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OÖN-Test Tastaturen: Microsoft gegen Apple

Die beiden bekannten Computerfirmen Microsoft und Apple bieten ihren Anwendern auch maßgeschneiderte Tastaturen an. Wir vergleichen diese im Test.

Krieg der Mäuse: Wer quietscht zuletzt?

Apple gegen Microsoft: Das Klischee der Konkurrenz ist uralt und eigentlich abgelaufen. Wirkliche Rivalen sind die zwei Firmen nur noch in Teilbereichen. Es überwiegt die Zusammenarbeit. Einige Konkurrenzbereiche gibt es aber nach wie vor, und während Apple mit dem iPod Erfolge feiert, bietet Microsoft in den USA den Zune an. Ähnlich ist es bei Tastaturen: Apples neue Aluminium-Tastatur gibt es bei jedem größeren Elektrofachmarkt zu kaufen, Microsofts Mäuse und Keyboards sind sogar noch weiter verbreitet. Das Microsoft-Set kostet etwa 100 Euro; Apple verlangt für Tastatur und Maus hingegen 150 Euro (Funkausführungen). Ist das teurere Set aber auch das bessere?

 

1. Test: Microsoft Laser Desktop 7000

Microsoft hat gerade ein neues Set namens „Wireless Laser Desktop 7000“ vorgestellt. Das aus Tastatur und Maus bestehende Set kostet gut 100 Euro und funktioniert ohne Kabelverbindung zum PC. Dies wird über eine Funkverbindung ermöglicht: Ein kleiner USB-Stecker dient als Empfänger, die beiden Eingabegeräte senden auf 2,4 Gigahertz. Der Strombedarf des Sets wird bei der Tastatur durch Alkalibatterien (zwei AA Mignonzellen) und bei der Maus durch einen Akku gedeckt (eine AAA Microzelle). Microsoft liefert die notwendigen Batterien und den Akku mit. Auch eine Ladestation für die Maus liegt bei. Die Geräte sind recht genügsam: Während unseres einwöchigen Tests müssen wir die Maus kein einziges Mal neu aufladen (tägliche Nutzung für ca. 4 Stunden).

 

Gute Ergonomie, mäßige Verarbeitung

Geradezu vorbildlich geht Microsoft mit dem Thema Ergonomie um: Die Tastatur ist nicht nur speziell geformt (wie eine Banane), sondern weist auch eine Handballenauflage auf. Die Finger haben es dadurch leichter, die jeweiligen Tasten zu erreichen; man braucht auch die Hände nicht zu verrenken. Die Belastung wegen der eigentlich unnatürlichen Arbeitshaltung reduziert sich so auf ein Minimum. Weniger glücklich sind wir mit der Verarbeitungsqualität der Tastatur. Der Druckpunkt der „normalen“ Tasten (sprich: das Tippgefühl) ist zwar sehr gut, die Spezialtasten ganz oben auf der Tastatur machen einen ungleich schlechteren Eindruck. Der Rand der Tastatur ist aus durchsichtigem Plastik und beherbergt zusätzlich drei weitere Tasten, deren hübsches Aussehen die schwere Bedienbarkeit nicht ändern kann. Mit der beiliegenden Software kann man vielen Tasten spezielle Funktionen zuweisen. Im Arbeitsalltag erweist sich das als sehr praktisch.

 

Opulenter Look, echte Arbeitsgeräte

Design ist immer eine Geschmackssache. Sowohl die Tastatur als auch die Maus von Microsoft sind eher opulent ausgefallen. Die silbern glänzende Zierleiste der Maus ist sicher nicht jedermanns Sache. Rein technisch hat die Maus klare Vorzüge: Der Sensor verwendet nicht rotes Licht, sondern eine unsichtbare Frequenz. Zudem arbeitet er sehr genau und gibt sich auch mit schlechten Mauspads oder Tischflächen zufrieden. Seine Position ist jedoch ungewohnt: Er befindet sich nicht oben in der Mitte, sondern links beim Handballen. Dass das Scrollrad auch seitwärts als Taste funktioniert, ist ein weiterer Pluspunkt. Negativ fällt auf, dass die linke Maustaste „quietscht“. Dies ist kein Scherz: Wir wissen darum, dass im Normalfall nur echte Mäuse quietschen. Die Microsoft’sche Computermaus darf hier als Besonderheit gelten. Zu den Zusatztasten im Daumenbereich hat man nur schwerlich Zugriff, ein echter Bonus sind sie nicht. Für Linkshändler ist die Maus nicht geeignet.

 

2. Test: Apples Keyboard und „Mighty Mouse“

Auch Apple setzt bei Tastatur und Maus auf ein spezielles Design. Die Opulenz Microsofts ist jedoch nicht Apples Fall. Es herrscht große Schlichtheit vor. Die Tastatur ist ungewohnt flach und verwendet die gleichen Tasten wie die Modelle in Apples Laptops. Die Tastaturausführung mit Funk ist auch genauso klein wie ein Notebook-Keyboard und kostet 79 Euro. Ein Ziffernblock fehlt hier, was wir für fragwürdig halten. Die Kabelausführung ist 30 Euro günstiger und weist einen Ziffernblock auf. Das Tippen auf Apples Tastatur ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Eine ergonomische Anordnung der Tasten sucht man hier vergeblich. Die solide Verarbeitung ist dafür ein großer Pluspunkt, wenn auch eine Taste unseres Testgeräts etwas hängt. Wie auch bei Microsoft gewöhnt man sich schnell an die Funktionstasten und möchte sie bald nicht mehr missen. Übrigens: Sollte der eigene Rechner kein Bluetooth-Modul haben, muss man eines anschaffen (Kostenpunkt etwa 10 Euro), weil Apple diesen Funkstandard verwendet. Unter Windows funktioniert Apples Tastatur leider genauso wenig wie die Maus.

 

Hübsch und innovativ, problematische Maus

Mäuse sind bei Apple ein problematisches Thema. Jahrzehntelang weigerte sich die Firma, den eigenen Mäusen eine zweite Taste zu spendieren. Auch ging mitunter Aussehen vor Funktionalität: Um die Jahrtausendwende konstruierte man eine kreisrunde Maus, bei der man kaum erspüren konnte, wo oben und unten war. Auch wenn dies nun Geschichte ist und Apples aktuelle Maus (69 Euro wireless, sonst 49 Euro) mit den alten Mankos aufgeräumt hat, gibt es grundsätzliche Probleme. Zum einen ist die Maus extrem wählerisch, was das Mauspad angeht. Nutzt man ein billiges Mauspad oder eine nackte Tischfläche, springt der Cursor sehr leicht unvermittelt durch die Gegend. Auch gleitet die Maus viel schlechter als diejenige von Microsoft. Die Auflösung des Sensors ist mäßig. Dafür hat sich Apple einige innovative Dinge einfallen lassen: Anstatt eines Scrollrads gibt es einen kleinen Ball, der auch nach links oder rechts scrollen kann. Die linke und rechte Maustaste arbeiten mit einem berührempfindlichen Sensor um festzustellen, ob es sich um einen Links- oder Rechtsklick handelt. Mechanisch gibt es nur eine Taste.

 

Fazit: Apple für daheim, Microsoft für die Arbeit

Das Match Microsoft gegen Apple geht somit unentschieden aus. Das Aussehen der Apple Geräte gefällt uns zwar persönlich besser, dafür bleibt Apple hinsichtlich grundsätzlicher Funktionen hinter Microsoft zurück (Druckpunkt, Ziffernblock, Maus-Auflösung). Apple bietet mehr Innovation, Microsoft mehr Opulenz. Apples Funkset kostet ein Drittel mehr als dasjenige Microsofts. Die Verarbeitungsqualität ist dafür besser, vor allem bei der Tastatur. Wenn man wirklich viel tippt, sollte man Microsofts Set wählen. Gefällt einem Apples Ästhetik und verwendet man die Eingabegeräte eher zu Freizeitzwecken, kann man aber ruhig zu Apples Set greifen. (tw)

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Artikel 10. November 2008 - 14:14 Uhr
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