Die letzten geplanten Manöver im Kampf gegen das Ölleck im Golf von Mexiko werden voraussichtlich um einen Tag verschoben. Die von Experten "Static Kill" genannte Aktion, bei der Schlamm und Zement in das Bohrloch von oben gepresst wird, müsse wahrscheinlich auf Dienstag verlegt werden, sagte der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen, am Freitag.
Als Grund nannte Allen, dass sich unerwartet Gestein in der Entlastungsbohrung gefunden habe. Das müsse zunächst beseitigt werden. Dies dauere voraussichtlich 24 Stunden. Entsprechend verzögere sich der Beginn des "Static Kill". Etwa fünf bis sieben Tage nach diesem Manöver soll damit begonnen werden, die außer Kontrolle geratene Quelle quasi von unten zu stopfen, indem über die Entlastungsbohrung Zement in sie gepumpt wird. Mit diesem "Bottom Kill" soll dann das Loch endgültig gestopft werden.
Die Regierung will in den nächsten Tagen außerdem eine Aufstellung veröffentlichen, in der die geschätzte Menge des ausgeflossenen Öls der gesammelten, abgeschöpften und abgefackelten Menge gegenübergestellt werden soll. "Wir müssen wissen, wie viel noch da draußen ist", so der Einsatzleiter.
Gute Nachrichten gab es unterdessen für Süd-Florida, die Inselkette der Florida Keys und die Ost-Küste: Nach Berechnungen der US-Wetter- und Klimabehörde NOAA werden diese Gebiete voraussichtlich von der Ölpest verschont bleiben. Grund sei, dass der Ausfluss des Öls seit Mitte Juli gestoppt sei und eine "Loop Current" genannte Strömung, die rund um Florida und bis zur US-Ostküste verläuft, noch weit vom Öl entfernt sei, sagte NOAA-Chefin Jane Lubchenco.
Im US-Staat Idaho begann unterdessen ein erstes Schadenersatzverfahren im Zusammenhang mit der Ölpest. Anwälte von Ölfirmen und Opfern stritten dabei über die Zulassung einer Sammelklage und den Prozessort. Opferanwalt Russ Herman sprach sich für ein Verfahren im Bundesstaat Louisiana aus. Die Vertreter der vier verklagten Firmen verlangten dagegen einen Prozess in Houston, der Hauptstadt des "Ölstaates" Texas.
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