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Facebook löschte "Flowerrain" für Wiener Neujahrsbaby

WIEN. Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner sammelte mit einem sogenannten "Flowerrain"-Posting Tausende Likes und Glückwünsche auf Facebook. Am nächsten Tag war das Posting weg. Facebook dürfte es gelöscht haben.

Die Eltern Naime und Alper Tamgac mit ihrer Tochter Asel. Bild: KAV/Votava

Sie ist gerade einmal ein paar Stunden alt, liegt friedlich in den Armen ihrer Mutter, daneben sitzt ein strahlender, frischgebackener Vater: Das Bild der kleinen Asel ging am 1. Jänner 2018 durch die sozialen Medien. Sie ist das Wiener Neujahrsbaby, geboren um 0.47 Uhr in der Krankenanstalt Rudolfstiftung, 51 Zentimeter groß und 3460 Gramm schwer. 

Und kaum auf der Welt wurde das unschuldige Baby und seine Familie von einer Welle des Hass im Netz überschwemmt. Auf Facebook fanden sich unter Beiträgen von Medien hunderte hetzerische und rassistische Kommentare, die auf Religion und Herkunft der Familie Bezug nehmen und hier aus guten Gründen nicht wiederholt werden sollen. 

Juristen prüfen

Wie der ORF Wien berichtet, prüfen Juristen bereits einige Beiträge wegen des Verstoßes gegen den Verhetzungsparagraphen.  "Wenn man davon ausgeht, dass eine Menschenwürdeverletzung ausreichend ist, um diesen Tatbestand zu erfüllen, dann haben das einige Postings mit Sicherheit erfüllt und sind damit anzeigbar. Ob es dann zu einer gerichtlichen Verurteilung kommt, ist dann Aufgabe der Justiz", sagt Barbara Unterlechner von der Initiative "#GegenHassimNetz" gegenüber "Wien heute".

Anzeigen gegen die Poster wurden angekündigt. Die Strafverfolgungsbehörden in Wien sind bisher aber noch nicht mit dem Fall befasst, erfuhr die APA am Freitag. Weder bei der Staatsanwaltschaft Wien noch bei der Polizei wurden bis Freitag Anzeigen vorgelegt. Auch das Landesgericht für Zivilrechtssachen hatte nichts vorliegen - Experten hielten es für möglich, dass das Gericht eine Privatanklage in der Causa behandeln muss.

Facebook löschte "Flowerrain" für Wiener Neujahrsbaby

Eine wunderschöne Aktion hingegen hat Klaus Schwertner von der Caritas gestartet. Er will diese "völlig neue Dimension von Hass im Netz gegen ein unschuldiges Neugeborenes" nicht so einfach mitnehmen und rief via Facebook zu einem "flowerrain" (dt. Blumenregen, quasi das Gegenteil eines "Shitstorms") auf.

"Ich sammle hier jetzt Glückwünsche, nette Worte und Willkommensnachrichten für das entzückende Baby und seine Eltern. Diese Nachrichten möchte ich dann ausdrucken, binden lassen und der Familie übergeben", schrieb er am Mittwochabend. Binnen nur zwei Stunden (Stand um 20 Uhr) kamen mehr als 2.700 Menschen dieser schönen Aufforderung nach. 

Das Posting wurde offenbar in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von Facebook selbst entfernt. Der Inhalt verstieß auch nicht gegen die Community-Richtlinien des Netzwerkes. Gegen Freitagmittag ging das Posting wieder online. Warum es gelöscht wurde, wird nun ermittelt.

 

Die Meldung schaffte es aber bis in die "New York Times":

Videobeitrag von "Wien heute":

Die Organisation Netpeace engagiert sich gegen Hass im Netz und hat einige dieser Postings gesammelt:

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Artikel nachrichten.at 05. Januar 2018 - 11:07 Uhr
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