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Öl sprudelt weiter, doch BP-Chef Hayward nahm an Segelregatta teil

LONDON. Der wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko unter Beschuss stehende BP-Chef Tony Hayward sorgte mit seiner Teilnahme an einer Yacht-Regatta in seiner englischen Heimat für Empörung.

Das Öl sprudelt weiter, doch BP-Chef Hayward nahm an Segelregatta teil

Hier wäre sein Einsatzort, im Golf von Mexiko – stattdessen ging Tony Hayward in England segeln. Bild: Reuters

Es war eine harte Woche für BP-Chef Tony Hayward: Das Ölleck im Golf von Mexiko ist noch immer nicht repariert und sein Auftritt vor dem US-Kongress war wenig überzeugend. Und so lenkte sich Hayward am Samstag, dem 61. Tag der größten Umweltkatastrophe in den USA, mit einem noblen Segeltörn in England ab – für den Chor der Kritiker eine Unverschämtheit.

Malerischer kann man sich den Sonnenaufgang an der Isle of Wight nicht vorstellen: Dutzende Yachten zogen Samstag früh mit gesetzten Segeln hinaus aufs klare, blaue Wasser des Solent – inmitten der glitzernden Sonnenreflexe und bei perfekten Windverhältnissen beteiligte sich auch die Yacht „Bob“ an dem noblen Wettsegeln der JPMorgan Vermögensverwaltung. An Bord: Niemand geringerer als Mitbesitzer Tony Hayward, der eigentlich Tausende Meilen entfernt im Golf von Mexiko die BP-Ölkatastrophe beseitigen soll.

Der Ausflug sei „einer der wenigen privaten Momente“ mit seinem Sohn, bemühte BP sich rasch, den aufkommenden Zorn jener US-Politikern zu besänftigen, die ihn zum Sündenbock des Desasters machen wollen. Er sei „immer auf dem Laufenden“. Doch zu dem Zeitpunkt hatten Paparazzifotos des extrem unentspannt wirkenden Hayward – vermummt mit Baseballkappe, Daunenjacke und Sonnenbrille – schon weltweit Empörung provoziert.

Es sei offensichtlich, dass „Tony es geschafft hat, in sein altes Leben zurückzufinden, um ihn mal zu zitieren“, ätzte Barack Obamas Stabschef Rahm Emanuel im Fernsehen. Richard Shelby, Senator für Alabama, nannte Haywards Segeltrip gar den „Gipfel an Arroganz“. Tatsächlich scheint der ohnehin für unsensible Äußerungen bekannte BP-Manager geradewegs ins nächste Fettnäpfchen gesegelt zu sein: Auf die vielen US-Berufsfischer, die seit Wochen auf dem Trockenen sitzen und von BP nur schleppend Ausgleichszahlungen erhalten, muss Haywards frische Wochenendbrise wie Hohn wirken. Ein Barbecue oder ein WM-Abend mit dem Sohn hätte wohl kaum so viel Empörung produziert wie der Törn um die Isle of Wight. „Ich halte es für ausgeschlossen, dass Tony eine zweite Karriere als PR-Berater macht“, lästerte Präsidenten-Berater Rahm Emanuel.

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Artikel von Jasmin Fischer, London 21. Juni 2010 - 00:04 Uhr
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