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"Massensterben im Mittelmeer Schande für Europa"

ROM. Mehr als 10.000 Flüchtlinge sind seit Samstag von Italiens Küstenwache im Mittelmeer gerettet worden – und der Flüchtlingsstrom vor allem aus Libyen nimmt kein Ende.

Bild: OÖN

Im vergangenen Jahr kamen rund 170.000 Flüchtlinge über Italien in die Europäische Union (EU). Mehr als 3400 überlebten allerdings die gefährliche Überfahrt nicht. Erst vor wenigen Tagen dürften, wie berichtet, erneut 400 Flüchtlinge beim Untergang ihrer Boote ertrunken sein. Vorerst gelten sie noch als vermisst.

Nach dieser neuerlichen Katastrophe kommt jetzt heftige Kritik von Caritas-Präsident Michael Landau. "Das massenweise Sterben im Mittelmeer ist eine Schande für Europa", sagte er gestern. "Will die EU glaubwürdig bleiben, muss sie dringend eine auf Menschenrechten basierende, gemeinsame Strategie zum Flüchtlingsschutz umsetzen." Denn, "wer Schleppern das Handwerk legen will, muss Menschen auf der Flucht die Möglichkeit geben, legal Europa zu erreichen".

Die UN hat Europa gestern aufgerufen, Rettungseinsätze im Mittelmeer zu verstärken. Das neuerliche Unglück demonstriere, "wie wichtig eine robuste Seenotrettung im zentralen Mittelmeer ist", sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres. Es sei bedauerlich, dass die italienische Operation "Mare Nostrum" zur Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge ohne hinreichenden Ersatz ausgelaufen sei. "Das UN-Flüchtlingshilfswerk appelliert an alle Regierungen der betroffenen Region, der Rettung von Menschenleben Priorität einzuräumen", sagte Guterres.

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Artikel 16. April 2015 - 00:04 Uhr
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