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Angestecktes Ladegerät ohne Handy, TV im Standby-Modus – was kostet das?

Elektrogeräte verursachen versteckte Stromkosten, vom Handy bis zur Waschmaschine.

Angestecktes Ladegerät ohne Handy, TV im Standby-Modus – was kostet das?

Ladegerät ausstecken kann Strom sparen, wenn auch nicht sehr viel. Bild: colourbox.de

Der Sohn des Hauses lässt sein Ladegerät stets an der Steckdose hängen, wenn er sein Handy fertig geladen hat. Die Mutter hat ihn schon etliche Male auf die resultierende Energie- und Geldverschwendung hingewiesen. Der Sohnemann indes meint, dass kein Strom fließt, wenn kein Handy angeschlossen ist. Wer hat recht?

Tragbare Elektrogeräte basieren auf Kleinspannung, um die Gefahr von Stromschlägen zu minimieren. Daher benötigt jedes Ladegerät für Handys oder ähnliche Geräte einen Transformator. Dieser ist seinem Namen gemäß für die Wandlung der Spannung zuständig. Die Netzspannung von 230 Volt wird in einem typischen Handy-Ladegerät auf 5 Volt transformiert. Selbst wenn kein Gerät angesteckt ist, hängt der Trafo noch am Netz und verbraucht ein wenig Energie. Laut EU-Vorschrift darf ein nicht angeschlossenes Ladegerät aber nicht mehr als 0,5 Watt verbrauchen. Die meisten modernen Ladegeräte unterschreiten diesen Grenzwert deutlich und liegen etwa bei 0,25 Watt. Die E-Control gibt den durchschnittlichen Strompreis in Österreich mit 14 bis zu über 23 Cent pro Kilowattstunde an. Der Einfachheit halber legen wir uns auf 20 Cent/kWh fest. Das ergibt für ein ununterbrochen angestecktes Ladegerät (ohne jemals ein Handy aufzuladen) Mehrkosten von 44 Cent pro Jahr. Mutter hat also recht, auch wenn der Betrag nicht sehr hoch ausfällt.

Das Aufladen eines Handys selbst ist etwas komplizierter zu berechnen und hängt stark von der Größe des verwendeten Akkus ab. Bei den gängigsten Modellen schwankt der Preis aber grob zwischen 75 Cent und 1,25 Euro pro Jahr, wenn das Handy jeden Tag einmal aufgeladen wird.

Standby für mehr Komfort

Neben angesteckten Ladegeräten gibt es einen weiteren stillen Stromfresser: den Standby-Modus, etwa bei TV-Geräten. Aus Komfortgründen haben Fernseher einen Bereitschaftsmodus, bei dem der Bildschirm ausgeschaltet, das Gerät aber bereit für Signale der Fernbedienung ist. Auch hier haben EU-Vorgaben und das Bewusstsein der Konsumenten geholfen, den Verbrauch zu senken. Die Marktführer Samsung und LG geben bei aktuellen Modellen einen Standby-Verbrauch von 0,5 Watt an. Das entspricht nach unserer Rechnung weiter oben etwa 88 Cent pro Jahr. Ob es sich lohnt, dafür den TV nach jedem Gebrauch auszustecken, muss jeder selbst entscheiden. Weit entscheidender für die Stromrechnung ist jedenfalls die Größe des Geräts. So verbraucht ein aktueller 65-Zoll-TV mehr als 200 kWh pro Jahr, während ein 32-Zoll-Modell im Bereich von 50 bis 60 kWh liegt. Der große Fernseher kostet im Dauerbetrieb also etwa 40 Euro pro Jahr, während der kleinere nur mit zehn bis zwölf Euro zu Buche schlägt.

Die Menge macht’s

In Summe kann der Standby-Modus aber dennoch relevant für die Stromrechnung sein. Denn neben dem Fernseher gibt es oft noch weitere Geräte, die auch ausgeschaltet Strom verbrauchen. Gleich in der Nähe des Fernsehers findet man oft die eine oder andere Spielkonsole und eine Stereo- bzw. Heimkino-Anlage. Ein Computer samt Monitor und Drucker wird meist auch nicht komplett vom Netz getrennt.

Zudem verfügen immer mehr Geräte über einen Standby-Modus, von denen man dies nicht erwarten würde. Der Herd mit Digitaluhr etwa, oder die Kaffeemaschine. Im Bad findet man eine elektrische Zahnbürste oder eine Waschmaschine mit Timer-Funktion. Ein Haushalt kommt so schnell auf zig Geräte, die konstant Strom verbrauchen.

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Artikel Leander Bruckbög 11. November 2017 - 00:04 Uhr
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