Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Dienstag, 16. Jänner 2018, 18:32 Uhr

Linz: 4°C Ort wählen »
 
Dienstag, 16. Jänner 2018, 18:32 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Weltspiegel

Hurrikan Maria verbreitet Schrecken in der Karibik

BAIE-MAHAULT. Zwei Wochen nach Irma sind die Inseln in der Karibik erneut von einem Hurrikan der höchsten Kategorie fünf bedroht worden.

Hurrikan Maria Bild: NASA (Reuters)

"Maria" traf in der Nacht auf Dienstag auf der Insel Dominica mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Stundenkilometern auf Land, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA (NHC) mitteilte. Auf Guadeloupe und in der Dominikanischen Republik gab es Evakuierungen.

Innerhalb weniger Stunden wurde Maria von Kategorie zwei schrittweise auf die höchste Kategorie fünf hochgestuft. Damit handle es sich um einen "potenziell katastrophalen" Wirbelsturm, warnte das NHC in Miami. Wenig später traf "Maria" auf Dominica auf Land. Dort wurden Flughäfen und Häfen geschlossen und alle verfügbaren Notunterkünfte in Betrieb genommen. In sozialen Online-Netzwerken berichteten Inselbewohner über umgestürzte Bäume und Strommasten, starken Regen und Überschwemmungen. "Ich weiß nicht, wie viele Menschen starben, wir wurden brutal von Hurrikan Maria getroffen", sagte Regierungschef Roosevelt Skerrit laut einem Bericht des TV-Senders TeleSur am späten Montagabend (Ortszeit).

Hohe Wellen, Sturmfluten, Erdrutsche

Das NHC riet den Leeward-Inseln, zu denen das französische Überseegebiet Martinique, das US-Außengebiet Puerto Rico sowie die britischen und US-Jungferninseln gehören, sich auf hohe Wellen, Sturmfluten und Erdrutsche einzustellen. Von der Insel St. Lucia wurden bereits Überschwemmungen, Erdrutsche und Stromausfälle gemeldet.

Auf der französischen Insel Guadeloupe wurden vorsorglich mehrere Gebiete evakuiert. Dort galt die höchste Sturmwarnstufe violett, alle Einwohner wurden aufgerufen, drinnen Schutz zu suchen. Auf Martinique waren nach Angaben des Versorgers EDF 16.000 Haushalte ohne Strom. Air France, Air Caraibes und Corsair sagten ihre Flüge von und nach Martinique und Guadeloupe ab.

Das Katastrophenschutzzentrum der Dominikanischen Republik ordnete für Dienstag und Mittwoch vorsorgliche Evakuierungen an. Davon seien insbesondere Gebiete im Norden des Urlaubslandes betroffen, hieß es.

Der Leiter einer Hurrikan-Taskforce der britischen Armee, Chris Austin, sagte: "Wir bereiten uns auf das Unerwartete vor, wir planen für das Schlimmste." Die niederländische Marine erklärte im Kurzmitteilungsdienst Twitter, Soldaten seien auf dem Weg zu den kleinen Inseln Saba und St. Eustatius, um dort für Sicherheit zu sorgen.

Zusätzliche Soldaten entsendet

Frankreichs Innenminister Gerard Collomb hatte am Sonntag die sofortige Entsendung von 110 zusätzlichen Soldaten des Zivilschutzes und Hunderter weiterer Einsatzkräfte angekündigt. Da Guadeloupe bisher die Logistikzentrale für die Hilfslieferungen an die von Hurrikan Irma betroffenen Inseln gewesen sei, rechnete Collomb wegen Maria nun mit "großen Schwierigkeiten".

Die Regierungen in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden sehen sich seit dem Durchzug von Irma Vorwürfen ausgesetzt, sie hätten zu spät auf das Unwetter in ihren Überseegebieten reagiert. Für Unmut sorgten neben Stromausfällen sowie Trinkwasser- und Lebensmittelengpässen auch Plünderungen.

Irma hatte vor zwei Wochen in der Karibik schwere Zerstörungen angerichtet. Mindestens 40 Menschen starben. Anschließend wütete der Hurrikan im US-Bundesstaat Florida.

Nach neuen Angaben vom Montag starben dort mindestens 50 Menschen infolge des Hurrikans. Auf dem Festland von Florida seien 34 Menschen durch Irma ums Leben gekommen, teilten die Behörden mit. Bei dieser vorläufigen Bilanz wurden allerdings nicht die Opfer auf den Keys mitgezählt; auf der Inselkette vor Florida starben nach Angaben der zuständigen Bezirksverwaltung mindestens acht Menschen. Auch die acht Menschen, die in einem Altersheim bei Miami wegen Stromausfalls infolge des Sturms starben, wurden in der vorläufigen Bilanz noch nicht mitgezählt.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 19. September 2017 - 09:13 Uhr
Mehr Weltspiegel

13 Geschwister gefangen gehalten: Eltern offenbar streng religiös

LOS ANGELES. Schrecklicher Folterverdacht gegen ein Elternpaar in den USA: Die kalifornische Polizei hat ...

Papst: "Scham" angesichts von Missbrauch in katholischer Kirche

SANTIAGO de CHILE. Papst Franziskus hat bei seinem Besuch in Chile sein Mitgefühl mit den ...

Drama ging um die Welt: Fünfjährige erlag Hirntumor

Diese Geschichte ging um die Welt: Das fünfjährige Mädchen Braylynn Parker bekam Anfang Dezember die ...

Tankeruntergang - Ölteppich breitet sich aus

Shanghai. Nach dem spektakulären Tankerunglück vor der Küste Chinas hatten die Behörden zunächst beteuert, ...

Jahrzehnte schuldlos in Todeszelle - Mann traf seinen Richter

TOKIO. Es ist einer der erschütterndsten Fälle in der japanischen Justizgeschichte: Ein heute greiser ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!