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Emporia: Wider die digitale Spaltung

Der heimische Hersteller begleitet Senioren beim Einstieg in die Handywelt.

Emporia: Wider die digitale Spaltung

Eveline Pupeter freut sich über gute Verkaufszahlen. Bild: Emporia

Eveline Pupeter hat gut lachen. Die Chefin des oberösterreichischen Handyherstellers Emporia konnte diese Woche auf der IFA in Berlin einen Verkaufsrekord für das vergangene Geschäftsjahr verkünden. 600.000 Handys wurden verkauft, ein Drittel davon in Deutschland, 150.000 in Österreich. Als Grund für den Erfolg nennt Pupeter den Innovationsmut des Unternehmens, das simple aber ansprechend designte Handys für Senioren anbietet.

Heimat im Mittelfeld

Man hat sich mit allen Angeboten im Mittelpreissegment platziert. Eine gute Strategie, um sich nicht der Konkurrenz von High-Tech-Giganten wie Samsung und Apple auszusetzen. Auch im Billigsegment ist die Lage aufgrund der Dominanz chinesischer Hersteller schwieriger.

Als besonderen Auftrag sieht Pupeter nach eigenen Worten den "Kampf gegen die digitale Spaltung”. Ältere Personen sind oft von modernen Smartphones überfordert und fühlen sich bei der Benutzung allein gelassen. Emporia bietet für diese Zielgruppe vorwiegend simple Geräte ohne Internet an, so genannte Feature Phones. Diese wurden für die Bedienung durch ältere Personen optimiert. Die Tasten sind größer als bei herkömmlichen Geräten und das Display besser ablesbar. Seit 2015 bietet das Unternehmen auch ein auf die Zielgruppe abgestimmtes Smartphone an. Das emporiaSMART verfügt über Touchscreen und klassische Zifferntastatur. Ein Stift erleichtert die Eingabe am Touchscreen. Die zweite Generation des Handys war in Berlin noch nicht fertig, soll aber vor Weihnachten präsentiert und nächstes Jahr im Handel verfügbar sein.

Auf der IFA wurden heuer keine neuen Modelle präsentiert, dafür gibt es jetzt drei der beliebtesten Modelle in einer goldenen Farbvariante, das Classic, Flipbasic und Flip.

Besondere Neuheit geplant

Für den Mobile World Congress in Barcelona hat Pupeter eine besonders große Neuheit versprochen, Details dazu wollte sie aber noch nicht verraten. Es war aber herauszuhören, dass es sich um ein Gerät handelt, das Angehörigen dabei hilft, ältere Kunden zu unterstützen.

Schon jetzt haben Emporia-Geräte einen Notrufknopf integriert, der im Fall der Fälle die Angehörigen zu Hilfe ruft. Bis zu fünf Nummern werden angerufen, bis jemand abhebt.

Handyschule

Um den Käufer mit ihren Handys nicht alleine zu lassen, bietet Emporia seinen Kunden eine so genannte Handyschule an. In diesem Kurs lernen Handyneulinge für einen Unkostenbeitrag von 20 Euro den Umgang mit dem Mobiltelefon. Wer sich noch weiterbilden möchte, kann auch ein vertiefendes One-on-One-Coaching buchen.

Pupeter erhofft sich von den Schulungen eine bessere Kundenbindung: "Es nützt nichts, wenn ich dem Kunden ein Gerät verkaufe und er es anschließend nicht bedienen kann. So ein Käufer kommt nicht wieder."

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Artikel Leander Bruckbög 09. September 2017 - 00:04 Uhr
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