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Bild: (Weihbold)
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Endlich Frühling!

  • Vom Sichtbaren abgesehen verleiht der Frühling vor allem den Gefühlen Ausdruck.
  • Wie unterschiedlich das sein kann, darüber schreiben die Redakteurinnen und Redakteure der OÖN.

 

 

Es ist nichts, es ist Frühling

Peter Grubmüller
Ressortleiter Kultur

Peter Grubmüller, Ressortleiter Kultur

Weiche Luft, mächtiges Gezwitscher, ein Kribbeln wie Verliebtsein, ein tiefer Zug Zuversicht und Jogger entlang des Traunseeufers, die sogar lächeln.

Der Frühling ist nur am Rande ein Datum, bloß im Vorbeigehen eine Jahreszeit. Er ist eine Haltung, die uns die Natur impft. Morgens hell, nachmittags auch noch – und aus dem braunen Nichts sprießen bunte Patchworkdecken, die sich über den Pöstlingberg breiten.

Es fühlt sich an, als strecke sich die ganze Welt nach einer langen, traumlosen Nacht. Verglichen mit den einsamen Spazierwegen des Winters droht nun die Gefahr, über den Haufen geschlendert zu werden. Die ersten Hunde stürzen sich in die Donau, aber nur, um sich anschließend schütteln zu können. Das Herrchen mit früher Müßiggängerbräune macht ein hämisch fragendes „Nass geworden?“-Gesicht. Nein, es ist nichts, es ist Frühling.

 

Müde Knochen bewegen

Anneliese Edlinger
Redakteurin Politik

Anneliese Edlinger, Redakteurin Politik

Ich gebe es offen zu: Im Gegensatz zu jenen Kollegen, die schon vormittags davon schwärmen, wie toll das Joggen frühmorgens nicht wieder gewesen sei, gehöre ich ja zur Gruppe der bewegungsfaulen Zeitgenossen.

Aber wenn der Frühling ins Land zieht, und auf meiner Terrasse erste Krokusse ihr Köpfchen Richtung Sonne strecken, weckt sich auch in mir die Bewegungslust. Und diese erschöpft sich nicht in kurzen Shoppingtouren durch die Innenstadt – eine knallrote Hose samt buntem Blumenshirt nenne ich übrigens bereits mein Eigen.

Nein, am Wochenende geht es raus in die Natur. Wenn man noch dazu das Glück hat, im schönen Linz zu wohnen, drängt sich eine Wanderung im mühlviertlerischen Sternsteingebiet geradezu auf. Flott marschieren, tief durchatmen, die Ruhe im Wald genießen. Das gibt Kraft und macht glücklich.

Frühling
 
Bild: (Weihbold)

 

Trotzig in den Gastgarten

Dietmar Mascher
Stellvertretender Chefredakteur

Dietmar Mascher, Stellvertretender Chefredakteur

Es gibt viele Anzeichen für den keimenden Frühling: Skirennen interessieren keinen Menschen mehr, die Champions League geht ins Viertelfinale, in der Politik wird über Herbstwahlen spekuliert, und Michi Ehrenbrandtner von Burg Clam hat seine Gästeliste beisammen (übrigens wieder eine sehr feine).

Meine erste offizielle Frühlingstat ist das Streichen der Holzterrasse, dies ist gleichzeitig ein erster Belastungstest für die Bandscheiben, was wiederum entscheidend für die Folgeaktivitäten im Frühjahr ist.

Schön zu beobachten ist auch in Oberösterreich das Bedürfnis nach Gastgarten. Hier gibt es den Traxlmayr-Indikator. Wenn die Sonnenterrasse des Linzer Kaffeehauses gut besucht ist, ist dies neben dem Kalender ein verlässliches Zeichen für den nahenden Frühling. Man nimmt in Kauf, leicht fröstelnd den Kaffee im Freien einzunehmen. Es ist ein trotziges Auflehnen gegen die Kälte, ein Bekenntnis dazu, wieder mehr unter die Leute zu gehen und dem Winter zu zeigen: Deine Zeit ist vorbei!

 

Der Frühling kann zaubern!

Barbara Rohrhofer
Ressortleiterin Leben

 

Barbara Rohrhofer, Ressortleiterin Leben

Es gibt unzählige Gründe, den Frühling zu lieben. Einer davon sind die Schneeglöckchen vor meinem Küchenfenster, deren Erscheinen – jedes Jahr wieder – das Ende des Winters einläuten. Oder der typische Geruch von Moos und Laub, der in der Luft liegt, wenn ich frühmorgens jogge. Dann weiß ich: Es dauert nicht mehr lange.

Das Grau des Winters wird schnell weichen und durch sattes Grün und knalliges Gelb ersetzt. Und auch die Sonne hat endlich wieder Kraft. Was gibt es Schöneres als den ersten Sonnenkaffee im windgeschützten Eck der Terrasse?

Dazu das „Frühlingslied“ von Konstantin Wecker auflegen, dem Aufspringen der Knospen zusehen, den Liebsten mit einem Frühlingsgedicht verzaubern – und urplötzlich diese unglaubliche Lust aufs Fensterputzen verspüren? All diese Dinge gibt’s wirklich nur im Frühling.

 

Auf Entenjagd

Christoph Zöpfl
Ressortleiter Sport

Christoph Zöpfl, Ressortleiter Sport

Frühling ist, wenn paarungswillige Entenpaare in unserem Schwimmteich landen, um sich dort laut schnatternd zu vermehren. Wir sind ja sehr tierlieb, aber einer jungen Entenfamilie das Gastrecht einzuräumen, wäre für das heikle Ökosystem des Teiches ziemlich beschissen.

Wenn es also früher unten im Teich gequackt hat, riefen wir „Ente!“, Familienhund „Jamie“ rannte bellend in den Garten, „Donald & Daisy“ machten den Alarmstart, speicherten unseren Teich unter „unbewohnbar, weil böser Hund“ ab und kamen nie wieder. Das Kommando „Ente“ funktionierte das ganze Jahr über. Unser „Jamie“ lief oft leere Kilometer, wenn ihn die Kinder liebevoll neckten und ihn zum Teich schickten, wo er dann unsichtbare Enten anbellte.

Inzwischen sind die Kinder ausgeflogen und „Jamie“ im Hundehimmel. Wenn meine Liebe „Ente“ ruft, weiß ich, der Frühling ist da – und renne los.

Frühling
 
Bild: (Weihbold)

Es sind die Kleinigkeiten

Gerhild Niedoba
Redakteurin online

Gerhild Niedoba, Redakteurin online

Nach sechs langen Monaten jetzt endlich wieder die Laufschuhe schnüren und sie auf Funktionstüchtigkeit zu überprüfen – und das abends, nach der Arbeit, bei Sonnenlicht! Wenn es so weit ist, dann beginnt der Frühling.
In die frische Luft zu gehen, auslüften und mit meiner Tochter über Waldwege zu radeln, nebenbei die Frühblüher zu betrachten, mit ihr Schmetterlinge beobachten und in die Wiese legen. Oder einfach nur draußen zu sitzen – das ist Frühling.

Aber auch der jährliche, rituelle Garderobenwechsel weckt diese besonderen Gefühle. Die dicken Jacken werden bis auf Weiteres im Keller eingemottet, neue, farbenprächtige Frühlingsgarderobe kommt in den Schrank. Ausmisten und von alten Sachen trennen – Frühling ist mehr als bloß eine Jahreszeit.

 

...wieder blüht der Apfelbaum

Wolfgang Braun
Stellvertretender Chefredakteur

Wolfgang Braun, Stellvertretender Chefredakteur

Ich hatte ein Leben wie ein junger Hund, sorglos und unbeschwert – bis meine Mutter eine Krebsdiagnose bekam. Ich war damals 15 Jahre alt, und das Leben wurde plötzlich ein Crashkurs. Es folgten Monate, ja Jahre des Kämpfens. Meine Mutter war eine tapfere Frau, die vieles auch dadurch bewältigte, dass sie zu schreiben begann.

Eines Tages gab sie mir einen Text zu lesen, er trug den Titel „... und wieder blüht der Apfelbaum“. Darin erzählte sie, was ihr geholfen hat, eine lebensbedrohende Phase ihrer Krankheit zu überstehen. Im Herbst hatten Sie Ärzte mit dramatischen Werten konfrontiert. Meine Mutter nahm sich vor: „Was immer auch passiert: Ich möchte einmal noch unseren Apfelbaum im Garten blühen sehen.“ Daran hat sie sich aufgerichtet.

Diese Geschichte rührt mich heute immer noch – das sind meine Frühlingsgefühle, jedes Jahr, wenn unser Apfelbaum in voller Blüte steht.

 

... ja dann, dann beginnt er

Valentina Dirmaier
Redakteurin Land&Leute

Valentina Dirmaier, Redakteurin Land&Leute

Wenn das monotone Schlurfen unter den Tourenskiern vom heiteren Gesang der Amseln begleitet wird. Wenn der weiße Zauber neben dem weißen Band auf der Piste allmählich dem frischen Grün Platz macht. Wenn die Sonne schon frühmorgens die Gipfel glühen lässt und dich von Pullover und Haube befreien lässt und ihre Strahlen erste Spuren auf der ungeschützten hellen Haut zeichnen, dann beginnt (für mich) der Frühling.

Es gibt kein Halten mehr. Dann muss jede freie Minute in der frischen Luft, die einen Duft aus blühenden Frühlingsboten trägt, verbracht werden. Dann muss Energie getankt werden. Auf der Spitze eines noch mit Schnee eingehüllten Berges, der den Blick auf ein grünes Tal offenbart. Dann müssen die letzten Tage, die eine Tour auf zwei Brettern berg- und talwärts erlauben, ausgiebig ausgekostet werden.

20. März 2017

Kommentare

„...und aus Christoph Zöpfl wird eine RedakteurIN????Da schrei ich nur: ENTE!!!“ solomio ...und aus Christoph Zöpfl wird eine Red...
„auch im feld blüht bald das korn u. die mädeln fühlen was vorn u. “ scharfer auch im feld blüht bald das korn u. die ...
„"Die Blumen werden billiger, die Mädchen werden williger. “ Till-Eulenspiegel "Die Blumen werden billiger, die Mädche...

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