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Menschen flüchten nach angeblichen Schüssen im Zentrum von Las Vegas Bild: DAVID BECKER (APA/AFP/GETTY IMAGES/David Becke)

Schüsse im Zentrum von Las Vegas: Mehr als 50 Tote

LAS VEGAS. Mindestens 58 Menschen starben bei Schüssen am berühmten "Strip" von Las Vegas, mehr als 400 wurden verletzt. Die Terrormiliz IS hat die Tat für sich reklamiert. Ex-Sprint-Star Andreas Berger war zum Zeitpunkt des Attentats in Las Vegas. Die OÖN haben mit ihm gesprochen.

Von nachrichten.at/viel/apa, 02. Oktober 2017 - 17:49 Uhr

58 Tote und mehr als 500 Verletzte: Das ist die traurige Bilanz eines Schussattentats auf ein Country-Konzert in Las Vegas – mehr dazu weiter unten. Auch Andreas Berger und seine Frau Monika waren zu diesem Zeitpunkt in der Spielermetropole. 

"Wir haben uns zu diesem Zeitpunkt Gott sei dank eine Show angeschaut", sagte der ehemalige Sprinter. Danach ging es zurück auf das Zimmer im Hotel Mirage. "Das liegt zum Glück am anderen Ende der Stadt. Vom Attentat selbst haben wir also nur wenig mitbekommen", erzählt der 56-jährige Oberösterreicher den OÖNachrichten. In ihrer Unterkunft seien ihm und seiner Frau aber mehrere aufgelöste Besucher auf dem Gang entgegengekommen. "Wir wohnen im 25. Stock, und haben die Leute für einige Zeit bei uns aufgenommen. Im Nachrichtensender CNN haben wir mitverfolgen können, was geschehen ist."

Berger erzählte weiter: "Die Straßen in der ganzen Stadt waren menschenleer, auch die Spielhalle im Mirage wurde geräumt." Auch Stunden nach dem Wahnsinn sei man im Zimmer geblieben. Die Heimreise ist für Donnerstag geplant.

andreas berger
Andreas Berger vor der nachgebauten Eiffel-Turm-Kulisse in Las Vegas  
Bild: Facebook

IS reklamierte Tat für sich

Die Terrormiliz IS hat sich am Montagnachmittag zu der Tat bekannt. Der Schütze, der mindestens 58 Menschen tötete, sei vor einigen Monaten zum Islam konvertiert und ein "Soldat" des Islamischen Staates gewesen, berichtete das IS-Sprachrohr "Amak". Das FBI konnte darauf keine Hinweise finden. Die Todesschüsse von Las Vegas stehen nach ersten Erkenntnissen nicht in Zusammenhang mit einer international agierenden Terrororganisation, hieß es am späten Nachmittag.  

Der Schütze ist nach Polizeiangaben der 64 Jahre alte Stephen Paddock, der in der Nähe von Las Vegas lebte. "Wir glauben, dass es ein Einzeltäter ist", sagte Bezirks-Sheriff Joe Lombardo am Montag. Nach Angaben der Polizei war das Tatmotiv zunächst unklar. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund hatte nicht gegeben.

Mehr als 400 Verletzte

Die Zahl der Verletzten nach dem Blutbad ist auf 515 gestiegen. Mindestens zwölf davon befinden sich laut Einsatzkräften in kritischem Zustand. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Blut zu spenden.

Spezialkräfte fanden den Schützen tot in einem Hotelzimmer, nachdem sie die Tür aufgebrochen hatten. Wie Bezirkssheriff Joseph Lombardo sagte, wurden in dem Zimmer mehrere Waffen gefunden. Der Mann dürfte mit zehn Gewehren abwechselnd geschossen haben. Die Bluttat in Las Vegas ist das tödlichste derartige Verbrechen in der US-Kriminalgeschichte. 

Die Besucherzahl bei dem Country-Festival, auf dessen Besucher Paddock gefeuert hatte, wurde mittlerweile mit 22.000 angegeben. Das FBI ersuchten um Weitergabe allfälliger Handy-Videos und Fotos im Zusammenhang mit dem Massenmord.

Aus Hotelzimmer im 32. Stock

Der getötete Schütze hatte vom 32. Stockwerk eines Hotels an der berühmten Casino-Meile aus auf Besucher eines Konzerts abgefeuert.  Die asiatischen Frau, die mit dem 64-Jährigen im Mandalay Hotel abgestiegen war, wurde nach Berichten "lokalisiert". Las Vegas Metro Police Sheriff Joseph Lombardo gab ihren Namen mit Marilou Danley an. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Hinweise auf zwei Autos zu geben - auf einen Hyundai und einen Chrysler Pacifica Touring, beide mit Kennzeichen aus Nevada. 

Zahlreiche Menschen hätten blutüberströmt am Boden gelegen, sagte ein junger Mann dem Sender CNN. Das Gelände des Route 91 Harvest Festival, das heuer zum ersten Mal stattfand, fasst 30.000 Besucher. Hintergründe waren zunächst nicht bekannt. 

Die Behörde rief die Menschen über Twitter am Montag dazu auf, die Gegend zu meiden. Außerdem appellierte die Behörde über Twitter, keine Livestreams von dem laufenden Einsatz ins Internet zu stellen. Dies könnte die Einsatzkräfte in Gefahr bringen.

20 Minuten lang Schüsse

Von länger andauerndem Gewehrfeuer in Las Vegas hat eine Schweizer Touristin erzählt. "Wir hörten Schüsse von Maschinengewehren, als wir in unserem Hotelzimmer waren - das dauerte sicher 20 Minuten lang", sagte die Frau. "Die Polizei wies uns an, im Zimmer zu bleiben, die Schuhe auszuziehen und die Türen abzuschließen", sagte sie. Über dem Hotel kreisten Hubschrauber, auf den Gängen standen Polizisten. Die Gäste hätten sich für eine mögliche Evakuation bereithalten müssen, bis dahin "müssen wir still im Hotelzimmer im Dunkeln auf dem Boden sitzen."

"In der ganzen Innenstadt war Sirenengeheul zu hören, SWAT-Einsatzkommandos waren ebenso unterwegs", berichtete ein österreichischer Journalist aus Las Vegas. Von einer Festnahme gebe es vorerst keine Nachrichten.

Die tödlichen Schüsse auf Konzertbesucher in der US-Stadt Las Vegas sind während eines Auftritts von Countrysänger Jason Aldean gefallen. Er und seine Band flüchteten von der Bühne und blieben unversehrt, wie Aldean selbst wenige Stunden nach dem Blutbad mitteilte. "Heute Nacht war mehr als schrecklich", schrieb der Künstler. Aldeans Auftritt war der Höhepunkt eines dreitägigen Country-Music-Festivals.

Verwirrung und Panik

Der Todesschütze konnte einem Experten der US-Bundespolizei FBI zufolge so viele Menschen töten, weil er aus einer erhöhten Position heraus schoss. Da Tausende Menschen auf engem Raum zusammengestanden hätten, "musste er nur auf die Mitte zielen und den Abzug drücken", sagte James Gagliano, FBI-Agent im Ruhestand, dem Sender CNN.

Zudem habe die Position des Schützen Verwirrung und Panik in der Menschenmenge verursacht. Wenn ein Schütze aus einer erhöhten Position schieße, "weiß niemand, wo die Schüsse herkommen", sagte Gagliano. "Menschen sind nicht darauf trainiert, nach oben zu schauen."

Als Waffe habe der Täter vermutlich ein Maschinengewehr oder eine andere militärische Waffe benutzt, sagte der FBI-Fachmann weiter. Darauf deuteten die Schussgeräusche hin, die auf Videos vom Tatort zu hören gewesen seien.

Video: Ein Mann hat am späten Sonntagabend von einem Hotelzimmer aus das Feuer auf ein Musikfestival eröffnet. Der Schütze, der keinen islamistischen Hintergrund haben soll, wurde getötet.

Trump kondolierte

Stunden nach dem Blutbad hat US-Präsident Donald Trump per Twitter den Opfern und Hinterbliebenen sein Mitgefühl ausgesprochen und kondoliert. Trump schrieb von einer "schrecklichen Schießerei". Der Präsident endete seinen Tweet mit "Gott schützte Euch".

 

Video: Der Anschlag ist von einem Hotelzimmer ausgeführt worden, mit einer halbautomatischen Waffe, die in vielen Bundesstaaten Amerikas erlaubt sind, berichtet ORF-Korrespondent Robert Uitz-Dallinger.

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