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Das Heilige Jahr beginnt im Zeichen der IS-Bedrohung

ROM. Riesenaufwand für Sicherheit in Rom und im Vatikan.

Das Heilige Jahr beginnt im Zeichen der IS-Bedrohung

Papst Franziskus im April bei der offiziellen Ankündigung des Heiligen Jahres, das morgen beginnen wird. Bild: AFP

Mit der Eröffnung der Heiligen Pforte im Petersdom anlässlich der Messe am morgigen 8. Dezember beginnt im Vatikan das "Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit", das erste im Pontifikat von Papst Franziskus und im Zeitalter der IS-Terrordrohung. Dieses bis 20. November laufende Heilige Jahr verspricht einen Rekord aufzustellen, nicht nur was Veranstaltungen und Pilgerzahlen, sondern auch was Sicherheitsvorkehrungen betrifft.

Waren die Maßnahmen zur Sicherheit bereits in den vergangenen Monaten rund um den Vatikan verschärft worden, so haben die Präsenz von Polizei und Carabinieri sowie Kontrollen seit den Anschlägen in Paris nochmals zugenommen. Einige Politiker schlugen eine Verschiebung des Jubiläumsjahres vor, aber sowohl der Vatikan als auch die Regierung lehnten dies ab. Für die Sicherheit der Pilger würde eine Absage des kirchlichen Events ohnehin nichts bringen, meinte Roms zuständiger Stadt-Präfekt Franco Gabrielli. "Terroristen handeln nicht nach einem festen Kalender. Sie schlagen zu, wenn sie mit der Planung fertig sind", sagte Gabrielli.

2000 Sicherheitskräfte

Mit einem Riesenaufwand wollen die staatlichen Behörden Roms für die Sicherheit des Heiligen Jahres sorgen. 2000 Militärs und Sicherheitskräfte werden täglich im Einsatz sein. Sie sollen unter anderem 150 Punkte der Stadt bewachen, die als "besonders sensibel" eingestuft werden, angefangen mit der Wohnung des Papstes im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Über der Stadt soll ein Flugverbot gelten, besondere Gefahren sehe man durch Drohnen.

Der Islamische Staat (IS) hat Rom schon länger im Visier. Als er 2014 sein "Kalifat" ausrief, verkündete er, dieses Zentrum der Christenheit erobern und "die Kreuze zerbrechen" zu wollen. In seiner Propaganda verbreitete er Fotomontagen mit der schwarzen Fahne auf dem brennenden Kolosseum oder auf dem Obelisken vor dem Petersdom.

Ob die Terrorangst die Millionen Pilger aus der ganzen Welt davon abhalten wird, anlässlich des Jubiläumsjahres nach Rom zu reisen, ist fraglich. Roms Hotelierverband klagte allerdings bereits über Stornos von Urlaubern aus dem Ausland nach den Anschlägen in Paris. "Die Menschen haben Angst. Sollte dieser Kriegszustand andauern, rechnen wir mit weiteren Stornos", fürchtet Roberto Necci, Präsident des regionalen Verbands der Hoteliers.

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Artikel 07. Dezember 2015 - 00:04 Uhr
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