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Papst: "Ideologien dienen nicht den Menschen"

HAVANNA. Franziskus predigte gestern vor Hunderttausenden Kubanern auf dem Platz der Revolution.

Papst: "Ideologien dienen nicht den Menschen"

Franziskus wurde in Kubas Hauptstadt Havanna begeistert empfangen. Bild: Reuters

Papst Franziskus hat bei seinem Besuch im kommunistischen Kuba vor einer von Ideologie getriebenen Politik gewarnt. Vor Hunderttausenden Menschen betonte der Heilige Vater gestern in seiner Predigt auf dem Revolutionsplatz in Havanna, der Dienst am Menschen dürfe niemals ideologisch sein: "Denn man dient nicht Ideen, sondern man dient den Menschen", sagte er.

Zuvor rief das Oberhaupt der katholischen Kirche in einer Rede zur weiteren Annäherung an die USA auf und forderte Freiheit für die Arbeit der Kirche in dem kommunistischen Inselstaat.

Der Papst versprach, die Kirche werde "das kubanische Volk mit seinen Hoffnungen und Sorgen weiterhin unterstützen". Dazu müsse sie "in Freiheit" wirken können. Im Hinblick auf die jüngste Annäherung zwischen Kuba und den USA rief Franziskus dazu auf, "den Weg fortzusetzen" und zum "Vorbild der Aussöhnung für die gesamte Welt" zu werden.

"Das US-Embargo ist grausam"

Staatschef Raúl Castro bezeichnete das seit 1961 bestehende US-Handelsembargo gegen den Karibikstaat als grausam und forderte dessen rasche Aufhebung. "Die Blockade verursacht große Entbehrungen für die kubanischen Familien, ist grausam, unmoralisch und illegal", sagte er bei der Begrüßung.

Die auch auf Vermittlung des Vatikans erfolgte Annäherung samt Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit den USA könne nur "ein erster Schritt sein". Auch die US-Militärbasis in Guantánamo müsse zurückgegeben werden.

Der Argentinier ist der dritte Papst in 17 Jahren, der Kuba besucht. Am Flughafen Havanna wurde Franziskus von Staatschef Castro und Erzbischof Jaime Ortega begrüßt. Eine Gruppe von Kindern überreichte dem Papst Blumen. Dieser absolvierte die Begrüßung ohne seine Kopfbedeckung, die der Wind wegwehte.

Kurzes Treffen mit Fidel Castro

Getroffen hat Franziskus gestern auch den greisen Revolutionsführer und früheren Staatschef Fidel Castro. Laut Vatikan dauerte das "sehr vertraute und formlose Gespräch" in der Residenz Castros 30 bis 40 Minuten. Auf Franziskus’ Besuchsprogramm stehen neben Havanna auch Besuche in Holguin und Santiago. Morgen wird der Pontifex in die USA weiterreisen.

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Artikel 21. September 2015 - 00:05 Uhr
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