption und Freunderlwirtschaft verschrien. Nun scheint dem Unternehmen das Geld auszugehen. Direktor Bruno Rota, den Raggi erst im April eingesetzt hatte, trat vergangene Woche zurück und warnte, dass die Lage im Unternehmen mit mehr als 11.000 Bediensteten katastrophal sei. Nicht weniger als elf Arbeitnehmerorganisationen haben bei ATAC das Sagen. Rota beschuldigt sie, sämtliche Bemühungen zur Modernisierung zu sabotieren.

Auch wenn eine tägliche achtstündige Wasserrationierung abgewendet werden konnte, der Mangel bleibt. Seit Monaten regnet es nicht mehr in der Ewigen Stadt. Der heiße Frühsommer und der regenlose Juli haben der Wasserversorgung stark zugesetzt. Bis 1. September kann aus dem nahen Bracciano See nur noch die Hälfte des Wassers gepumpt werden, das bisher entnommen wurde. Rom bezieht acht Prozent seines Wassers aus dem Bracciano See, dessen Pegel inzwischen 1,50 Meter unter dem normalen Wasserstand liegt. Umweltminister Gian Luca Galletti bemängelt, dass wegen veralteter Leitungen 44 Prozent des Wassers auf dem Weg zu den römischen Haushalten verloren gehen. Zum Vergleich: In Mailand sind es nur 16 Prozent.

Öko-Mafia als Brandstifter

Wasser braucht Rom dringend auch zur Brandbekämpfung. 100 Hektar Pinienwald im Park Castel Fusano bei Ostia, der als "grüne Lunge" Roms bezeichnet wird, sind durch Feuer zerstört worden. Nicht ausgeschlossen wird, dass hinter den Pyromanen die Öko-Mafia steckt. Diese zerstört Wälder in der Hoffnung, die Fläche könnte in Bauland umgewidmet werden.

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Artikel OÖN 01. August 2017 - 00:04 Uhr
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