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Historischer Besuch in Pearl Harbor

HONOLULU. 75 Jahre nach dem japanischen Angriff auf die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor besucht Japans Ministerpräsident Shinzo Abe am Dienstag den historischen Ort auf Hawaii.

Die USS Arizona versank beim Angriff der japanischen Kampfflieger. Bild: (APA/AFP/US NAVY/HO)

Gemeinsam mit US-Präsident Barack Obama will er der Toten des Angriffs gedenken. Damit wollen die beiden Politiker ein Zeichen der Versöhnung setzen - eine Entschuldigung hat Japans Regierung allerdings zuvor ausgeschlossen.

Es ist das erste Mal, dass ein japanischer Ministerpräsident Pearl Harbor besucht.

Japan hatte am 7. Dezember 1941 die in Pearl Harbor vor Anker liegende US-Pazifikflotte angegriffen und damit den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Ohne vorherige Kriegserklärung bombardierte die japanische Luftwaffe unter General Isoroku Yamamoto die US-Kriegsschiffe, die im Hafen vor Anker lagen.

Acht Schlachtschiffe in der sogenannten Battleship Row wurden versenkt oder stark beschädigt. In der zweistündigen Offensive wurden 2403 US-Soldaten getötet und mehr als 1100 weitere verletzt. Einen Tag später erklärten die Vereinigten Staaten Japan den Krieg. Wenig später erklärten wiederum Deutschland und Italien als Japans Verbündete den USA den Krieg.

Abe und Obama, der auf Hawaii geboren wurde und einen Großteil seiner Kindheit und Jugend dort verbrachte, werden das Wrack des Schlachtschiffs USS Arizona besichtigen, auf dem allein 1.177 Matrosen und Marinesoldaten starben. Die Überreste des am 7. Dezember versenkten Schiffs sind heute ein Mahnmal.

Im Vordergrund von Abes historischem Besuch steht die Würdigung der Opfer. Der konservative Politiker wird sich ebensowenig für den Angriff entschuldigen wie Obama das bei seinem ersten Besuch als erster amtierender US-Präsident in Hiroshima getan hat. Dort hatte Obama im Mai der Opfer der Atombombe gedacht, welche die USA am 6. August 1945 auf die japanische Stadt abwarfen.

Durch die beiden Atombomben auf Hiroshima und einen Tag später auf Nagasaki wurden 100.000 Menschen sofort getötet. Bis heute leiden tausende Menschen unter den Spätfolgen der nuklearen Verseuchung. Wenige Tage später kündigte der japanische Kaiser Hirohito die Kapitulation an. Somit stehen Pearl Harbor und Hiroshima für Anfang und Ende des Krieges zwischen den USA und Japan.

Knapp vier Wochen vor der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump kommt dem Treffen von Abe und Obama eine besondere Bedeutung zu. Trump hatte im Wahlkampf teils widersprüchliche Aussagen über seine künftige Asien-Politik gemacht. Er deutete an, die Bedingungen zu überprüfen, unter denen rund 50.000 US-Soldaten in Japan stationiert sind. Zudem stellte er das Transpazifische Freihandelsabkommen TPP in Frage. Ferner kritisierte er Obamas Besuch in Hiroshima scharf. Andererseits war Abe der erste ausländische Regierungschef, den Trump nach seinem Wahlsieg traf.

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Artikel nachrichten.at/apa 26. Dezember 2016 - 16:34 Uhr
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