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OÖN-Test: LG Prada-Handy II

Die zweite Auflage von LGs Prada-Handy bietet neben dem gewohnt guten Berührbildschirm eine vollständige ausklappbare Tastatur und eine 5-Megapixel Kamera.

prada II

Bild:

Dicker ist es geworden, LGs Prada-Modell. Das ist aber keine Alterserscheinung: Im Vergleich zum ersten Modell steckt auch deutlich mehr Technik im Gerät, WLAN hat ebenso Einzug gehalten wie eine zweite Kamera auf der Vorderseite des Handys (für Videokonferenzen). Gleich groß geblieben ist der Bildschirm (240 x 400 Pixel).

 

Bekannte Vorzüge der Prada-Serie

Die Vorzüge des ersten Prada hat LG übernommen, so wird das zweite Prada-Handy wieder mit einem Schiebe-Etui aus echtem Leder ausliefert, auch die Verpackung ist wieder sehr stilvoll ausgefallen. Das Layout der Bedienelemente ist ebenfalls nichts Neues, was aber kein Nachteil ist. Nach wie vor ist der Berührbildschirm das zentrale Bedienelement des Prada.

 

Entriegelung wie bei Apples iPhone

Er macht seine Sache gut, der Touchscreen: Das Prada II ist in dieser Hinsicht das Handy, das der Bedienqualität des iPhone am nächsten kommt. Im Gegensatz zu zahlreichen Konkurrenzmodellen verwendet das Prada II eine Bildschirmabdeckung aus Hartplastik, was gegenüber Folienkonstruktionen ein deutliches Plus beim Bediengefühl darstellt. Von Apple abgeschaut und gut umgesetzt ist die softwareseitige Entriegelung des Handys: Ein Symbol, das ein Schloss darstellt, muss eine Sekunde lang gedrückt werden, damit das Prada II den Bildschirm frei gibt.

 

Menüführung: Doppelt hält besser!

Die Menüführung ist doppelt ausgeführt, wobei die ausziehbare Tastatur festlegt, welche der beiden Menü-Layouts zum Einsatz kommt. Ist die Tastatur verborgen, verwendet das Handy den Berührbildschirm inklusive virtuellem Ziffernblock. Da der Touchscreen sehr sensibel reagiert, ist dieser Aspekt des Prada II sehr gelungen. Wird die Tastatur seitwärts (nach links) herausgeklappt, aktiviert das Handy eine animierte, gekippte Menüführung. Diejenigen Aufgaben, bei denen eine Verwendung der Tastatur am sinnvollsten ist, sind groß in einem dreidimensional dargestellten Kreis angeordnet und können mit einem Fingerstrich gedreht werden. Über eine Seitenleiste sind die restlichen Programme (bzw. Einstellungen) erreichbar.

 

Ausgezeichnete Hardware-Tastatur

Auf die Tastatur kann LG weitestgehend stolz sein, sie ist solide verarbeitet und ausgezeichnet bedienbar. Das Handy liegt stabil in den Händen, wenn der Tippende seine Daumen für die Eingabe verwendet. Einen Schönheitsfehler hat sie jedoch: Das Rufzeichen ist nur indirekt über die „Symbol-Eingabe“-Taste erreichbar, was insofern ein Mangel ist, als jedes erdenkliche andere Zeichen (wie etwa die geschwungenen Klammern und das Dollar-Symbol) deutlich leichter zugänglich sind.

 

Kamera: Gute Eckdaten, mäßige Fotos

Die Kamera überzeugt uns im Test trotz der hohen Auflösung von 5 Megapixel nicht. Zwar ist die Bedienung absolut vorbildlich, da die Displaydarstellung dem endgültigen Foto entspricht (keine Verzögerung oder Verschiebung wie bei vielen anderen Handys). Die Farben unserer Testfotos wirken aber nicht sehr lebendig – überraschender Weise, da die Darstellung am Handy-Display ganz anders aussieht (viel knalliger, weniger blaustichig). Die Schärfe unserer Testfotos ist ebenfalls nicht die beste.

 

Äußerst mangelhafter Mp3-Player

Wie sieht es mit dem Mp3-Player aus? Leider nicht sehr gut – hier hinkt LG der Konkurrenz um Längen hinterher. Zunächst warten wir 20 Minuten, um nur die Hälfte der mit einem Gigabyte recht kleinen mitgelieferten Speicherkarte (microSD) zu befüllen. Die mitgelieferten Ohrhörer lassen sich nicht am Handy selbst, sondern nur am Headset-Kabel anschließen. Die Menüführung ordnet die Songs selbst bei der Sortierung nach Alben alphabethisch und nicht nach der vom Künstler festgelegten Reihenfolge. Da schließlich die Klangqualität niedrig ist (poröser Sound, Knistern vor, nach und während der Wiedergabe), können wir den Mp3-Player nur als höchst mangelhaft einstufen.

 

Stärken bei Organizer-Funktionen

Einige weitere Zusätze sind Geschmackssache. So etwa der Bildschirmschoner, der allerlei modische Aufnahmen von Menschen mit ansprechenden Kleidungsstücken darstellt. Wir selbst können damit nur wenig anfangen, obwohl wir das Aussehen Prada II selbst gut finden. Aus diesem Grund schmälern die Fotos des Bildschirmschoners in unseren Augen die Zielgruppe des Handys. Toll sind die spannend klingenden Ruftöne, gut gelungen sind auch die Verwaltungsprogramme wie der Kalender und das E-Mail Programm. Dass LG „Multi-Touch“ ins Prada II integriert hat (Fotos können durch „Auseinanderziehen“ vergrößert werden) erfreut den Anwender ebenfalls sehr.

 

Fazit: Hoher Preis, klare Mängel

Insgesamt ist das Prada II ein toll aussehendes Handy mit guten Organizer-Funktionen, das visuell viel bietet und das meist in guter Qualität. Wer das Handy aber wegen der Musikfunktion kauft, wird enttäuscht sein. Angesichts des stolzen Preises von derzeit 540 Euro (Mittelwert, ohne Vertragsbindung) wiegen solche Frustrationen leider schwer.

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Artikel Von Thomas Widter 22. Januar 2009 - 12:56 Uhr
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