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Tops und Flops der Weltcupsaison - Hirscher überstrahlt alles

  • Österreichs Skidamen haben - gemessen an Podiumsplätzen - die schwächste Weltcupsaison seit mehr als zwanzig Jahren absolviert. 
  • Die ÖSV-Herren hingegen sind erfolgreicher durch den Winter gekommen als zuletzt. Rekordmann Marcel Hirscher überstrahlte wieder einmal alles.

Damen im Verletzungspech

Nur ein Sieg für ÖSV-Damen

Nur sieben Mal fand sich eine Österreicherin im Weltcupwinter auf dem Stockerl wieder, vor dem Riesentorlauf am Sonntag beim Finale in Aspen standen ein Sieg, zwei zweite und vier dritte Plätze in der Bilanz. Die verletzungsbedingten Ausfälle von Leistungsträgerinnen konnten nicht kompensiert werden.

Der Reihe nach fielen die regierende Riesentorlauf-Disziplinsiegerin Eva-Maria Brem (doppelter Unterschenkelbruch im linken Bein), Slalom-Ass Carmen Thalmann (Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie) und Speed-Spezialistin Cornelia Hütter (Riss des vorderen Kreuzbandes sowie Riss des Innen- und Außenmeniskus im rechten Knie) aus. Anna Veith gab erst Ende Dezember ihr Comeback, musste die Saison aber im Februar beenden und sich einer weiteren Knie-Operation (Patellarsehne) unterziehen.

Siege nach Athletinnen
11 Shiffrin
7 Stuhec
5 Gut
3 Worley
3 Brignone
2 Goggia
1 SCHEYER
1 Hansdotter
1 Vonn
1 Vlhova
1 Velez-Zuzulova
1 Weirather


Siege nach Nationen

12 USA
7 Slowenien
5 Schweiz
5 Italien
3 Frankreich
2 Slowakei
1 ÖSTERREICH         
1 Schweden 
1 Liechtenstein

"Unterm Strich zählen die Stockerlplätze und Siege und da waren wir natürlich nicht so gut aufgestellt", sagte Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum zur APA - Austria Presse Agentur. "Die Ziele waren natürlich wesentlich höher gesteckt, aber die haben sich mit den Verletzungen sehr stark geändert. Man musste sie revidieren."

Bei Zielsetzungen gehe es zum einen um die Entwicklung der Mannschaft, zum anderen, und das sei nach außen hin der wichtigste Teil, um die Topplatzierungen. "Es ist schon gut, wenn man Läuferinnen hat, die ganz vorne sind, dann kann man so manche Schwächen der Mannschaft kompensieren."

Die Entwicklung der Mannschaft sah er im Speedbereich gut, Läuferinnen wie Nicole Schmidhofer (Super-G-WM-Gold), Stephanie Venier (Abfahrts-WM-Silber) und Christine Scheyer (Weltcupsieg in der Abfahrt von Zauchensee) und ein paar andere hätten aufgezeigt, da sehe er noch viel Entwicklungspotenzial. Im Riesentorlauf merkte Kriechbaum positiv an, dass Stephanie Brunner das Fehlen von Brem und Veith "ein bisserl kompensieren konnte", auch wenn der große Erfolg noch ausgeblieben sei.

Im Slalom verzeichnete Kombi-WM-Bronzemedaillengewinnerin Michaela Kirchgasser viele Ausfälle, Bernadette Schild schaffte jedoch den Sprung in die Topgruppe und Katharina Truppe unter die besten 15. Neben den "Teilerfolgen" fiel auf, dass im Slalom insgesamt elf Damen gepunktet haben, womit viel Potenzial da sei.

Negativ bemerkenswert sind auch die Ausfälle. "Da müssen wir noch viel mehr ins Detail arbeiten, dass Läuferinnen, die das Potenzial haben, dann auch die Zielankunft sehen", erläuterte Kriechbaum. In der Kombination sei man mit einigen Läuferinnen im Mittelfeld drinnen. Die Damen-Nationencupwertung ging aber erstmals nach 18 Erfolgen en suite verloren, in keiner Disziplin wurde man Erster.

Für Schmidhofer hat es nach dem Kreuzbandriss im Jänner 2016 mit der Rückkehr in den Weltcup rasch geklappt, das wünscht sich der Damen-Chef auch für die derzeit Verletzten. "Wenn der Heilungsverlauf positiv fortschreitet, bin ich guter Dinge, dass Anna fitter, als sie es heuer war, zurückkommen kann", sagte der Damen-Chef über Veith. Bei Brem und Thalmann seien die Verletzungen im Frühwinter passiert, für die Rehabilitation sei sehr viel Zeit und es durchaus möglich, dass sie einigermaßen normal in die Saison starten können.

Im Europacup als Gesamtdritte und Gewinnerin der Super-G- und Kombinations-Wertung, sowie bei der Junioren-WM als Goldmedaillengewinnerin in diesen beiden Disziplinen aufgezeigt hat Nadine Fest. Laut Kriechbaum ist die Kärntnerin "ein enormes Talent mit großen Fähigkeiten auch im Riesentorlauf und Slalom".

Umstellungen im Trainerbereich sind nicht zu erwarten, die großen Änderungen passierten schon im vergangenen Jahr. Viel Arbeit wartet im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang. "Es ist von der Charakteristik her eine terrassenförmige Strecke mit vielen kurzen steilen Stücken und flachen Böden. Die Kurven sind meistens im Flachen", beschrieb Kriechbaum. Da sei es wichtig, den Ski ganz fein zu ziehen, Übergänge und Wellen zu schlucken und die Geschwindigkeit zu halten. "Das ist eine Schwäche bei vielen von uns, das versuchen wir zu beheben."

Die Salzburgerin Kirchgasser hat bereits bekanntgegeben, dass sie ihre Karriere um eine Saison fortsetzen wird, die Steirerin Elisabeth Görgl will bis Ende Mai eine Entscheidung treffen.

Neue Siegergesichter bei den Herren

Herren enteilten der Konkurrenz

Die ÖSV-Herren vergrößerten den Abstand in der Nationenwertung zu den Verfolgern Frankreich und Norwegen deutlich, vor dem abschließenden Slalom in Aspen standen elf Siege, 13 zweite und drei dritte Plätze zu Buche, in der Vorsaison waren es bei acht Einzelrennen mehr 8/13/8. Überragender Athlet war Marcel Hirscher.

Über die "größere Kluft" zu den Mitbewerbern freute sich Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher. "Das Gesamtbild zeigt, dass wir uns in eine gute Richtung entwickeln", sagte der Tiroler. Generell wünscht er sich aber mehr Konstanz, sowohl was jene in den Läufen betrifft - nur starke Teilzeiten in den Speedrennen seien zu wenig - als auch bei den Technikern jene über den gesamten Winter. Die Herren-Wertung im Nationencup wurde zum 25. Mal in Folge gewonnen.

Siege nach Athleten
HIRSCHER  6
Kristoffersen 5
Jansrud 5
Pinturault 4
REICHELT 2
Paris 2
FRANZ 1
MATT 1
MAYER 1
Mölgg 1
Fill 1
Straßer 1
Kline 1
Faivre 1
Sarrazin 1
Ganong 1
Hintermann 1
Myhrer 1


Siege nach Nationen

ÖSTERREICH 11
Norwegen 10
Frankreich 6
Italien 4
Deutschland 1
Slowenien 1
USA 1
Schweiz 1
Schweden 1

In der Abfahrt steuerten Routinier Hannes Reichelt und als Premierensieger Max Franz, der auch bei der WM Bronze eroberte, erste Plätze bei, im Super-G schlugen Matthias Mayer und Reichelt zu. "Die Mannschaft fährt schnell Ski, aber wir sind zu unkonstant, zu fehleranfällig, das ist ein Kritikpunkt, das müssen wir in den Griff bekommen", weiß Puelacher, wo es anzusetzen gilt.

In den technischen Bewerben überragte der nunmehr sechsfache Gesamtweltcupsieger Hirscher als Gewinner der Riesentorlauf- und Slalomkugel alles, mit Michael Matt gibt es im Torlauf aber auch ein neues Siegergesicht. Bei der WM jubelten jeweils hinter Hirscher im Riesentorlauf Roland Leitinger und im Slalom Manuel Feller über die Silbermedaillen.

"Im Riesentorlauf hat sich Leitinger entwickelt. Bei Feller ist es ein Auf und Ab, schön langsam stabilisiert er sich. Der Abstand zu den Franzosen hat sich verringert, wir gehören zu den Topnationen", sagte Puelacher. Im Slalom sei es das gleiche Spiel, da liegt das ÖSV-Team im Nationencup nach Disziplin wie in den zwei Speedbewerben aber an erster Stelle. "Noch etwas mehr Konstanz in die Mannschaft zu bekommen, ist das Ziel. Dann bin ich überzeugt, sind wir überall voll dabei."

Im Europacup eroberten Johannes Kröll (Abfahrt), Niklas Köck (Super-G) und Daniel Danklmaier (Kombination) Fixplätze für die nächste Weltcupsaison. Im Slalom war die Entscheidung noch offen. Auch mit der Junioren-WM durfte Puelacher zufrieden sein, Slalom-Gold gab es durch Adrian Pertl, Super-G-Silber und Abfahrts-Bronze durch Raphael Haaser. Auf dem Trainersektor dürfte es für die nächste Saison keine größeren Änderungen geben. Puelacher will aber Verschiebungen bei der Gruppeneinteilung der Athleten vornehmen.

Eine große Änderung kommt auf die Riesentorläufer zu, der Radius der Ski wird auf 30 Meter verkürzt. "Dafür braucht man gute Testtage, das kann man nicht auf Gletscherschnee machen. Da muss man in die südliche Hemisphäre denken, nach Neuseeland, Chile oder Argentinien. Es wird eine Challenge für uns", blickte Puelacher auf die Sommer-Vorbereitung.

Dass es wie bei der vorherigen Materialumstellung wieder einen Athleten wie damals den US-Amerikaner Ted Ligety geben werde, der die Szene dominiert, glaubt Puelacher nicht. "Es wird leichter, die Schwünge zu fahren, aber viel wird auch von der Kurssetzung abhängen."

Österreichs Herren-Chef kann sich vorstellen, dass wieder mehr Athleten aus dem Speedbereich in den Riesentorlauf zurückkehren, er denkt im eigenen Lager an Mayer, Vincent Kriechmayr und Hannes Reichelt, so es dessen Rücken zulässt.

Nicht mehr mit dabei sind im kommenden Winter Klaus Kröll, Georg Streitberger und Christoph Nösig, die ihre Karriere beendet haben.

Hirscher überstrahlt alles

Hirscher überstrahlt alles

Kjetil Jansrud zog den Hut, als Marcel Hirscher kurz vor 14.00 Uhr Ortszeit das Zeremonien-Podium betrat. Zum sechsten Mal in Folge erhielt der Salzburger Skirennläufer die große Kugel für den Gesamtweltcup. Sechs Rennen gewann er in der 51. Weltcup-Saison der Geschichte, neunmal wurde er Zweiter, einmal Dritter. "Essen mit dem Team, ein Bier und ein Cheeseburger", lautete sein nächstes Ziel.

Es gehe jetzt direkt in den Urlaub, erzählte Hirscher bei der finalen Pressekonferenz. "Das war es mit Skifahren. Für diese Saison - nicht mit dem Rennlaufen", fügte er schmunzelnd hinzu. Die Weichen sind auf eine weitere Saison gestellt, in der die Olympischen Spiele in Südkorea warten.

"Es kommt der Punkt, an dem du sagst, du lässt das Rennfahren und fährst nur noch zum Spaß. Entscheide ich mich dafür oder wähle ich den natürlichen Weg? Das wäre der, wenn dir die Jungen in den Arsch treten und du draußen bist aus dem Spiel." Einmal mehr wurde er gefragt, ob das der beste Hirscher sei. "Ich muss der Meinung sein, dass ich mich weiter verbessern kann, sonst killt das jede Motivation."

Der Fehler ein paar Tore vor dem Ziel des Slaloms und der verpasste 46. Weltcupsieg ärgerten Hirscher. "Es ist nicht der glücklichste Moment der Saison, aber der vierte Platz ist super. Es ist ein großartiger Tag, drei Kugeln sind in meiner Hand und drei Medaillen um meinen Hals." Zum sechsten Gesamtsieg ließ er jeweils den vierten im Riesentorlauf und Slalom folgen, bei der WM in St. Moritz gewann er die Goldmedaillen in beiden technischen Bewerben und Kombi-Silber.

"Sechs Jahre auf so einem hohen Niveau zu fahren, das habe ich noch nie gesehen. Und das wird es auch nicht mehr geben. Er macht alles mit einer Präzision, er lebt den Sport, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Er hat sich diese Erfolge auch verdient", sagte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum über seinen Vorzeigeathleten.

Der 28-jährige Hirscher hielt seine norwegischen Mitstreiter Kjetil Jansrud um 675 und Henrik Kristoffersen um 696 Punkte auf Distanz. Er stellte damit eine persönlichen Bestleistung auf, was den Vorsprung betrifft. Den Rekord hält übrigens seit 2001 der Salzburger Hermann Maier, als er 743 Punkte vor Landsmann Stephan Eberharter gewann.

 
 
Von nachrichten.at/apa, 20. März 2017

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„Da hirschler hod a Massnahmen klont.sjifohrn ist fad“ cochran Da hirschler hod a Massnahmen klont.sjif...

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