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Prinzessin Victoria mit Hochzeit des Jahres: modern, umweltbewusst und zu teuer

Auf strahlend blauen Himmel müssen Brautpaar, Gäste und die Schaulustigen verzichten. Dichte graue Wolken und Regen sind für den Hochzeitstag des Jahres vorhergesagt. Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling geben einander heute in Stockholm das Ja-Wort.

Hochzeit des Jahres: modern, umweltbewusst und zu teuer

Angespannt, aber glücklich: Prinzessin Victoria, Daniel Westling mit König Carl Gustaf Bild: BOB STRONG

Bei der Probe für die Trauung am Donnerstagabend im Stockholmer Dom zeigten sich die 32-jährige Thronfolgerin und ihr vier Jahre älterer Bräutigam in strahlender Laune. So beschrieben das Hofreporter, die das Paar für drei Sekunden zwischen Verlassen des Doms und Besteigen der wartenden Limousine ins Visier bekamen.

Wie die Trauung genau ablaufen wird, bleibt bis zuletzt ein Geheimnis. Ob zum Beispiel der König seine Tochter tatsächlich zum Altar der Domkirche führen und dann an ihren künftigen Ehemann übergeben wird? Das sei altmodisch, man könne eine selbstbewusste junge Frau nicht wie ein Besitztum überreichen, und außerdem sei so etwas in Schweden unüblich, lautete die Kritik.

Vielleicht wird deshalb Carl Gustaf seine Tochter nur bis zur Mitte der Kirche begleiten, und der künftige Prinz von Schweden kommt ihr bis dorthin entgegen. „Alles Spekulationen, man soll sich überraschen lassen“, sagt die Hofsprecherin.

Ansonsten aber plant der schwedische Hof eine moderne und umweltbewusste Hochzeit. Der Blumenschmuck ist fair gehandelt. 85 vom heimischen Volvo-Konzern gesponserte Limousinen, natürlich in Weiß, zum Transport von ganz besonders wichtigen Hochzeitsgästen, fahren mit umweltfreundlicheren Antriebsstoffen als Benzin. Und Victoria will ausdrücklich weder ein Freuden-Feuerwerk noch Konfetti: Für sie wäre das Umwelt-Frevel.

Kritik an der Monarchie

Die royale Traumhochzeit stößt aber nicht nur auf Begeisterung. Sie hat auch eine Debatte über Sinn und Unsinn dieser altertümlichen und teuren Institution ausgelöst. Kritiker stellen offen die Frage, warum ausgerechnet ein so auf Gleichheit ausgerichtetes Land wie Schweden an der Monarchie festhält.

Rund 20 Millionen Kronen (2,5 Millionen Euro) sollen die Hochzeitsfeierlichkeiten kosten. Die Hälfte der Summe übernimmt der Steuerzahler, und das in einer Zeit, in der den Bürgern immer mehr abverlangt wird. Der Königshof verteidigt die Ausgaben und erklärt, die Hochzeit werde über den Tourismus und den Souvenirverkauf viel Geld einbringen. Doch der Widerstand gegen die Monarchie wächst. Mehr als 56.000 Menschen haben sich einer Facebook-Gruppe angeschlossen, die von der Regierung verlangt, die Kosten für die Hochzeit nicht zu übernehmen.

Laut aktueller Umfrage sind nur mehr 46 Prozent der Schweden für die Monarchie. 1996 lag die Zustimmung noch bei 70 Prozent.

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Artikel 19. Juni 2010 - 00:04 Uhr
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