Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 25. November 2017, 01:10 Uhr

Linz: 3°C Ort wählen »
 
Samstag, 25. November 2017, 01:10 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Weltspiegel

Papst: "Ideologien dienen nicht den Menschen"

HAVANNA. Franziskus predigte gestern vor Hunderttausenden Kubanern auf dem Platz der Revolution.

Papst: "Ideologien dienen nicht den Menschen"

Franziskus wurde in Kubas Hauptstadt Havanna begeistert empfangen. Bild: Reuters

Papst Franziskus hat bei seinem Besuch im kommunistischen Kuba vor einer von Ideologie getriebenen Politik gewarnt. Vor Hunderttausenden Menschen betonte der Heilige Vater gestern in seiner Predigt auf dem Revolutionsplatz in Havanna, der Dienst am Menschen dürfe niemals ideologisch sein: "Denn man dient nicht Ideen, sondern man dient den Menschen", sagte er.

Zuvor rief das Oberhaupt der katholischen Kirche in einer Rede zur weiteren Annäherung an die USA auf und forderte Freiheit für die Arbeit der Kirche in dem kommunistischen Inselstaat.

Der Papst versprach, die Kirche werde "das kubanische Volk mit seinen Hoffnungen und Sorgen weiterhin unterstützen". Dazu müsse sie "in Freiheit" wirken können. Im Hinblick auf die jüngste Annäherung zwischen Kuba und den USA rief Franziskus dazu auf, "den Weg fortzusetzen" und zum "Vorbild der Aussöhnung für die gesamte Welt" zu werden.

"Das US-Embargo ist grausam"

Staatschef Raúl Castro bezeichnete das seit 1961 bestehende US-Handelsembargo gegen den Karibikstaat als grausam und forderte dessen rasche Aufhebung. "Die Blockade verursacht große Entbehrungen für die kubanischen Familien, ist grausam, unmoralisch und illegal", sagte er bei der Begrüßung.

Die auch auf Vermittlung des Vatikans erfolgte Annäherung samt Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit den USA könne nur "ein erster Schritt sein". Auch die US-Militärbasis in Guantánamo müsse zurückgegeben werden.

Der Argentinier ist der dritte Papst in 17 Jahren, der Kuba besucht. Am Flughafen Havanna wurde Franziskus von Staatschef Castro und Erzbischof Jaime Ortega begrüßt. Eine Gruppe von Kindern überreichte dem Papst Blumen. Dieser absolvierte die Begrüßung ohne seine Kopfbedeckung, die der Wind wegwehte.

Kurzes Treffen mit Fidel Castro

Getroffen hat Franziskus gestern auch den greisen Revolutionsführer und früheren Staatschef Fidel Castro. Laut Vatikan dauerte das "sehr vertraute und formlose Gespräch" in der Residenz Castros 30 bis 40 Minuten. Auf Franziskus’ Besuchsprogramm stehen neben Havanna auch Besuche in Holguin und Santiago. Morgen wird der Pontifex in die USA weiterreisen.

Kommentare anzeigen »
Artikel 21. September 2015 - 00:05 Uhr
Weitere Themen

Freiheit nach 39 Jahren für Mörder, der keiner war

Kalifornien: Gouverneur begnadigte 70-Jährigen.

Haftstrafe für Ex-Paralympics-Star Pistorius mehr als verdoppelt

PRETORIA / BLOEMFONTEIN. Südafrika: 13 Jahre und fünf Monate Gefängnis für den 31-Jährigen, der 2013 seine ...

Radfahrer erlitt bei Sturz tödliche Kopfverletzung

GAMING. Ein 63-jähriger Pensionist ist am Donnerstag in Gaming (Bezirk Scheibbs) mit seinem Fahrrad ...

Yoko Ono mahnt erneut ab: Bar soll nicht "John Lemon" heißen

HAMBURG. Die Künstlerin und John-Lennon-Witwe Yoko Ono geht erneut juristisch gegen den Hamburger ...

Mehr als 230 Tote bei Anschlag auf Moschee in Ägypten

KAIRO. Bei einem der schwersten Anschläge der vergangenen Jahre in Ägypten sind mindestens 235 Menschen ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!