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Beton dichtet 73.000 Quadratmeter Meeresboden vor Fukushima ab

FUKUSHIMA. Zweieinhalb Wochen, bevor sich die Atomkatastrophe von Fukushima zum ersten Mal jährt, lässt AKW-Betreiber Tepco mit einem neuen Plan aufhorchen. Er will den Meeresboden vor dem havarierten Kraftwerk mit Beton abdichten.

Beton dichtet 73.000 Quadratmeter Meeresboden vor Fukushima ab

Zumindest auf den Bildschirmen des Tepco-Überwachungszentrums ist das AKW Fukushima Daiichi unter Kontrolle. Bild: Reuters

Die Betondecke am Meeresboden vor Fukushima Daiichi soll 60 Zentimeter dick und 73.000 Quadratmeter groß sein – so riesig wie zehn Fußballfelder. Mit dieser Maßnahme soll eine weitere Kontaminierung des Ozeans verhindert werden, sagte gestern eine Tepco-Sprecherin. Bei Messungen in der Bucht vor dem AKW seien erst vor wenigen Tagen „relativ hohe Konzentrationen radioaktiver Stoffe im Meeresboden“ festgestellt worden.

Durch ein verheerendes Erdbeben und den anschließenden Tsunami war das AKW Fukushima Daiichi am 11. März 2011 schwer beschädigt worden. Vor allem in den ersten Wochen und Monaten nach der Katastrophe gelangte Radioaktivität in die Umwelt und radioaktives Wasser ins Meer. Zehntausende Menschen mussten die verstrahlten Gebiete um das Kraftwerk verlassen. Die Folgen belasten Japan bis heute, das Krisenmanagement der Regierung und vor allem der Betreiberfirma Tepco sind nach wie vor Gegenstand heftiger Kritik.

Erst vor wenigen Tagen beschloss die Regierung, Tepco weitere Milliarden an Staatshilfen zu gewähren. Mit zusätzlichen 689,4 Milliarden Yen (6,73 Milliarden Euro) soll der angeschlagene Konzern den massiven Entschädigungszahlungen nachkommen können. Damit beläuft sich die Summe der bewilligten Steuergelder bereits auf mehr als 1,5 Billionen Yen.

Erst fünf Prozent weggeräumt

Die Folgen der Katastrophe sind noch längst nicht beseitigt. Die Regierung gab erst dieser Tage bekannt, dass erst fünf Prozent des Schutts des damaligen Unglücks weggeräumt worden sind. Das Beben und die anschließende Flutwelle hatten alleine in den am schwersten betroffenen Regionen fast 23 Millionen Tonnen Schutt zurückgelassen.

Ungeachtet aller Solidaritätsaufrufe stößt die Beseitigung dieser Trümmer auf Schwierigkeiten. Behörden im ganzen Land weigerten sich, Schutt der Katastrophenregionen in ihren Deponien aufzunehmen, weil sie radioaktive Verstrahlung befürchteten. Eigentlich plant die Regierung, die Tsunami-Trümmer bis März 2014 zu beseitigen. Sollte die Entsorgung weiter so schleppend vorankommen, sei das Ziel „extrem schwer“ einzuhalten, warnte Umweltminister Hosono.

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Artikel 23. Februar 2012 - 00:04 Uhr
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