Fahrradständer, Pfosten oder Parkbänke: Wenn sich dort Masche an Masche reiht, dann hat in irgendeiner Weise Neugebauer ihre Finger im Spiel. Denn sie ist eine sogenannte Yarnbomberin, häkelt Kunst für den öffentlichen Raum. „Stricken und Häkeln hat im letzten halben Jahr einen absoluten Boom erlebt“, sagt die Welserin und fügt hinzu: „Mittlerweile halte ich auch schon Häkel-Workshops – privat aber auch in Schulen.“ In ihren Kursen sitzen Frauen im Alter zwischen vier und 80 Jahren. Nur Männer haben sich noch nicht viele zu ihr verirrt.
Neugebauer war in Oberösterreich die Erste, die Textile Kunst in den öffentlichen Raum gebracht hat. „Die ganze Bewegung kommt ja auch aus den USA, um genau zu sein aus Seattle. Als ich übers Internet davon hörte, habe ich mich sofort mit den Damen dort vernetzt.“ Ob ein politisches Statement dahintersteckt? „Nicht wirklich. Und wenn, dann nur so, dass es für mich oder für jene, die es betrifft, erkennbar ist.“ Hauptberuflich arbeitet Neugebauer im Textilgeschäft ihres Mannes. Jede freie Minute verbringt die ausgebildete Lehrerin allerdings in ihrem Atelier.
Alles wird privat finanziert
Geld verdient Neugebauer mit ihrer Straßenkunst keine. „Außer ich bekomme Auftragsarbeiten. Einmal habe ich den Gartenzaun einer Firma umhäkelt.“ Die Häkel-Aktivistin bezahlt Wolle und Häkelnadeln selbst, bekommt aber immer wieder Woll-Spenden und Garn-Reste geschenkt. Mittlerweile ist sie im Internet sogar so berühmt, dass ihr auch hin und wieder Firmen Wolle schicken. „Da sind sogar schon Packerl aus Tirol gekommen.“
Anzeigen hat Neugebauer noch keine bekommen, obwohl freilich auch ihre Häkelkunst nicht ganz erlaubt ist. „Ich sehe das aber so: Ich zerstöre ja nichts. Meine Kunst lässt sich leicht wieder entfernen.“ Apropos entfernen: Immer wieder passiert es, dass die bunten Häkel-Kunstwerke verschwinden. „Mich ärgert das nicht. Ich denke mir einfach, dass es den Menschen so sehr gefällt, dass sie die Sachen mitnehmen. Das ist eine Art Adoption.“
50 Gramm in 40 Minuten
Ihre Häkel-Fertigkeit hat Neugebauer mittlerweile perfektioniert. Ein Knäuel mitteldicke Wolle von 50 Gramm verarbeitet sie in nur 40 Minuten. „Ich habe mich mal in einem Video gesehen, da war ich selbst überrascht von mir, dass ich mittlerweile so schnell bin.“ (tropp)
GEWINNSPIEL: Sie wollen häkeln lernen oder sind schon Profi und möchten Ihre Technik verbessern? 12 OÖN-Leser können einen Häkelkurs bei Claudia Neugebauer in Wels gewinnen. Die Gewinner können, müssen aber nicht mit Wolle und Nadeln ausgestattet sein. Der Kurs findet am 10. Februar ab 17 Uhr im Atelier der Künstlerin statt.
Pfarrer Rubatscher: „Man muss wart’n können und Schutzengel hab’n“
Scherer: „Gott sei Dank gibt es noch enorm viele Probleme“
Jukic verpasste Bronze hauchdünn, aber der Weg Richtung London stimmt
Ehezwist um Eurobonds: Worum es zwischen Kanzler und Vizekanzler geht