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(Symbolbild) Bild: (Volker Weihbold)

Was denken die jungen Leute von heute eigentlich?

Von EU über E-Mobilität bis hin zu den Zahlungsmitteln der Zukunft und der aktuellen Politik: Im Rahmen einer großen Trendstudie wurden junge Österreicher im Alter von 14 bis 29 Jahren zu aktuellen Themen unserer Zeit befragt.

Von Valerie Hader, 03. Oktober 2017 - 12:48 Uhr

Für die von Marketagent und DocLX  vorgestellte Studie wurden im Sommer mehr als 3000 junge Österreicher  zu den verschiedensten Themen befragt – allen voran über ihre Einstellung zur Europäischen Union. "Und die ist durchaus positiv", sagt Studienleiterin Ingrid Fischer im Gespräch mit den OÖNachrichten. Hier gelte: Je jünger, desto euphorischer. "Die 14 bis 20-Jährigen sind zum Beispiel  total von der EU begeistert, mit zunehmendem Alter nimmt das allerdings ab", sagt Fischer.

Dasselbe Prinzip sei in der Politik zu beobachten: "Je älter die Jugendlichen werden, desto kritischer werden sie auch." Das habe natürlich mit der gesteigerten Lebenserfahrung zu tun - aber auch damit, dass die Jugend von heute viel informierter sei. "Vor allem durch die sozialen Medien. Früher gab es nur Fernsehen und Radio und die Meinung der Eltern, die die Jungen vielfach übernommen haben. Heute machen sie sich ihr eigenes Bild – und sie machen sich auch Gedanken über die Welt", sagt Fischer.  

Generell rücke die Welt für die jungen Leute "zusammen", immerhin sehen sich zehn Projekt zuerst als Europäer.  "Allerdings gibt es in dem Bereich ein großes Stadt-Land-Gefälle: Knapp 40 Prozent der Jugendlichen identifiziert sich dennoch zuallererst mit seinem Bundesland – allen voran die Tiroler mit fas 60 Prozent. Bei den Oberösterreichern sind es hingegen ,nur‘ 35, bei den Wiener gar nur noch 24 Prozent."

Im Allgemeinen hat die Wissenschafterin den Eindruck, dass es der Jugend von heute gut geht. "Sie haben viele Möglichkeiten und sind auch offen dafür. Und sie sind durchaus neugierig - egal ob es sich um Reisen in fremde Länder handelt oder um die Zahlungsmethoden der Zukunft geht. "Sie nutzen ihre Möglichkeiten", sagt Fischer.

 

Die Ergebnisse zusammengefasst

Jugend und Politik: ÖVP und FPÖ liegen bei Österreichs Jugend gleichauf. Laut einer Umfrage des Jugend Trend Monitors, der heute bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert wurde, kämen die Schwarzen bei den 14- bis 29-Jährigen auf 24,0, die Blauen auf 23,9 Prozent. Deutlich dahinter folgt die SPÖ 13,1 Prozent. Die Grünen würden 9,7 und die Neos 6,1 Prozent der Jugendlichen wählen.

 

Jugend und Zuwanderung: Was die Integration von Ausländern betrifft, funktioniert diese nur für etwa 14 Prozent gut oder sehr gut, knapp die Hälfte der befragten Jugendlichen vergeben ein "mittelmäßig", während der Rest mit eher schlecht oder sehr schlecht bewertet. Welcher Partei traut man diesbezüglich die besten Konzepte zu? Die Liste Kurz liegt hier mit 20,4 Prozent klar vor der FPÖ mit 16,6 und der SPÖ mit 14,1 Prozent. Spitzenreiter war aber die Antwortmöglichkeit "keine politische Partei" mit 28,2 Prozent der Nennungen.

Abgefragt, welche Werte Migranten mitbringen müssen, um sich erfolgreich zu integrieren, liegt der Respekt mit zwei Drittel der Nennungen weit vorne. Sinn für Gleichberechtigung, Toleranz und Höflichkeit wurden von jeweils etwa einem Drittel genannt. Als sinnvolle Maßnahmen werden von je etwa der Hälfte Sprach- und Bildungsförderung in Kindertageseinrichtungen sowie Gratis-Deutschkurse angegeben.

 

Jugend und die EU: Was die Einstellung zur EU betrifft, ist Österreichs Jugend mehrheitlich pro Brüssel eingestellt. Etwas mehr als die Hälfte sieht die Union eher oder sehr positiv, während der Rest neutral oder skeptisch eingestellt ist. Noch deutlicher fällt das Ja zum Euro als Währung mit 60,8 Prozent aus. Jeweils rund 20 Prozent glauben, dass es Euro und EU auch in 20 Jahren in ihrer heutigen Form noch geben wird - allerdings ohne die Türkei, wenn es nach jenen 80 Prozent geht, die gegen einen EU-Beitritt von Ankara sind.

Groß ist die Erwartungshaltung an die EU. 58,6 Prozent erhoffen sich die Bekämpfung des Terrorismus von Brüssel, 56,6 Prozent klare Lösungen in Sachen Einwanderungspolitik sowie 52,4 Prozent die internationale Friedensförderung. Befragt nach den Vorteilen der Union, liegt die Reisefreiheit mit fast zwei Dritteln weit vorne, gefolgt von der Niederlassungsfreiheit. Nachteile sieht nicht ganz die Hälfte im Konkurrenzdruck auf kleine Unternehmen, Einzelhändler und Bauern. Mehr als ein Drittel sieht die Individualität einzelner Länder in den EU-Vorschriften zu wenig berücksichtigt. Für fast ebenso viele leiden Umwelt- und Tierschutz unter der preisgünstigen Massenproduktion.

Ungeachtet der positiven Grundstimmung fühlen sich fast 40 Prozent am ehesten dem jeweiligen Bundesland zugehörig, wobei die Tiroler hier am obersten, die Wiener am untersten Ende der Skala zu finden sind. 34,8 Prozent fühlen sich als Österreicher, 10,8 Prozent als Europäer und 10,1 Prozent der Jugendlichen als Weltbürger.

 

Jugend und Mobiliät: Der Pkw-Führerschein ist heute nur mehr drei Viertel der Jugendlichen grundsätzlich wichtig, ein eigenes Auto für 41,7 Prozent. Immerhin verbinden 63,6 Prozent noch immer Freiheit und Unabhängigkeit mit einem eigenen Vehikel, knapp der Hälfte hilft es Zeit zu sparen und bietet Komfort. "Ist unnötig" meinen nur 2,9 Prozent der Befragten. Vermutlich da die Umfrage vor den aktuellen Diskussionen rund um mögliche Fahrverbote durchgeführt wurde, würden sich mehr als 40 Prozent bei einem Autokauf für einen Dieselmotor entscheiden, 23,5 für einen Benziner und ein Fünftel für Elektroantrieb. Letzterer wird generell von zwei Dritteln grundsätzlich positiv beurteilt. Auch Carsharing hat bei mehr als der Hälfte ein gutes Image. Und 40 Prozent glauben, dass "autonomes Fahren" in fünf Jahren auf Österreichs Straßen Realität sein wird, während der Rest eher skeptisch bleibt.

 

 

Jugend und Geld: Bargeld ist für mehr als die Hälfte der Jugendlichen das Zahlungsmittel der Wahl, gefolgt von der Bankomatkarte (28,7 Prozent) und (Sofort-)Überweisung mit 7,8 Prozent. Dass Österreich bald ohne Münzen und Scheine auskommen wird, ist für 53,2 Prozent unvorstellbar, während ein knappes Viertel diese Zukunftsvision für durchaus real hält. Begrüßenswert wäre eine bargeldlose Gesellschaft allerdings nur für ein Fünftel der Jugendlichen.

 

Jugend auf Reisen: Im Durchschnitt verreisen die Burschen und Mädchen zweimal jährlich zu privaten Zwecken, wobei das eigene Land für mehr als 60 Prozent die Lieblingsdestination ist. Dahinter folgen Italien (47,8 Prozent), Kroatien (43,1) und Spanien (30 Prozent). Wenn jedoch Geld keine Rolle spielen würde, sieht sich ein Viertel in einer Villa in der Karibik, 13,8 Prozent cruisen in einem Wohnmobil durch Amerika und ein Zehntel startet einen Abenteuer-Urlaub in Australien. In der Realität ist bei jeweils etwa 40 Prozent die Angst vor Terror, Diebstahl oder Krankheit mit im Gepäck.

 

Die gesamte Studie zum Download



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Kommentare

„Na also, die jungen Leute von heute gestalten sich ihre goldene Zukunft selber.Es kann auch für ...“ Puccini Na also, die jungen Leute von heute gest...
„"Verpflichtende Freiwilligenarbeit" beißt sich. Ist das Pflicht oder doch freiwillig?“ passivlesender_EX-Poster "Verpflichtende Freiwilligenarbeit" beiß...

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