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Kirche 2.0: Social Media als „katholische Laienbewegung“

LINZ. Soziale Netzwerke eröffnen neue Wege der Kommunikation - auch in der Kirche. facebook und Co. werden zu einer „Bewegung der Laien“, ist Andrea Mayer-Edoloeyi von der Katholischen Aktion Oberösterreich überzeugt.

Barcamp

Bild: barcamp.at

Matthäus Fellinger, Chefredakteur der Linzer Kirchenzeitung, warnte in einem Pressegespräch auf Einladung des Oberösterreichischen Journalistenforums am Mittwoch aber auch vor Gefahren für einsame Menschen, sich im Netz zu verlieren.

Das Social Web sei beziehungsstiftend und „ganz im Sinne des Zweiten Vatikanums“, das vom „Priestertum aller Gläubigen“ spreche und den Einzelnen zur Verkündigung ermächtige, findet Mayer-Edoloeyi. Es solle nicht das Pfarrblatt oder die Kirchenzeitung ersetzen, biete aber die Möglichkeit der Kommunikation über Glaubensthemen. Man erreiche auch Leute, die sonntags nicht im Gotteshaus anzutreffen seien, oder könne Enttäuschten vor Augen führen, dass es durchaus engagierte Menschen in der Kirche gebe.

Vom Papst ermutigt

Papst Benedikt XVI. habe Christen in den vergangenen Jahren explizit ermutigt, in Social Media zu wirken, so Mayer-Edoloeyi. In Oberösterreich seien bereits mehrere katholische Einrichtungen, darunter zwölf Pfarren auf facebook aktiv. Hinzu kommen Communitys zu kirchlich relevanten Themen wie etwa für einen arbeitsfreien Sonntag oder gegen inhumane Abschiebungen.

Man dürfe bei allen Vorteilen aber eines nicht übersehen, warnte Fellinger: „Social Media ist ein Geschäft.“ Die Gesellschaft zersplittere in viele soziale Räume, in denen man körperlich nicht anwesend sei. „Aber der Mensch ist nicht denkbar, ohne dass er physisch da ist.“ facebook sei zwar verbindungsstiftend, die Qualität der Begegnung werde aber immer dünner. Fazit: Die Kirche sollte „dabei sein, aber mit kritischer Distanz“.

Domäne der Laien

Bisher scheint das Social Web eher eine Domäne der Laien zu sein. Kirchliche Würdenträger sind kaum vertreten. Während in der ersten Phase des Internets die Hierarchie in der Kirche „enorm überhöht“ gewesen sei - „man konnte rasch über Mail dem Vatikan etwas mitteilen oder jemanden anschwärzen“ -, sieht Fellinger nun eine „Rückeroberung“ des virtuellen Raumes durch die Basis.

Um virtuell aktiven Christen auch eine reale Austausch-Plattform zu bieten, laden das Kommunikationsbüro der Diözese und die Katholische Aktion am Samstag, dem 30. Oktober, zum ersten Barcamp mit dem Thema „Kirche und Social Media“ ins das Pfarrzentrum Marcel Callo in Linz. Ein Barcamp ist eine Open-Space-Veranstaltung. Dabei gibt es keine Zuschauer, sondern nur Teilnehmer. Jeder trägt etwas bei - quasi eine facebook-Gruppe in der realen Welt.

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Artikel nachrichten.at/apa 20. Oktober 2010 - 13:10 Uhr
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