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Studieren im Innviertel? Ried macht´s möglich

Studieren im Innviertel? Ried macht's möglich

RIED. Das FH-Pflegestudium am Krankenhaus Ried ist die einzige Studienmöglichkeit im Innviertel. Wir geben einen Überblick über die Hochschulen in der näheren Umgebung – und blicken auch nach Bayern.

Von Roman Kloibhofer, 16. Februar 2017 - 00:04 Uhr

Studieren in Ried

Die einzige Möglichkeit, im Innviertel ein Studium zu absolvieren, bietet sich am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Ried. Dort wird seit 2014 das Fachhochschul-Studium Pflege angeboten. Die Absolventen schließen nach drei Jahren ihre Bachelorausbildung für Gesundheits- und Krankenpflege ab. Im Herbst startet der nächste Studiengang (siehe Beitrag unten).

Die Ausbildung in Ried wird in Kooperation mit der FH Campus Wien durchgeführt, den Großteil der theoretischen Ausbildung (rund 2100 Stunden) und der Praxis (2500 Stunden) absolvieren die Studierenden in Ried, ein Teil der Ausbildung findet geblockt in Wien statt.

"Für uns ist die Regionalität ganz wichtig. Wir sehen uns als Ausbildner für die gesamte Region", sagt der Geschäftsführer des Rieder Krankenhauses, Oliver Rendel. Mit diesem Angebot leiste das Rieder Krankenhaus einen wichtigen Beitrag zur Bildung und zur Gesundheit im Innviertel. Zur aktuellen FH-Diskussion sagt Rendel: "Im Innviertel eine FH samt Campus zu haben, wäre natürlich gut – welche Studienrichtung und an welchem Standort ist eine andere Frage. Eine akademische Ausbildungsmöglichkeit im Innviertel zu haben, ist natürlich ein großes Plus für die gesamte Region."

Geleitet wird der FH-Studiengang in Ried von Michael Pagani, er steht als Direktor dem Vinzentinum Ried vor. Der Linzer hat nach einer Pflegeausbildung Pflegewissenschaften studiert. Pagani weist darauf hin, dass den Absolventen des FH-Studiums weitere akademische Ausbildungsmöglichkeiten möglich sind. "Mit unserer Ausbildung bieten wir viele Perspektiven, derzeit gibt es kein vergleichbares Studium", sagt Pagani. Auch für den Direktor des Vinzentinum ist die Regionalität wichtig: "90 Prozent der Studierenden kommen aus der Region, dem Innviertel", sagt Pagani. Das zeige deutlich, wie wichtig diese Ausbildungsmöglichkeit sei.

Die Ausbildung erfolge nach dem generalistischen Modell, das bedeutet: Schon während des Studiums wird die Ausbildung in allen Pflegebereichen (auch Psychiatrie sowie Kinder- und Jugendbetreuung) abgedeckt. Für diese Bereiche waren früher gesonderte Ausbildungen nötig. Der Pflegebereich sei im übrigen – neben der Medizin – der einzige Teilbereich im Gesundheitswesen, der ein weiterführendes Studium ermögliche, betont Pagani.

Optionen in der Umgebung

Möglichkeiten in der Umgebung:
 

 

  1. Deggendorf - Außenstellen in Grenznähe: Die THD – Technische Hochschule Deggendorf – bietet folgende Studienfelder an: Bautechnik und Umweltwissenschaften, Angewandte Naturwissenschaften, Informatik, Elektro- und Informationstechnik, Maschinenbau und Mechatronik, Wirtschaftswissenschaften, den Bereich Gestaltung, Design, Kommunikation und Medien sowie Gesundheitswissenschaften. Bei allen Fächern ist ein Bachelor und ein Masterstudium möglich. Der European Campus Rottal-Inn im grenznahen Pfarrkirchen ist Teil der THD. Angewandte Gesundheitswissenschaften (Tourismusmanagement mit Fokus auf Gesundheit) sowie Angewandte Naturwissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen (Industrial Engineering) werden angeboten, gelehrt wird in Deutsch und Englisch.
    Auch an der Ausbildungsstätte des Verbands Physikalische Therapie (VPT) in Bad Birnbach sind Studienabschlüsse in Gesundheitswissenschaften möglich. An der Technischen Hochschule Deggendorf sind rund 5500 Studenten inskribiert. Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester beginnt am 15. April. Für einige Studiengänge (wie etwa Gesundheitswissenschaften) gilt kein Numerus Clausus.
     
  2. Salzburg - Von Musik über Medien bis hin zur Medizin: Attraktiv für zahlreiche Studenten aus dem Innviertel, bevorzugt von jenen aus dem Bezirk Braunau, ist der Universitätsstandort im nahe gelegenen Salzburg. Vier Fakultäten können hier besucht werden: Die Katholisch-Theologische, die Rechtswissenschaftliche, die Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche und die Naturwissenschaftliche Fakultät mit all ihren spezifischen Studienangeboten.

    Doch nicht nur die Universität Salzburg lockt viele in die Mozartstadt, sondern auch die Musikhochschule, die nach dem berühmten Komponisten benannt wurde: Das Mozarteum. Musiktalentierte lassen hier ihre Fähigkeiten perfektionieren. Auch zukünftige Volksschullehrer werden in Salzburg ausgebildet – an der Pädagogischen Hochschule. Wer sich für Medizin interessiert, wird ebenfalls in Salzburg fündig: Dort gibt es die Paracelsus-Medizinische-Privatuniversität.

    Die Fachhochschule für Technik, Gesundheit und Medien im Süden Salzburgs (Urstein) bietet ein breites Studienangebot: Ingenieurwissenschaften, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Design, Medien, Kunst und Gesundheitswissenschaften.
     

  3. Burghausen - Campus Burghausen ist neu: Seit Herbst vergangenen Jahres hat der Campus Burghausen seine Pforten geöffnet – und zwar Tür an Tür mit internationalen Konzernen. Rund 100 Studenten werden dort in zwei verschiedenen Studienrichtungen unterrichtet: Betriebswirtschaft und Chemieingenieurwesen.


    Der Campus Burghausen ist eine Tochter der Fachhochschule Rosenheim. Nach einigen Jahren wird er eine eigene Fakultät sein und es werden zwei weitere Studiengänge hinzukommen. Das Konzept sei praxisnahe und im Zusammenhang mit der Industrie entworfen worden, sagt die Projektleiterin des Campus Burghausen, Britta Bolzern-Konrad. Der Campus befindet sich in einem ehemaligen IT-Gebäude in der Nähe des Bahnhofes. Dieses wird gerade um rund 700.000 Euro umgebaut. Ein zweiter Standort befindet sich etwa 200 Meter entfernt: Im Wacker-Bildungswerk werden Labore um eine Million Euro eingerichtet. Damit die Studenten ein preiswertes Dach über den Kopf haben, hat die Stadt eigens ein Gebäude mit 40 Wohneinheiten übernommen.

    Vorerst können die Studiengänge nur mit dem "Bachelor" abgeschlossen werden, ein Masterstudium ist noch Zukunftsmusik.
     

  4. Ried - Pflegestudium: Nächster Turnus im Herbst: Der vierte Studiengang für das FH-Pflegestudium startet im September, die Bewerbungsfrist dazu endet am 26. April. Informationsveranstaltungen finden am Freitag, 24. Februar, und Freitag, 31. März, jeweils ab 14 Uhr im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Ried statt. Lehrende der Fachhochschule informieren über die Ausbildung. Die Teilnahme an den Informationstagen ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Das Aufnahmeverfahren beginnt am 6. Mai und wird dreistufig abgewickelt. Nach einem schriftlichen Test (Dauer ca. zweieinhalb Stunden) wird die sozioökonomische Kompetenz überprüft, danach werden persönliche Gespräche mit den Bewerberinnen und Bewerbern geführt, und die Reihung wird erstellt. 30 Studienplätze werden für den nächsten Turnus angeboten.

    Als Zugangsvoraussetzungen für das Fachhochschul-Studium sind Matura, Berufsreifeprüfung, Studienberechtigungsprüfung oder eine einschlägige berufliche Qualifikation mit Zusatzprüfungen erforderlich. Nähere Informationen sind dazu auf der Webseite des Krankenhauses Ried zu finden: www.vinzentinum-ried.at.
     

  5. Wels - Leichtbau als zentrales Thema: 13 Bachelor- und 12 Master-Studien sind an der FH Wels möglich. Das Studienangebot lässt sich in drei Kategorien einteilen: Es gibt viele reine Technikstudiengänge, weiters werden Wirtschafts-Ingenieure ausgebildet, das dritte Angebot sind Life-Science-Studiengänge im Bereich Umwelt und Energie.

    Leichtbau ist eines der Zukunftsthemen der Industrie. Überall, wo Massen bewegt werden, also auch in der Robotik oder im Anlagenbau, kommen Leichtbau-Entwicklungen zum Einsatz. Im Herbst 2016 startete das neue Bachelor-Studium "Leichtbau und Composite Werkstoffe" an der FH in Wels. Dieses Vollzeit-Studium dauert sechs Semester und ist in dieser Form in Österreich einzigartig.

    Damit ist die Welser Fachhochschule auch einem Wunsch vieler Innviertler Unternehmen nachgekommen, die ein Studium in diese Richtung gefordert haben. "Ein großer Vorteil bei uns ist, dass die Studenten in Kleingruppen arbeiten. Sie unterstützen sich gegenseitig und es herrscht eine gute Kameradschaft", sagt Peter Helmberger vom Marketing der Fakultät für Technik und Angewandte Naturwissenschaften.

    Ab dem dritten Semester gibt es bereits Firmenprojekte, ab dem sechsten Pflichtberufspraktiken.
    Im Vorjahr hat die FH Wels eine hohe Auszeichnung erhalten. Der Studiengang "Innovations- und Produktmanagement" erhielt die renommierte ABET-Akkreditierung im Bereich „Engineering“. Damit ist Wels im Kreis von Universitäten wie Harvard oder Yale, die ebenfalls von dieser unabhängigen US-amerikanischen Akkreditierungsagentur zertifiziert wurden.

    Bei einem Tag der offenen Tür am Freitag, 17. März (9 bis 18 Uhr), gibt es Infos und Vorträge zu allen Studiengängen, auch die Stipendienstelle ist geöffnet. Von 13 bis 17 Uhr gibt es unter dem Titel "Fire Safety Engineering" Fachvorträge für Feuerwehrleute.
     

  6. Passau - Klassische und neue Fächer: Besondere Studiengänge wie Kulturwirtschaft oder Staatswissenschaften, die es in dieser Form nur am Campus Passau gibt, locken jedes Semester zahlreiche Studienanfänger in die Dreiflüssestadt. Aktuell studieren fast 12.000 junge Menschen aus Deutschland und der ganzen Welt an den vier Fakultäten: der Juristischen, der Wirtschaftswissenschaftlichen, der Philosophischen Fakultät und der Fakultät für Mathematik und Informatik.


    Neben den klassischen Studienfächern wie Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaft, Lehramt, Informatik, Wirtschaftsinformatik und Mathematik, bietet die Universität Passau zahlreiche neue Studiengänge an: darunter Medien und Kommunikation, Historische Kulturwissenschaften, European Studies, Sprach- und Textwissenschaften, Internet Computing und den Technikstudiengang "Mobile und eingebettete Systeme".

    Internationale Doppelabschlüsse an Partneruniversitäten, unter anderem in Frankreich, Finnland oder Spanien, sind möglich: Beispielweise kann man in Passau Rechtswissenschaft mit zusätzlichem Abschluss in Großbritannien (London) studieren.

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Reicht das Jobangebot im Innviertel für eine Rückkehr?

Junge Frauen und Männer wandern wegen mangelnder Ausbildungsmöglichkeiten in der Region ab. Nur wenige kehren nach dem Studium wieder zurück. Was sagen Sie dazu? Stimmen Sie ab!

 

 

 


Tobias Permanschlager, studiert Petroleum Engineering in Leoben: Als scheidender Student der Montanwissenschaften stehe ich nun genau vor dieser Frage. Das Innviertel beherbergt ein breitgefächertes Spektrum an renommierten Unternehmen. Durch diesen Hot-Spot der angesiedelten Unternehmen, eröffnet sich eine Vielzahl an potentiellen Jobs, also wieso diese nicht auch nützen? Mit einer fundierten Grundausbildung im jeweiligen Interessensgebiet, mit Engagement und Flexibilität, sehe ich keinen Grund, wieso jemand sein Glück nicht im Innviertel suchen sollte.

Elisabeth Felbermair, Betriebsassistentin: Für mich als Chemieabsolventin wäre Braunau eigentlich ganz attraktiv. Allerdings wäre hier die Arbeitsplatzsituation für meinen Partner als Software-Entwickler schwierig, weshalb wir nun zumindest halb zurückgekommen sind – von Wien nach Linz. Bei einer Studienkollegin war es ähnlich. Aus meiner Sicht ist das Problem also das sogenannte „Dual Career“-Angebot – wenn zwei Personen mit hoher Qualifizierung bzw. Spezialisierung ein Paar sind und Karriere machen wollen. Das ist in größeren Städten einfacher.

Katharina Schöppl, studiert Kommunikations- und Politikwissenschaft: Diese Frage beschäftigt sicher viele Jugendliche aus dem Innviertel – so auch mich. Ich studiere in Salzburg, befinde mich aber momentan in Frankreich für ein Auslandssemester. Ich liebe meine Heimat und komme gerne nach Hause. Nichtsdestotrotz denke ich, dass ich zukünftig eher in Salzburg bleiben werde. Das Job-Angebot ist vielfältiger und reduziert sich nicht auf wenige interessante Stellen, die dann jeder anstrebt. Allerdings kann ich mir vorstellen später ins Innviertel zurückzukehren.

Anna Putz, studiert Musik und Geschichte auf Lehramt in Wien: Was technische Berufe betrifft, ist das Angebot an Arbeitsplätzen im Innviertel sicherlich sehr attraktiv und umfangreich, vor allem, weil es einige große Firmen gibt. Für mich als Lehramt-Studentin gibt es im Normalfall auch eine ausreichend große Auswahl. Was als Rückkehrgrund natürlich ausschlaggebend sein kann, ist die Nähe zur Familie. Oder auch die Vereine, bei denen man mitwirkt. Als Lehrerin könnte ich später theoretisch überall unterrichten, wo ich möchte, also auch daheim im Innviertel.

Monika Furtner, die Gurtnerin studiert Architektur in Wien: Nach dem Studium brauche ich eine dreijährige Praxis bzw. Anstellung, um den Ziviltechniker zu machen. Ohne diese Ausbildung darf man keine Pläne unterzeichnen. Die meisten Studenten bleiben für die Praxisjahre in Wien. Allerdings reicht das Angebot für die vielen Studenten gar nicht aus. Ich möchte auf jeden Fall wieder in meine Heimat zurück. Ich sehe am Land größere Chancen mich beruflich verwirklichen zu können als in der Bundeshauptstadt. Dort "versauern" viele in einem Büro.

David Fischinger, Student der Finanz-Mathematik: Nach dem Abschluss meines Studiums der Finanz- und Versicherungsmathematik sind die Jobaussichten im Innviertel für mich persönlich weniger gut. Mögliche Arbeitsstellen finden sich in meinem künftigen Arbeitsbereich vor allem in Hauptniederlassungen von Versicherungsunternehmen, Banken und bei Wirtschaftsprüfern, die aber vorwiegend in größeren Städten angesiedelt sind. Wenn ich ins Innviertel zurückkomme, müsste ich wahrscheinlich das Pendeln in eine Großstadt in Kauf nehmen.

Andrea Rossmaier, Sozialarbeiterin: Menschen, die berufsbegleitend studieren, werden immer mehr. Darauf reagieren immer mehr Unternehmen flexibel, dadurch kann eine Win-Win-Situation entstehen. Jedoch ist es im Innviertel schwer, wenn man kein technisches Studium gewählt hat. Sollte man nach dem Studienabschluss hier arbeiten wollen, heißt es nicht nur zeitlich flexibel zu sein, sondern sich auch für verschiedene Aufgabenbereiche zu interessieren. Meine Studienkollegen hatten es bei der Jobsuche in Salzburg viel leichter.

Klaus Hofinger, Student an der FH Hagenberg: Linz, wo ich zurzeit lebe und sich der Sitz meiner Werbeagentur "Frischluft Medien" befindet, ist eine Zwischenstation für mich. Das Umfeld im Zentralraum ist gut und derzeit fühle ich mich hier auch wirklich sehr wohl. Ich habe aber auch vor, noch einmal woanders zu wohnen und zu arbeiten. Ich bin ja noch jung und könnte mir gut vorstellen, monatsweise in Städten, wie Wien, Berlin oder Kopenhagen zu arbeiten und zu leben. Später geht es dann aber wieder zurück ins Innviertel – da bin ich mir sicher!

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