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Bottas siegt mit Blitzstart und perfektem Finish

Valtteri Bottas rettete mit nachlassenden Reifen den Vorsprung gegenüber Sebastian Vettel ins Ziel. Bild: APA/AFP/POOL/RONALD ZAK

145.000 Gäste beim Rennwochenende in Spielberg

SPIELBERG. Nach den vergleichsweise wenigen Ticketverkäufen im Vorjahr dürften die Veranstalter mit 2017 zufrieden sein: Insgesamt kamen rund 145.000 Zuschauer zum Rennwochenende in Spielberg.

Von Christoph Zöpfl aus Spielberg, 10. Juli 2017 - 00:04 Uhr

Das sind deutlich mehr als in den Vorjahren: 2016 waren es rund 85.000 und im Jahr 2015 rund 120.000 Gäste gewesen. Zufrieden mit der Veranstaltung war auch der behördliche Einsatzleiter, Bezirkshauptmann-Stellvertreter Peter Plöbst von der Bezirkshauptmannschaft Murtal: "Die Veranstaltung verlief für uns äußerst positiv. Ich bedanke mich bei allen eingesetzten Kräften für ihre professionelle Vorbereitung und Unterstützung." Das Rote Kreuz musste 289 Patienten versorgen, 27 davon mussten nach Stürzen und nach hitzebedingten Schwächeanfällen in Krankenhäuser gebracht werden. 

"Der Start meines Lebens"

"Das war der Start meines Lebens." Valtteri Bottas hat mit diesem Kommentar zu seinem gestrigen Sieg beim Formel-1-Grand-Prix von Österreich etwas untertrieben. Denn eigentlich war das vermutlich das Wochenende seines bisherigen Rennfahrer-Lebens. Der finnische Mercedes-Pilot zeigte am Wochenende vor insgesamt 145.000 Zuschauern neben seinem Blitzstart von der Pole-Position auf dem Red-Bull-Ring auch ein perfektes Finish, als er alle Angriffe seines Verfolgers Sebastian Vettel abwehrte.

Der Trost für den Deutschen: Er konnte mit dem zweiten Platz den Vorsprung in der WM auf seinen Rivalen Lewis Hamilton – gestern wurde der Engländer Vierter – ausbauen. Das breiteste Siegerlächeln auf dem Podium zeigte gestern aber Daniel Ricciardo, der beim Heimrennen des Red-Bull-Teams als Dritter zum fünften Mal in Folge auf dem Podium landete.

"Nach meinem Start konnte ich das Rennen zuerst gut kontrollieren, dann wurde es aber noch einmal richtig eng", sagte Bottas, der Glück hatte, dass die Schiedsrichter seinen vermeintlichen Frühstart nicht geahndet haben. Nach längerer Untersuchung wurde darauf verzichtet, eine Strafe auszusprechen. Angeblich hat man eine Reaktionszeit von 21 Hundertstelsekunden ermittelt. Vettel wollte das nicht so recht glauben: "Meiner Meinung nach hat er zu früh reagiert, das war eine übermenschliche Reaktion. Ich bin überrascht, dass das keine Konsequenzen hat."

Bottas siegt mit Blitzstart und perfektem Finish
Bottas nahm aus Spielberg seine zweite Siegestrophäe mit.  
Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

 

Der Ferrari-Pilot wusste nicht so recht, ob er lachen oder weinen sollte. "Wäre das Rennen eine Runde länger gewesen, hätte ich noch eine Chance gehabt, ihn zu überholen. Das ist bitter." Vor allem in der ersten Rennhälfte hatte Vettel Probleme, nach dem Reifenwechsel kam er in Fahrt. Vettel: "Auf den Supersoft-Reifen ist der Ferrari endlich aufgewacht."

Während der deutsche Ex-Weltmeister Probleme hatte, fröhlich mit dem Champagner herumzuspritzen, feierte Ricciardo seinen dritten Platz wie ein Sieger. "Das war ein lustiges Rennen, ich freue mich für die vielen österreichischen Red-Bull-Fans", sagte der Australier, der auf dem Podium einen Schuh auszog, um daraus zu trinken. Ein Markenzeichen mit Duftnote ...

Hamilton holte Optimum heraus

Für Lewis Hamilton war das Rennen um den Großen Preis von Österreich eigentlich schon Tage vorher gelaufen. Aufgrund eines Getriebewechsels wurde der Mercedes-Pilot bereits am Dienstag dazu verdonnert, in der Startaufstellung fünf Plätze hinter sein Qualifying-Resultat zurückzurücken. Mercedes hatte diese Entscheidung aus strategischen Gründen bis Freitagabend geheim gehalten. Gestern ging der Engländer dann von der achten Position ins Rennen, mehr als Platz vier war letztendlich nicht drinnen, obwohl er zum Schluss Ricciardo gefährlich nahe kam.

Dreikampf statt Duell

Mit dem zweiten Sieg in seiner Karriere – bei seiner Premiere in Sotschi hatte er übrigens auch Vettel im Schlepptau – hat sich Bottas in das Titel-Duell zwischen Vettel und Hamilton eingemischt. Und der Finne hat nicht vor, sich im Mercedes-Team hinter seinem Kollegen anzustellen. "Wir haben noch nicht einmal Halbzeit der Saison, ich denke, dass da noch viel möglich ist." Vettel hörte das vermutlich mit großer Genugtuung. Der Gedanke, dass einander die Mercedes-Piloten im Titelkampf gegenseitig die Punkte wegnehmen, während er bei Ferrari den klaren Nummer-1-Status hat, ist naheliegend. Am kommenden Sonntag wartet bei Hamiltons Heimrennen in Silverstone jedenfalls ein Stresstest auf den Engländer.

Spielberg und die "Siebener-Jahre"
Die offiziellen Plakate für den Österreich-Grand-Prix  
Bild: chz

Spielberg und die "Siebener-Jahre"

1977, 1987, 1997 – diese Jahreszahlen haben in der Geschichte des Österreich-Grand-Prix eine besondere Bedeutung. Ob man sich an die 2017er-Ausgabe des rot-weiß-roten Formel-1-Rennens länger erinnern wird?

1977 – Laudas Auferstehung: Ein Jahr nach dem Feuerunfall auf dem Nürburgring zeigte Niki Lauda eine starke Saison. Nach seinem Sieg beim Grand Prix von Deutschland auf dem Hockenheimring stürmten Menschenmassen den Österreich-Ring, wo der Lokalmatador unter dem Jubel der Fans die Pole-Position eroberte. In einem turbulenten Rennen gab es dann mit dem Australier Alan Jones einen Überraschungssieger, mit dem niemand gerechnet hatte. Bei der Siegerehrung spielte die Musikkapelle eine „Fantasie-Hymne“, weil die offizielle nicht einstudiert worden war. Lauda bekam bei seiner Aufholjagd Reifenprobleme und holte mit einem zweiten Platz wichtige Punkte im Kampf um seinen zweiten WM-Titel. Sein schärfster Rivale, James Hunt, fiel aus.

Spielberg und die "Siebener-Jahre"
 
Bild: chz

 

1987 – der steirische Blechsalat: Das letzte Rennen auf dem alten Ring musste mehrmals gestartet werden. Bei den ersten beiden Versuchen gab es auf der Start-Ziel-Geraden jeweils eine Massenkarambolage. Erst um 16.12 Uhr klappte der Start beim dritten Versuch. Für Lokalmatador Gerhard Berger endete kurz darauf der Arbeitstag: Der Turbo seines Ferrari ging in der siebenten Runde k.o. Als Nigel Mansell als Sieger abgewunken wurde, waren viele Fans schon auf dem Heimweg.

Spielberg und die "Siebener-Jahre"
 
Bild: chz

1997 – das Comeback: Nach zehnjähriger Pause kehrte die Formel 1 wieder auf den umgebauten und umgetauften (A1-)Ring zurück. Die steirische VP hatte sich mit der Rückholaktion ein Eigentor geschossen und bekam bei der Landtagswahl zwei Jahre vorher eine saftige Ohrfeige (minus acht Prozent). Die veranschlagten Umbaukosten von 150 Millionen Schilling (11 Millionen Euro) hatten sich nämlich mehr als verdoppelt, außerdem wurde kritisiert, dass Formel-1-Zirkusdirektor Bernie Ecclestone zu viele Steuerzuckerl lutschen durfte. Der Engländer gewann 1997 in Österreich übrigens auch einen großen Preis: Ihm wurde von Bundespräsident Thomas Klestil das „Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ verliehen. Das Rennen gewann Jacques Villeneuve im Williams, Gerhard Berger wurde glanzloser Zehnter und ging nach der Saison in den Ruhestand. Sein Benetton-Cockpit erbte Alexander Wurz.

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Kommentare

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„Das war nur mit viel Glück kein Frühstart. Übrigens Berger hat noch nie die F1 WM geholt, der ...“ c.sainz Das war nur mit viel Glück kein Frühstar...

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