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"Sonntag der vier Päpste": Eine Million Pilger in Rom

VATIKAN. Papst Franziskus und Vorgänger Benedikt XVI. zelebrierten gestern gemeinsam die Messe zu Ehren von Johannes Paul II. und Johannes XXIII. auf dem Petersplatz in Rom.

"Sonntag der vier Päpste": Eine Million Pilger bei doppelter Heiligsprechung

Pilgermassen auf dem Petersplatz Bild: epa

Jubel und Tränen der Rührung: Eine Million Pilger, Gläubige und Touristen verfolgten gestern die dreistündige Heiligsprechung von zwei Päpsten, die Weltgeschichte geschrieben haben: Johannes Paul II. und Johannes XXIII.

Als katholisches Kirchenereignis der Superlative feierte Rom den "Sonntag der vier Päpste": Noch nie zuvor in der Kirchengeschichte hatte ein Pontifex in Anwesenheit eines emeritierten Vorgängers, Benedikt XVI., zwei weitere Vorgänger heiliggesprochen.

Benedikt XVI. konzelebrierte die Heiligsprechungsmesse. Am Beginn der Zeremonie wurde er von Papst Franziskus herzlich umarmt. Johannes Paul II. liegt Joseph Ratzinger (87) ganz außerordentlich am Herzen, dieser hatte ihn nach Rom geholt und die Glaubenskongregation leiten lassen.

In seiner Predigt würdigte Franziskus die neuen Heiligen als mutige Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts und Erneuerer der Kirche. Johannes Paul II. und Johannes XXIII. hätten den Herausforderungen ihrer Zeit ins Auge gesehen und dabei die Kraft des christlichen Glaubens bezeugt.

"Sie waren Priester, Bischöfe und Päpste des 20. Jahrhunderts. Dessen Tragödien haben sie erfahren, sind davon aber nicht überwältigt worden. Stärker war in ihnen Gott; stärker war der Glaube an Jesus Christus", betonte Papst Franziskus.

Weltweit zwei Milliarden Zuseher

Seine Vorgänger bezeichnete der Pontifex als "zwei mutige Männer, erfüllt vom Freimut des Heiligen Geistes". Der "Sonntag der vier Päpste" wurde zum globalen Medien-Event: Zwei Milliarden Katholiken auf der ganzen Welt verfolgten laut italienischen Medienberichten im Fernsehen, Kino oder Internet die feierliche Zeremonie auf dem Petersplatz.

Nach der Messe begrüßte Papst Franziskus die angereisten Staatsoberhäupter und Regierungschefs, darunter König Juan Carlos aus Spanien, Albert II. aus Belgien und Italiens Präsident Giorgio Napolitano. Österreich war durch Vizekanzler Michael Spindelegger (VP) vertreten.

Bad in der Menschenmenge

Danach fuhr Franziskus im Jeep durch die jubelnde Menschenmenge: "Francesco, Francesco!" riefen die Gläubigen dem Papst zu. Einige von ihnen warfen T-Shirts und Fahnen in das "Papamobil". Der Jeep hielt, um Roms Bürgermeister Ignazio Marino einsteigen zu lassen, dem der Papst für die Organisation des Großevents herzlich dankte.

 

Monarchen und Staatschefs im Vatikan

24 Staatschefs und Könige, zehn Premier und zahlreiche Minister nahmen laut Vatikan an der Zeremonie teil. Aus Polen, dem Heimatland von Johannes Paul II., reisten Präsident Bronislaw Komorowski sowie Friedensnobelpreisträger und Ex-Präsident Lech Walesa an. Die EU war mit Ratspräsident Herman Van Rompuy und Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso vertreten.

150 Kardinäle, 1500 Bischöfe und 6000 Priester aus aller Welt – darunter der langjährige Privatsekretär von Johannes Paul II., Kardinal Stanislaw Dziwisz – feierten auf dem Petersplatz gemeinsam mit den Gläubigen.

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Artikel 28. April 2014 - 00:05 Uhr
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