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Tötungsdelikt von Viersen: Trennung "war ihr Todesurteil"

VIERSEN. Die deutsche Polizei hat Details zu einem Tötungsdelikt unter Jugendlichen in Viersen (Nordrhein-Westfalen) veröffentlicht, das seit Anfang der Woche für Debatten sorgt.

Ein 15-jähriges Mädchen ist im niederrheinischen Viersen Opfer eines tödlichen Messerangriffes geworden. Bild: David Young (APA/dpa/David Young)

Wenn Iuliana R. sich von ihm trenne, bringe er sie um, soll der 17-jährige Verdächtige Freunden angekündigt haben. Das schilderte der Leiter der Mordkommission, Ingo Thiel, am Donnerstag in Mönchengladbach.

Die 15-Jährige, die alle Iulia nannten, konnte es allerdings nicht mehr ertragen, dass er sie nur für sich haben wollte und sie keinen Kontakt mehr zu Freunden haben sollte. "Die Kleine wollte das nicht mehr. Sie hat sich zurückgezogen", sagte Thiel. "Das war ihr Todesurteil." Rund eine Woche nach der Trennung war das Mädchen rumänischer Herkunft tot. Erstochen wahrscheinlich von ihrem Ex-Freund in einem Park im niederrheinischen Viersen, wo der Bulgare dem Mädchen aufgelauert haben soll. Wir haben berichtet.

Der 17-Jährige, der seit zehn Jahren in Deutschland lebt, sitzt seit Mittwoch wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft und schweigt. Falsche Zeugenbeschreibungen hatten dazu geführt, dass die Polizei zunächst nach einem Mann mit nordafrikanischem Aussehen fahndete und ein 25 Jahre alter Türke unter falschen Verdacht geriet. Das habe zu einer Flut von Vorverurteilungen in den sozialen Medien geführt, sagte der Mönchengladbacher Polizeipräsident Mathis Wiesselmann: "Hasskommentare unterhöhlen das gesellschaftliche Miteinander." In dem Zusammenhang werde es vermutlich noch Ermittlungen geben.

Eine Freundin, die zufällig bei den Eltern von Iuliana war, gab den Ermittlern den entscheidenden Hinweis auf den Bulgaren, der der Polizei durch Gewalt- und Drogendelikte bekannt ist und seit zwei Jahren keiner Arbeit nachgeht. Beim Verdächtigen fanden die Ermittler Kleidung mit Blutspuren des Opfers. Selbst wenn er sich am Dienstag nicht gestellt hätte, hätte die Polizei ihn eine halbe Stunde danach gehabt, sagte Thiel.

Das Opfer hatte die Polizei mit Hilfe eines Flyers von einer Drogenberatungsstelle mit einer Terminnotiz identifiziert. Das Mädchen habe erst vor kurzem seine Schullaufbahn fortgesetzt, sagte Thiel. "Sie war auf einem guten Weg zurück ins Leben."

 

 

Anmerkung: Auf Grund vermehrter unsachlicher Postings wurde aus Rücksicht auf die Angehörigen die Kommentar-Funktion bei diesem Bericht gesperrt.

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Artikel nachrichten.at/apa 14. Juni 2018 - 15:01 Uhr
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