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FBI und Apple vertagen den Showdown

In drei knappen Sätzen beendet das US-Justizministerium eine potenziell epische Schlacht mit Apple vor den Gerichten. Die Staatsanwälte teilten darin mit, sie hätten "erfolgreich Zugang zu den Daten erhalten", die auf dem iPhone Syed Rizwan Farooks gespeichert waren.

FBI und Apple vertagen den Showdown

Datenschützer aus aller Welt sind schockiert und fordern ein Ende der staatlichen Spionage. Bild: Reuters

Damit werde die Mithilfe des Technologiekonzerns bei der Entschlüsselung "nicht länger benötigt".

Das FBI hatte bereits in der vergangenen Woche angedeutet, es habe von "dritter Seite" Unterstützung angeboten bekommen, die Sicherheitssperre des iPhones zu umgehen. Die Ermittler machten weder Angaben darüber, wie es gelang, das Gerät zu entschlüsseln, noch welche Informationen sie darauf vorfanden. In den Medien wird darüber spekuliert, bei der "dritten Seite" könnte es sich um die israelische Sicherheitsfirma Cellbrite in der Nähe von Tel Aviv gehandelt haben. Als möglicher Helfer kommt auch der Gründer einer Anti-Virus-Software-Firma in Frage. John McAfee hatte dem FBI bereits im Februar angeboten, das iPhone zu entschlüsseln. Denkbar sind auch zwei andere Varianten: Die Regierung könnte einen Apple-Mitarbeiter mit Insiderwissen davon überzeugt haben, mit dem FBI zusammenzuarbeiten. Schließlich beschäftigt die Bundespolizei eigene Experten, die vier Monate nach dem Terroranschlag einen Weg entdeckt haben könnten, die Passwort-Sperre zu umgehen.

Das Gesicht gewahrt

Ein wenig konspirativ ist die Idee, wonach das Justizministerium eine Niederlage vor Gericht vermeiden wollte. Die Behauptung, sie habe das iPhone selber geknackt, sei ein gesichtswahrender Ausweg gewesen. Apple hatte gewiss keinen Zweifel daran gelassen, den Streit um den Schutz der Privatsphäre bis zum obersten Verfassungsgericht der USA zu eskalieren. In einer Stellungnahme zu dem Rückzug der Staatsanwaltschaft erklärte der Konzern, der verlangte Einbau einer Hintertür in die Apple-Software hätte einen "gefährlichen Präzedenzfall" geschaffen.

Anwälte des Konzerns drängen nun darauf, von der Regierung Einzelheiten der Entschlüsselung des iPhones in Erfahrung zu bringen. Nach Ansicht von Rechtsexperten haben beide Seiten ein Showdown über die richtige Balance zwischen den Sicherheitsinteressen des Staates und den Freiheitsrechten der Bürger lediglich vertagt. Es gebe in Zukunft genügend Zündstoff für neue gerichtliche Auseinandersetzungen. "Das Justizministerium hat damit eine Chance verpasst", meint Eric Berg, der sich auf Streitfälle im Bereich der elektronischen Überwachung spezialisiert hat. Die Bitte um Mithilfe bei der Entschlüsselung des Telefons eines Terroristen, der 14 Menschenleben auf dem Gewissen hat, sei ein spannender Testfall gewesen.

Solidarität mit Apple

Software-Giganten wie Facebook, Google und Yahoo sowie Bürgerrechtler hatten sich mit Apple solidarisiert. Diana Pfefferkorn vom Stanford Center for Internet and Society zieht daher nun den Schluss, "die Gerichte sollten in Zukunft skeptisch bleiben, wenn die Regierung behauptet, es gebe keine andere Option, außer den Gerätehersteller zu Kooperation zu zwingen".

  

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Artikel Thomas Spang, Washington 30. März 2016 - 00:04 Uhr
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