Die israelische Regierung verlangt Direktverhandlungen mit den Palästinensern, lehnt aber Zugeständnisse ab. Vizepremier Shalom nannte die palästinensischen Forderungen nach israelischem Siedlungsstopp im Westjordanland und eigenen Staat in den Grenzen von 1967 unerfüllbar. Davor hat die Palästinenserorganisation Hamas Präsident Abbas vor einem "Kniefall" vor Israelis und Amerikanern gewarnt.
Die von Abbas gestellten Bedingungen für eine Wiederaufnahme direkter Verhandlungen seien für Israel unannehmbar, unterstrich der Likud-Politiker und Ex-Außenminister Shalom im öffentlich-rechtlichen Radio. "Die Palästinenser glauben, sie könnten sich weigern, am Verhandlungstisch Platz zu nehmen, und abwarten, bis die Amerikaner genug Druck auf Israel ausüben, damit es Zugeständnisse macht", sagte er. Abbas hat direkte Verhandlungen mit Ministerpräsident Netanyahu bisher abgelehnt, solange Israel nicht den Siedlungsbau einstellt und die Grenzen von 1967 (vor dem Sechs-Tage-Krieg) als Grundlage für die Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates akzeptiert. Shalom schloss auch aus, dass die Verhandlungen wieder an dem Punkt aufgenommen werden, an dem sie Ende 2008 unter dem damaligen Regierungschef Ehud Olmert abgebrochen wurden.
Netanyahu hat sich am Dienstagabend zu einem Blitzbesuch in Jordanien aufgehalten, nachdem König Abdullah II. wenige Stunden zuvor mit Abbas konferiert hatte. Politische Beobachter stufen die Beziehungen zwischen Israel und Jordanien, die 1994 Frieden geschlossen hatten, derzeit als "gespannt" ein. Nach Angaben aus Regierungskreisen in Amman dauerte das Gespräch zwischen Netanyahu und dem König zwei Stunden und verlief "klar und aufrichtig", was in diplomatischem Jargon auf tiefgehende Meinungsverschiedenheiten hindeuten würde.
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