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Ehrenhauser: "Bin unabhängiger Freigeist"

WIEN. Europa anders-Spitzenkandidat Martin Ehrenhauser will die EU "fundamental reformieren", sie müsse ein "globales Steuerungselement für mehr Gerechtigkeit werden". Ein Austritt komme aus "derzeitiger Sicht nicht in Frage".

Martin Ehrenhauser (Europa anders)

Martin Ehrenhauser (Europa anders) Bild: APA

Als EU-Abgeordneter will er die Zusammenarbeit mit den Bürgern verstärken und einen "partizipativen, modernen Abgeordneten" kreieren, sagt er im Interview mit der Austria Presseagentur.

Ehrenhauser, der als Student für das Liberale StudentInnen Forum (LSF) tätig war und 2009 für die Liste Martin ins EU-Parlament einzog, bezeichnet sich selbst als "unabhängiger Freigeist". In seiner Studentenzeit habe er "gewisse Dinge politisch ausprobiert", der Weg von Hans-Peter Martin zum Spitzenkandidaten für das Bündnis aus KPÖ, Piraten und Wandel, sei kein weiter: "Wenn man weiß, wie er wirklich inhaltlich gestanden ist, dann weiß man auch, dass der Schritt jetzt nicht weit ist", so Ehrenhauser.

Die Liste Martin habe sich "ganz klar gegen Rechts" positioniert. "Wie man jetzt zum BZÖ wechseln kann, zur Haider-Partei, ist mir eigentlich in keinster Weise nachvollziehbar", meint Ehrenhauser über seine ehemalige Mitstreiterin bei der Liste Martin, die nunmehrige BZÖ-Spitzenkandidatin Angelika Werthmann.

Für europaweite Vermögens- und Erbschaftssteuern

An der EU übt er starke Kritik und spricht sich für eine "fundamentale Reform" aus. "Für uns ist die Europäische Union ein Teil des Problems. Aber die Idee von einem gemeinsamen Europa ist Teil der Lösung." Die EU müsse sich bei "den großen Gegenwartsfragen engagieren", fordert Ehrenhauser. Dazu zähle vor allem die ungleiche Verteilung von Vermögen. Um das zu ändern, setze er sich etwa für europaweite Vermögens- und Erbschaftssteuern ein.

Um die Bürger und die Basis der Partei mehr in seine Arbeit als EU-Abgeordneter einzubeziehen, habe das Bündnis die gemeinsame Vision eines "modernen, partizipativen Abgeordneten". So könnten etwa online "Meinungsbilder" eingeholt werden und der Community die Möglichkeit gegeben werden, an Berichten und Abänderungsanträgen mitzuarbeiten oder eine Rede zu formulieren. Außerdem bekräftigt er seine Forderung nach mehr Demokratie auf europäischer Ebene: "Es kann nicht sein, dass diese Entscheidungen in irgendwelchen Hinterzimmern getroffen werden und dann nach unten delegiert werden."

"War aufgewühlt und wollte einfach irgendwas machen."

Die Idee zum Haftungsboykott-Protest, im Rahmen dessen er seit knapp vier Wochen auf der Straße gegen die Bankenrettung protestiert, "ist sicherlich aus einer sehr emotionalen Situation heraus entstanden", als die Einsparungen im Bildungsbereich angekündigt wurden. "Ich war aufgewühlt und ich wollte einfach irgendwas machen." Dass es nicht immer einfach ist, wenn man seinen Schlafplatz in die Öffentlichkeit verlegt hat, räumt er ein: "Diese fehlende Privatsphäre, das ist natürlich auch in gewisser Weise anstrengend." Bis zur EU-Wahl werde er nicht in seinem eigenen Bett schlafen, sondern weiter durch die Bundesländer ziehen und im Campingbus übernachten.

Ob es das Bündnis aus Piraten, KPÖ und der Wandel weiterhin geben wird, werde erst nach der EU-Wahl entschieden. "Es gibt natürlich jetzt schon viele, die sagen, toll, machen wir doch bitte weiter in der Zukunft". Den Einzug ins EU-Parlament hält er jedenfalls für realistisch: "Derzeit ist es möglich, dass wir einziehen, von dem gehe ich aus." Sollte das Bündnis den Einzug schaffen, will er sich der Europäischen Linkspartei anschließen.

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Artikel nachrichten.at/apa 09. Mai 2014 - 07:18 Uhr
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