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UE Megaboom gegen Teufel Boomster im OÖN-Test

Im Vergleich zweier Bluetooth-Lautsprecher um 300 Euro trifft deutsche Wertarbeit auf kalifornisches Lebensgefühl.

UE Megaboom gegen Teufel Boomster im OÖN-Test

Bild: Teufel

Mit dem Smartphone ist auch unsere Musik mobiler geworden. Immer mehr Hersteller bieten deshalb drahtlose Lautsprecher an, mit denen die Party dort stattfindet, wo der Hörer sich gerade befindet. Der Markt hat sich in den vergangenen zwei Jahren rasant entwickelt. Bei ihrer Einführung 2013 hatte die UE Boom leichtes Spiel, die noch überschaubare Konkurrenz zu übertönen. Mit knalligem Aussehen, kompaktem Bierdosen-Format und für die Größe erstaunlichem Klang begeisterte der Lautsprecher auch uns im Test. Mittlerweile haben namhafte Hersteller wie Denon mit der Envaya-Reihe, JBL mit der Charge 2 oder Bose mit seiner Soundlink-Serie die Latte deutlich höher gelegt. Mit der größeren UE Megaboom möchte das kalifornische Unternehmen Ultimate Ears nun die Krone im Bereich der tragbaren Lautsprecher zurückerobern.

Die Megaboom sieht ihrer kleineren Schwester zum Verwechseln ähnlich. Mit gut 22 Zentimetern Höhe und 8,3 Zentimetern Durchmesser passt sie noch in die meisten Handtaschen, ist aber mit nicht ganz 900 Gramm schon etwas schwer. "Damit kann man fast jemanden erschlagen" war die erste Reaktion einer Kollegin. Trotz des wuchtigen Designs ist die Megaboom aber immer noch gut zu transportieren und nimmt auf dem Weg zur Strandparty nicht allzu viel Platz in der Badetasche in Anspruch. Am See oder Meer fühlt sich die Megaboom wie zu Hause, schließlich ist sie stoß- und wasserfest.

Deutlich traditioneller geht es der Boomster von Teufel an. Das deutsche Unternehmen, bekannt für seine bassstarken Heimkino-Anlagen, hat seinem großen Bluetooth-Lautsprecher ein klassisches Aussehen verpasst, das an die Boomboxen der Achtziger und Neunziger erinnern soll. Als weitere Hommage ist ein Radio integriert, allerdings wirkt die integrierte Wurfantenne etwas billig und passt nicht so recht zur ansonsten hochwertigen Verarbeitung der Box. Zwar sind die Anschlüsse des Boomsters mit Abdeckungen versehen, wegen des exponierten Subwoofers ist der Lautsprecher allerdings nicht so gut gegen die Elemente geschützt wie die Megaboom. Aufgrund der Größe und des Gewichts von fast dreieinhalb Kilo muss der Besitzer zudem deutlich kompromissbereiter bei der Gepäckswahl sein als beim Konkurrenten.

Bei der Akkulaufzeit hält die Megaboom mit 20 Stunden länger durch als der Boomster (16 Stunden), dessen Spieldauer kann dafür mit AA-Batterien um drei Stunden verlängert werden.

Klang

Den Klang des Boomsters kann man getrost mit "typisch Teufel" titulieren – er bietet ein grundsolides Bassfundament, aber dennoch klar definierte Mitten und Höhen. Wem der Bass zu stark ist, der kann den Subwoofer zudem in fünf Stufen regeln, so wird auch "Clair de Lune" von Claude Debussy zum Genuss. Generell ist der Boomster von keinem Genre überfordert, am wohlsten fühlt er sich aber im Elektronikbereich. Im Praxistest auf einer Party mit 15 bis 20 Personen wusste der Lautsprecher voll zu überzeugen. "Da braucht man wirklich keine Anlage mehr", sagte einer der Gäste – ein größeres Lob gibt es für einen Kompaktlautsprecher wohl nicht.

Etwas durchwachsen präsentiert sich das Hörerlebnis der UE Megaboom. Anders als der Boomster mit seinem dedizierten Subwoofer muss die Megaboom ihren Bass mit Hilfe zweier Passivradiatoren erzeugen, die deutlich schneller an ihre Grenzen stoßen. Um das zu kompensieren, hat Ultimate Ears den Lautsprecher sehr basslastig abgestimmt. Darunter leiden Mitten und Höhen, was einen teils matschigen Klang zur Folge hat. Zwar kann per Equalizer in der eigenen App geregelt werden, wirklich besser wurde das Hörerlebnis im Test dadurch nicht. Der Klang der Megaboom ist keineswegs schlecht, schwankt aber von Lied zu Lied zu sehr, um zu überzeugen.

Fazit

Wer einen robusten Lautsprecher für unterwegs sucht und keine allzu hohen Ansprüche beim Klang hat, wird mit der UE Megaboom glücklich werden. Wenn der Klang im Vordergrund steht und die Tragbarkeit nicht so wichtig ist, ist der Teufel Boomster die eindeutig bessere Wahl.


Technische Daten

UE Megaboom gegen Teufel Boomster im OÖN-Test

TEUFEL BOOMSTER

Abmessungen: 14,5 cm x 37 cm x 18 cm, Gewicht 3,35 kg

Akku: 4400 mAh, Laufzeit etwa 16 Stunden, Ladedauer 3 Stunden

Lautsprecher: 3-Wege-System mit aktivem Subwoofer, 96 dB/1m

Anschlüsse: Bluetooth 4.0 mit aptX-Codec, NFC, Stereo-Klinke

Besonderheiten: UKW-Radio, Ladeanschluss fürs Handy, wechselbarer Akku, Batteriebetrieb

Preis: 299,99 Euro

 

UE Megaboom gegen Teufel Boomster im OÖN-Test

UE MEGABOOM

Abmessungen: 22,6 cm x 8,3 cm, Gewicht 877 g

Akku: 3600 mAh, Laufzeit etwa 20 Stunden, Ladedauer 2,5 Stunden

Lautsprecher: Stereolautsprecher mit 2 Passivspulen, 90 dB/1m

Anschlüsse: Bluetooth 4.0, NFC, Stereo-Klinke

Besonderheiten: Wasserdicht (IPX7), Stativgewinde, konfigurierbare App

Preis: 299 Euro

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Artikel Leander Bruckbög 16. Mai 2015 - 00:04 Uhr
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