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OÖN-Test: Nokia 5800 XpressMusic

Das 5800 XpressMusic ist Nokias späte Antwort auf das iPhone und ein exzellentes Musikhandy, dessen Bedienung dem Apple-Handy aber nicht ebenbürtig ist.

5800 2

Bild:

Das iPhone war ein großer Wurf – wer das nicht von Anfang an wusste, stellt dies nun immer wieder anhand neuer Konkurrenzhandys fest. Diese haben es noch immer nicht geschafft, in Punkto Berühr-Bedienung mit Apples Kreation gleichzuziehen.

 

Nokias erstes Touchscreen-Handy

Dennoch ist Nokias 5800 XpressMusic (ca. 390 Euro) ein Spitzenhandy, wenn es darum geht, durchdachte Telefon- und Multimediafunktionen in einem Gerät zu vereinen. Nokia hat durchaus Anleihen beim iPhone genommen, die aber auf eigenständige Weise in das 5800 eingebunden. Ein Beispiel: Das iPhone lässt sich anhand eines Sliders am Bildschirm des Geräts aktivieren, Nokia hat in sein 5800 einen hardwareseitig ausgeführten Slider eingebaut, der sich auf der rechten Seitenleiste des Handys befindet.

 

Stylus inkludiert, aber selten nötig

Beim Einlegen der SIM-Karte fällt der Blick auf den Stylus, der sich aus der rückseitigen Plastikabdeckung ziehen lässt. Wird er tatsächlich benötigt? Die Antwort lautet gottlob „nur selten“. Nokia dürfte viel Zeit damit verbracht haben, sein Handy-Betriebssystem auf das 5800 anzupassen und eine Bedienung mit dem Finger zu ermöglichen. Die Eingabe von Ziffern und Buchstaben erfolgt über einen Touchscreen-Ziffernblock, der sich zu einer vollständigen Tastatur umschalten lässt, wenn das Handy um 90 Grad gedreht wird (eingebauter Kippsensor). Die Texteingabe klappt gut: Der Berühr-Bildschirm ist zwar weniger sensibel als beim iPhone, dafür verzichtet Nokia auf die (auf dem iPhone so lästigen) automatische Korrektur der eingegebenen Worte.

 

Nur drei Tasten dank Touchscreen

Aufgrund der Touchscreen-basierten Bedienung kommt das Handy mit nur drei Tasten auf der Vorderseite aus. Auch die Seitenränder sind nur spärlich belegt, wobei Nokia eine tolle Auswahl getroffen hat: Auf den Auslöser für die Kamera und die Lautstärkeregelung für den Mp3-Player will wohl niemand verzichten. Beide, Kamera und Mp3-Player, präsentieren sich als ausgereifte Vertreter ihrer Gattung. Fotos gelingen dank der 3,2 Megapixel Auflösung, des integrierten Blitzes und der rasch reagierenden Software (kaum Verzögerung nach Drücken des Auslösers) recht gut

 

Tadellos umgesetzter Mp3-Player

Der wichtige Mp3-Player überzeugt mit seiner guten Kompatibilität, der einfachen und übersichtlichen Bedienung und nicht zuletzt guten Klangqualität. Dank des standardisierten 3,5 Millimeter Kopfhöreranschlusses lässt sich beinahe jeder Ohr- oder Kopfhörer dieser Welt anschließen. Die mitgelieferten Ohrhörer klingen sehr gut, ihr Kabel ist aber etwas zu wenig geschmeidig und lässt sich nicht leicht genug biegen. Die eingebauten Stereolautsprecher sind eher ein nettes Gimmick als ein unverzichtbares Merkmal. 8 Gigabyte Speicherplatz auf der mitgelieferten microSD-Karte reichen auch für recht stattliche Musikbibliotheken.

 

Kein „Cover Flow“ wie auf dem iPhone

Die Multimedia-Funktionen profitieren von technischen Ausstattungsmerkmalen wie dem eingebauten Kippsensor: Wird das 5800 um 90 Grad gedreht, stellt sich auch die Bildschirmdarstellung auf den längsseitigen Darstellungsmodus um. Schade ist nur, dass der Mp3-Player nicht über Apples „Cover Flow“-Ansicht verfügt. Das Spiel „Bounce“ macht von der längsseitigen Darstellung den ausgiebigsten Gebrauch: Der Spieler steuert eine rote, einen Hang hinabrollende Kugel - durch Berührung des Bildschirms, nicht durch den Kippsensor. Das Spiel zeigt deutlich die Grenzen des damit überforderten Handys (ruckeliger Ablauf) auf. Sehr gelungen ist das Diktiergerät, dessen Dateien problemlos vom Handy kopiert und am PC archiviert werden.

 

Portabler, bessere Akkulaufzeit als iPhone

Das 5800 ist ein ausgezeichnetes Musikhandy mit gut funktionierendem Berühr-Bildschirm, eine Revolution am Handymarkt wird es aber nicht einläuten. Nokias hat sein bestehendes Betriebssystem gut angepasst, aber nichts wirklich Neues erfunden. Eine Aura des Besonderen wird bei der Bedienung des 5800 nicht spürbar. Dafür ist das Handy leichter und etwas kleiner als das iPhone – und damit wesentlich portabler. Auch die bessere Akkulaufzeit spricht für das 5800. Apples Touchscreen bleibt mit seiner Glaskonstruktion und innovativen Steuerung weiterhin ungeschlagen.

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Artikel Von Thomas Widter 19. Januar 2009 - 15:01 Uhr
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