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Anonymous "stolperte" über Daten von 600.000 Versicherten

INNSBRUCK, WIEN. AnonAustria veröffentlichte Mittwoch Abend alte Daten von Ministerien. Der Österreichableger von Anonymous soll auch im Besitz von 600.475 Daten von Kunden der Tiroler Gebietskrankenkassa sein.

Anonymous

Logo von Anonymous. Bild: apa/anonymous

Veröffentlicht via Twitter wurden offenbar alte Daten von Ministerien, eine Umfrage der Stadt Wien oder auch das Strahlenregister. Das Material dürfte aber nicht die Brisanz haben, wie jenes der Tiroler Krankenkasse (TGKK), das am Mittwoch in der Früh geleakt worden ist. AnonAustria dürfte die Daten durch Internetrecherche bekommen haben. "Das findet man durch eine einfache Suche bei Google", schrieben sie auf Twitter. Unter den 600.000 Datensätzen von Versicherten sollen auch die von Prominenten wie Schlagersänger Hansi Hinterseer, Schauspieler Tobias Moretti und Skifahrerin Nicole Hosp sein. "Eine Veröffentlichung der gesamten Datenbank ist ausgeschlossen", schreibt AnonAustria auf Twitter.

"Anzeige gegen unbekannt"

Die TGKK versuchte am Mittwoch, die Herkunft der Datensätze zu klären. Inzwischen wurde "Anzeige gegen unbekannt" erstattet, teilte Obmann Michael Huber mit.

Die doppelte Firewall der TGKK sei "nicht geknackt" worden, sagte Huber. Er schloss gleichzeitig aus, dass Krankengeschichten gehackt worden sein könnten. (Anmerkung: AnonAustria behauptete auch nie, die Daten gehackt zu haben).  Bei den betroffenen Daten würden der Name des Versicherten, dessen Sozialversicherungsnummer, die mitversicherten Personen sowie die Adresse bekanntgegeben. "Sobald wir genaueres über die Daten wissen, beginnen wir, die Betroffenen zu informieren", versicherte der TGKK-Obmann.

Es könnte sich um Datensätze handeln, die die Krankenkasse monatlich an Vertragspartner wie zum Beispiel Ärzte oder das Rote Kreuz weitergebe. Damit könne überprüft werden, ob jemand tatsächlich versichert sei. Nicht enthalten seien dabei Aufzeichnungen über Erkrankungen der 550.000 TGKK-Versicherten, beteuerte Huber.

Über die Daten "gestolpert"

Bereits am Vormittag hatten Fachleute der Landeskriminalabteilung Tirol der Gebietskrankenkasse einen Besuch abgestattet. "Im Moment tappen wir noch im Dunkeln", meinte Huber zur Frage über die mögliche Schwachstelle im Datentransfer. Es handle sich um eine "kriminelle Geschichte", auch wenn AnonAustria angeblich "zufällig" über die Datensätze gestolpert sei.

Inzwischen gingen laut TGKK-Direktor Heinz Hollaus Anrufe besorgter Versicherter ein, die ihre E-Card sperren lassen wollten. Auf der E-Card seien aber "keinerlei sensible Daten gespeichert". Sie diene lediglich dazu, beim Vertragspartner einen Leistungsanspruch nachzuweisen, betonte der Direktor.

Die Daten der Versicherten seien "nach dem neuesten Stand der EDV-Technik gesichert". Daten über Diagnosen, Medikamentenkonsum und Einkommensverhältnisse seien "bestmöglich geschützt". Die TGKK sei gesetzlich oder vertraglich verpflichtet, gewisse Daten an Körperschaften öffentlichen Rechts und Vertragspartner etwa zu Abrechnungszwecken weiterzugeben. Diese Weitergabe erfolge auf gesicherten Leitungen, alle Empfänger würden ebenfalls den strengen Datenschutzbestimmungen unterliegen, beteuerte der TGKK-Direktor.

"Schindluder"

Empört zeigte sich der Vater und Manager der Tiroler Skirennläuferin Nicole Hosp, Hans Hosp: Er sprach von "Wahnsinn". Entweder seien die Informationen schlecht gesichert gewesen oder es werde "Schindluder" getrieben. Das Veröffentlichen derartiger Daten "ist nicht lustig, ich verstehe nicht, dass das passieren kann", meinte er. (Anmerkung: Es wurden von AnonAustria keine Gebietskrankenkasse-Daten veröffentlicht. Die Gruppe gibt nur an, im Besitz der Daten zu sein). Tochter Nicole war am Mittwoch nicht in Österreich. Sie trainierte in der Schweiz.

Am Dienstag stellte AnonAustria die Daten von rund 25.000 Polizisten ins Netz. Laut dem Innenministerium stammen diese von einem polizeinahen Verein. AnonAustria behauptet via Twitter, dass die Informationen den Hackern "zugespielt" worden sind.

Links:

Tiroler Gebietskrankenkasse
AnonAustria auf Twitter

von airbase (852) · 28.09.2011 22:35 Uhr
.

die Lust auf eine neue serverfarm von Google steigt

(0)
von puschl40 (3118) · 28.09.2011 14:03 Uhr
Für viele Manager ist die EDV

aus mangelden Fachwissen nur ein Kostenfaktor und da wird auf Teufel komm raus gespart was das Zeug hält! Hauptsache das Managergehalt stimmt mit jährlicher 10%iger Erhöhung! Daher darf man sich nicht wundern wenn es für div. Hacker kein Problem ist an heikle Daten zu kommen! Die EDV-Verantwortlichen können sich da oft nicht wehren wenn der Sparefroh von oben kommt!! zwinkern

(8)
von sting (7533) · 29.09.2011 01:08 Uhr
puschl40: Wenn man gesetzlich verpflichtet ist,

Daten regelmäßig an andere Organistationen zu versenden, und diese Daten dann aus dem Büro der anderen Organistation gestohlen wird...
Was kann dann der zusständige EDV Manager dafür?

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Artikel nachrichten.at/apa 28. September 2011 - 20:50 Uhr
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