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Seilbahn blieb über dem Rhein stecken: Externer Gutachter soll Ursache finden

KÖLN. 65 Menschen mussten aus Notlage befreit und teilweise auf Schiffe abgeseilt werden.

Seilbahn blieb über dem Rhein stecken: Externer Gutachter soll Ursache finden

Spektakuläre Rettung aus den Gondeln über dem Rhein in Köln. Bild: APA/AFP/dpa/RAINER JENSEN

Es war ein spektakulärer Einsatz in großer Höhe: Die Feuerwehr musste am Sonntagnachmittag in Köln 65 Menschen aus einer Seilbahn über den Rhein retten.

Eine Gondel der Seilbahn hatte sich am Sonntagnachmittag um 15.23 Uhr verkeilt. Die Kölner Feuerwehr startete eine spektakuläre und in dem Ausmaß für sie noch nicht dagewesene Rettungsaktion. Da ein Großteil der Kabinen über dem Rhein festhing, mussten zahlreiche Fahrgäste aus großer Höhe auf ein Feuerwehrschiff abgeseilt werden.

Andere Passagiere wurden über Drehleitern vom Ufer oder der Zoobrücke aus der beängstigenden Lage gerettet. Ein Mann wurde vor Ort wegen Kreislaufproblemen behandelt, wie die Feuerwehr mitteilte. Verletzte habe es nach Angaben der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) nicht gegeben. Knapp fünf Stunden nach dem plötzlichen Not-Stopp der Kölner Seilbahn konnten die Retter alle 65 Insassen aus den Kabinen in Sicherheit bringen, darunter 20 Kinder und Jugendliche. Während der Rettungsarbeiten hatte die Schifffahrt auf dem Rhein unterbrochen werden müssen.

Seilbahn vorerst außer Betrieb

"Das Serviceseil hat sich an der Aufhängung der Maus-Kabine verfangen. Das Seil hat aus der Mitte einen weiten Weg nehmen müssen. Es hat rund 3,5 Meter überwinden müssen, um an der Gondel zu landen. Wie es dort hingekommen ist, wird nun zu klären sein", sagte gestern Jörn Schwarze, KVB-Vorstand bei einer Pressekonferenz. Die Werte ließen nicht unbedingt auf den Wind als Ursache schließen – gänzlich ausschließen wollte Schwarze das aber nicht.

Der TÜV Rheinland und ein externer Gutachter sollen nach der genauen Ursache suchen. Die Seilbahn bleibt vorerst außer Betrieb. Wann sie wieder fahren könne, sei noch unklar.

"Ich war heilfroh, als alle Fahrgäste wieder auf dem Boden unter uns waren. Das war eine tolle Leistung von allen Rettungskräften. Das zollt den Respekt der gesamten KVB", sagte Schwarze. Er richtete auch noch ein paar Worte an die betroffenen Kunden: "Insbesondere, wenn man bedenkt, dass dort Kleinkinder abgeseilt werden mussten, möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal bei allen Fahrgästen entschuldigen."

"So etwas ist noch nie passiert", sagte der Feuerwehrsprecher. Im Oktober 2014 war es zwar bei starkem Wind schon einmal zu einem Notfall an der Seilbahn gekommen. Damals musste aber nur eine Familie aus einer Gondel gerettet werden – Eltern und Kinder wurden damals auf ein Boot abgeseilt. Auch diesmal musste dieser Rettungsweg gewählt werden.

Eine Spezialfirma begann bereits am Sonntagabend, einen Kran aufzubauen, um die verkeilte Gondel zu bergen. Mithilfe eines Beleuchtungsfahrzeugs der Feuerwehr konnten die Spezialisten die ganze Nacht arbeiten – und die Kabine bis 4 Uhr erfolgreich verladen. Auch alle anderen 31 Gondeln der Seilbahn waren bis zu diesem Zeitpunkt wieder "eingeholt."

Kritik vom Wetterdienst

Während es für die Rettungskräfte durchwegs Lob gab, kam gestern auch erste Kritik an den Kölner Verkehrsbetrieben auf. Und zwar vom Klimabüro des Deutschen Wetterdienstes in Essen. "Es gab am Sonntag für Köln eine Windwarnung, die Messung am Kölner Flughafen ergab Windstärke Sieben. Ab Windstärke Acht ist Sturm", erklärte Thomas Kesseler-Lauterkorn. Den Wind als Ursache für den Seilbahn-Notfall auszuschließen, hält Kesseler-Lauterkorn daher für falsch.

Seilbahn seit 1957 in Betrieb

Die Kölner Seilbahn, auch Rheinseilbahn genannt, ist 935 Meter lang. Sie verbindet in Höhe der Zoobrücke die beiden Ufer des Flusses und wurde zur deutschen Bundesgartenschau im Jahr 1957 errichtet.

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Artikel OÖN 01. August 2017 - 00:04 Uhr
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